Gazprom sucht nach alternativen Transitrouten

3. Jänner 2009, 09:16
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Russischer Energieriese plant zwei neue Pipelines

London - Im Gasstreit mit der Ukraine will der russische Energieriese Gazprom nach anderen möglichen Transitländern suchen. "Es ist dringend nötig, alternative Transitrouten zu erschließen", sagte der Vizechef des Unternehmens, Alexander Medwedew, am Freitag dem britischen Rundfunksender BBC. Gazprom hoffe, dass Europa "jeden erforderlichen Schritt" machen werde, um die Umsetzung dieses Vorhabens zu unterstützen. Gazprom plant derzeit zwei neue Gas-Pipelines. Während die Leitung Nord Stream vom russischen Ostseehafen Wyborg nach Greifswald führen soll, ist die Pipeline South Stream vom Schwarzen Meer nach Bulgarien, Österreich und Griechenland geplant.

Medwedew widersprach Vorwürfen, Gazprom habe einen Streit mit der Ukraine angezettelt. "Wir sind Tag und nacht zu Verhandlungen bereit", unterstrich der Gazprom-Vizechef. Allerdings habe die ukrainische Seite "vermutlich andere Aufgaben", da sie sich nicht zu Gesprächen in Moskau aufhalte. Russland und Ukraine streiten derzeit um unbezahlte Rechnungen und den künftigen Lieferpreis. Da etwa 80 Prozent der russischen Gaslieferungen nach Europa durch die Ukraine geleitet werden, hat der von Gazprom verhängte Lieferstopp gegen das Land im Westen Sorge um die Sicherheit der Gasversorgung ausgelöst. (APA/AFP)

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