Ugandische Rebellen vor Eindringen in Zentralafrikanische Republik

3. Jänner 2009, 19:05
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Auf der Flucht vor kongolesisch-ugandisch-sudanesischer Militäroffensive

Kinshasa - Die ugandische Rebellenorganisation LRA (Lord's Resistance Army/Widerstandsarmee des Herrn) bereitet sich nach Angaben der kongolesischen Regierung auf ein Eindringen in die Zentralafrikanische Republik vor. Die dortige Regierung habe deshalb Truppen an die Grenze geschickt, sagte der kongolesische Informationsminister Lambert Mende am Samstag.

400 Menschen getötet

Die Rebellen haben über Weihnachten nach Schätzungen der Caritas bei Raubzügen durch Dörfer im Norden der Demokratischen Republik Kongo über 400 Menschen getötet. Sie werden von Truppen aus Uganda, dem Sudan und dem Kongo verfolgt. Auf ihrer Flucht überfielen die Anhänger der in Uganda gegründeten LRA mehrere Dörfer.

Joseph Bangakya, stellvertretender Gouverneur der kongolesischen Provinz Orientale, erklärte, die meisten Opfer seien mit Macheten getötet worden. Offenbar versuchten die Rebellen, Munition zu sparen. Vertreter der UNO, des Kongo und Ugandas vermuten, dass sich die Lord's Resistance Army in kleinere Gruppen aufgespalten hat. Nur einige von ihnen seien auf dem Weg in die Zentralafrikanische Republik.

Die LRA führt seit Jahrzehnten einen Guerillakrieg in den Ländern Zentralafrikas. Ihm fielen Zehntausende Menschen zum Opfer. Mehr als zwei Millionen Menschen flüchteten vor den Angriffen der Gruppe. Im Zuge einer Mitte Dezember begonnenen Offensive der Regierungstruppen konnte LRA-Anführer Joseph Kony bisher nicht aufgespürt werden. Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Vergewaltigung, Mordes und Entführung gesucht. Ein LRA-Sprecher erklärte, Kony habe die Bombenangriffe auf die Rebellenlager überlebt.

Die Zahl der LRA-Kämpfer wird auf 800 bis 1.000 geschätzt. Die Rebellen unterhalten Stützpunkte im Norden Ugandas sowie im Ostkongo und im südlichen Sudan und sind bekannt für die Rekrutierung von Kindern als Soldaten und Sexsklaven. Gegner werden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen häufig verstümmelt, ihnen werden die Lippen und Zungen abgeschnitten. Die sudanesische Führung wurde verdächtigt, die LRA zu unterstützen. (APA/Reuters)

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