Derby-Prügel und Aus für Austria

5. Jänner 2009, 18:11
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Die Wiener Austria musste gegen Rapid eine bittere 0:6-Niederlage einstecken und ist damit vorzeitig aus dem Titelrennen ausgeschieden

Die Wiener Austria hat schon nach dem ersten Tag die Chance verspielt, bei der 47. Auflage des traditionsreichen Fußball-Stadthallenturniers den 20. Jubiläumstitel zu holen. Die Mannschaft von Coach Karl Daxbacher verlor am Samstag nicht nur gegen die Vienna mit 2:3, sondern kassierte auch im großen Wiener Derby zum Abschluss der Gruppenphase gegen Rapid eine empfindliche 0:6-Klatsche. Damit spielt der Titelverteidiger am Sonntag gegen den LASK nur um den fünften Platz.

Sportklub wartet auf Rapid

Rapid (gegen den Wr. Sportklub) steht hingegen genauso wie die in der Gruppe A zweitplatzierte Vienna (gegen Wr. Neustadt) im Halbfinale. Die Hütteldorfer hatten zum Auftakt die Döblinger durch Tore von Heikkinen (6.,22.) und Kulovits (24.) mit 3:0 besiegt und blieben damit als einziges Team ohne Gegentreffer. Rapid stellte zudem mit Goalie Raimund Hedl den "Dribblanski" des Tages. "Das ist schon ungewöhnlich, freut mich aber sehr", meinte Rapids Einsergoalie, der betonte, nur einen Beitrag geleistet zu haben.

Die mehr als 9.000 Besucher in der ausverkauften Stadthalle bekamen bei der 47. Auflage des Turniers, das heuer unter dem Namen "Dribblanski" ausgetragen wird, aber keinesfalls alle Stars zu sehen. Die Bundesliga-Teams setzten nur auf verstärkte B-Teams, wobei Steffen Hofmann, Branko Boskovic, Stefan Maierhofer und Veli Kavlak (Rapid), Milenko Acimovic, Jocelyn Blanchard und Mario Bazina (Austria) sowie Ivica Vastic (LASK) die bekanntesten Abwesenden waren.

Höchster Stadthallen-Sieg gegen Austria

Im mit Spannung erwarteten großen Wiener Derby gelang den Rapidlern der höchste Sieg gegen die Austria auf dem Stadthallen-Parkett überhaupt. Ketelaer (9.), Dober (11.), Hoffer (13., 21.), Sandic (18.) und Pehlivan (23.) zeichneten dafür verantwortlich. "Wir haben stark gespielt und gegen die Austria ist uns jede Aktion aufgegangen", sagte Andreas Dober. Und Coach Peter Pacult fügte hinzu: "Wir haben zu Null und guten Fußball gespielt, das war schön. Kompliment an meine Mannschaft, das war in dieser Form nicht zu erwarten".

Bittere Stuchlik-Pille für Violett

Im Lager der Veilchen herrschte aus zweierlei Gründen Missstimmung. "Das 0:6 war eine Watschn", war sich Trainer Karl Daxbacher bewusst. Neben der Klatsche ärgerten sich Daxbacher und Co. auch über eine stark umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Fritz Stuchlik in der Partie gegen die Vienna. In der vierten Minute sprang der Ball nach einem Okotie-Schuss beim Stand von 0:0 ins Feld zurück, der Ball hatte allerdings die Linie überquert. "Wenn man es jetzt im Fernsehen sieht, ist klar, dass der Ball zur Gänze über der Torlinie war", gestand sich Stuchlik später nach den TV-Bildern ein.

Für die Austrianer war die Entscheidung bitter, ein Erfolg über die Vienna hätte nämlich für den Semifinaleinzug gereicht. Noch dazu kassierten Rubin Okotie und Co. den entscheidenden dritten Treffer bei der 2:3-Niederlage durch Fading erst in der Schlussminute. Die Violetten übten jedenfalls auch Selbstkritik. "Das war einer Austria nicht würdig, so darf man sich nicht präsentieren", brachte es Austrias einziger Torschütze Lukas Mössner auf den Punkt.

Schnelles Aus für Lindenbergers LASK

Genauso wie die Austria qualifizierte sich auch der LASK nicht für das Semifinale. Die junge Garde der Linzer - neben dem besten Spieler des 46. Stadthallenturniers, Ivica Vastic, fehlten u.a. auch Weissenberger, Salmutter, Mayrleb und Panis - war allerdings gegen Wr. Neustadt lange Zeit dem Sieg näher. Klein (13.), Piermayr (16.) und Saurer (17.) schossen für die Oberösterreicher eine 3:1-Führung heraus, ehe Krajic (19.) und Reiter (24.) die Niederösterreicher noch in die Verlängerung retteten. Dort sorgte Mensur Kurtisi (27.), als nur mehr zwei Kicker plus Goalie auf dem Parkett standen, für die Entscheidung zugunsten der Kraft-Elf, die Zugang Sadovic bereits in der vierten Minute in Front geschossen hatte.

"Wir haben das erste Spiel verschenkt", ärgerte sich LASK-Coach Klaus Lindenberger. In der zweiten Partie gegen den Sportklub lieferten die Oberösterreicher dann eine enttäuschende Leistung ab, verloren gegen "einen sehr guten" WSK völlig verdient mit 2:5. "Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft angetreten, grundsätzlich war es okay, wir haben uns aber nicht so präsentiert wie erhofft", resümierte Lindenberger. Für den Ex-ÖFB-Tormanntrainer gab es mit der Verpflichtung des Ex-Teamstürmers Roman Wallner aber immerhin auch positive Nachrichten.

Magna Schützenfest

Den Gruppensieg holte sich Wr. Neustadt mit einem grandiosen 9:2-Kantersieg gegen den im Gegensatz zur ersten Partie nicht wiedererkennbaren Sportklub. Kayhan (11.) konnte die Führung der Kraft-Elf (Ari, 10.) zwar postwendend ausgleichen, dann steigerte sich Wr. Neustadt aber in einen Torrausch und sorgten durch Treffer von Krajic (12.), der mit der Ferse wohl einen der schönsten Treffer des Tages erzielte, Sadovic (13., 18.), Martinez (14., 19.), Kurtisi (16.), Stanislaw (20.) und abermals Ari (24.) für ganz klare Verhältnisse.

Der zweite Turniertag wird am Sonntag (ab 13.30 Uhr) mit dem Spiel um Platz fünf eröffnet. (APA)

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    Erschreckend schwache Veilchen hatten Rapid nichts entgegenzusetzen.

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    Rapid feiert Derby- und Gruppen-Sieg.

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