Nachlese: Althaus aufgewacht

4. Jänner 2009, 19:03
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Ministerpräsident von Thüringen ist am Samstag aus dem Koma erwacht - Erste aktive Bewegungen - Ärztlicher Direktor optimistisch

Salzburg - Der Ministerpräsident des deutschen Freistaats Thüringen, Dieter Althaus (50), befindet sich auf dem Weg der Besserung. Althaus ist am Samstagmorgen aus den Koma erwacht, berichtete der ärztliche Direktor des Krankenhauses von Schwarzach. Der CDU-Politikern habe auch mit seiner Frau Katharina wenige Worte sprechen können.

Althaus werde nicht mehr künstlich beatmet, bekomme aber noch Infusionen. Die computertomographische Untersuchung hat den stabilen Zustand des Ministerpräsidenten bestätigt: "Das macht auf eine günstige Entwicklung Hoffnung. Es ist aber noch nicht abschätzbar, bis er voll mobil wird - es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen", so Lenzhofer.

Bei computertomographischen Untersuchung der Extremitäten sei ein unverschobener Bruch am Ende der Speiche festgestellt worden, teilte der Leiter der Unfallchirurgie, Franklin Genelin, mit. Es werde in den kommenden zwei, drei Tagen der Genesungsfortschritt weiter beobachtet, dann erst werde man eine Verlegung terminisieren können, sagte Anästhesist Hubert Artmann.

Althaus war am Neujahrstag auf einer Skipiste mit einer anderen Skifahrerin kollidiert. Die aus der Slowakei stammende Mutter von vier Kindern war auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

Weiß nichts über den Tod der Skifahrerin

Der Ministerpräsident wurde bisher über den Tod der slowakischen Skifahrerin noch nicht in Kenntnis gesetzt. Man habe darüber bewusst noch keine Informationen weitergegeben, diese psychische Belastung wäre dem Patienten derzeit noch nicht zumutbar, erklärte Reinhard Lenzhofer.

Dass Althaus seine Ehefrau erkannt hatte, wertete der Anästhesist Hubert Artmann "als positives Zeichen". Sein Reflexverhalten wurde vom Neurologen ebenfalls positiv beurteilt: "Der Ministerpräsident konnte seine Extremitäten spontan und auf Kommando bewegen." All das stimmte die behandelnden Ärzte sehr zuversichtlich.

"Wie es aussieht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass er wieder gesund wird", sagte Artmann. "Aufgrund seiner körperlichen Konstitution kann man erwarten, dass er mehr aushält als manche andere", meinte der ärztliche Direktor Lenzhofer. Die Familie des Ministerpräsidenten zeigte sich sehr erleichtert darüber, dass er sie heute erkannt hatte.

Der Anästhesist skizzierte den weiteren Behandlungsverlauf: Althaus erhält eine Physiotherapie und Atemtherapie, weiters werde sukzessive mit der oralen Ernährung begonnen. "Das nächste Ziel wird sein, dass er ganze Sätze sprechen und selbst essen und trinken kann." Im weiteren Behandlungsverlauf wird der Ministerpräsident auch psychologisch betreut. "Von der Psyche her ist er stabil. Wichtig ist, dass der Patient nicht überfordert wird, man muss Stresssituationen meiden", betonte der Anästhesist. Das Krankenhaus lehne derzeit Fragen an den Patienten durch die Polizei ab, ergänzte Lenzhofer.

Für die Blutung in der rechten Hirnhälfte, die Althaus bei dem Zusammenstoß mit der Skifahrerin erlitten hatte, gebe es keine spezielle Behandlung. "Diese Herde werden selber verschwinden", versicherte der Anästhesist. Aus medizinischer Sicht hielt er einen Transport des Schwerverletzten "derzeit nicht sinnvoll". Falls der Genesungsprozess weiterhin so positiv verlaufe, könnte er möglicherweise schon nächste Woche verlegt werden, so Lenzhofer. Es würden aber auch die Wünsche der Familienangehörigen berücksichtigt.

Gerold Wucherpfennig, Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Medien sowie ein enger Freund von Althaus, bedankte sich im Namen der thüringischen Staatskanzlei bei den Ärzten des Krankenhauses Schwarzach für die gute medizinische Betreuung des Ministerpräsidenten. Wucherpfennig hatte bereits am Freitagabend seinen Freund auf der Intensivstation sehen dürfen und wird heute mit ihm sprechen. Es werde sich dabei um ganz persönliche Dinge handeln, sagte der Minister. Wie lange er noch in Österreich bleibt, hänge vom Verlauf der Genesung seines Freundes ab, erklärte Wucherpfennig. (APA)

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    Kerze am Unfallort in Donnersbachwald.

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    Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ist aus seinem künstlichen Koma erwacht.

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