Tausend demonstrieren gegen Neonazis in Passau

3. Jänner 2009, 16:26
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Keine größeren Zwischenfälle - Mehrere Festnahmen

Passau - In Passau haben am Samstag rund tausend Menschen gegen eine Kundgebung von Neonazis demonstriert, die dort stattfand. Ein Polizeisprecher sagte, mehrere Teilnehmer sowohl der Kundgebung der Rechtsextremen als auch der Gegner seien festgenommen worden, weil bei ihnen gefährliche Gegenstände gefunden worden seien.

Am frühen Nachmittag hätten sich rund 150 Teilnehmer der Neonazi-Demonstration in der Innenstadt der bayerischen Stadt nahe der Grenze zu Oberösterreich versammelt. Ihre Kundgebung unter dem Motto "Gegen polizeiliche Willkür und Medienhetze" sah auch einen Marsch durch Teile der Stadt vor; sie war bis zum Abend genehmigt. Am Freitag hatten Gerichte ein Demonstrationsverbot aufgehoben.

Der Aufmarsch der NPD, der sich gegen die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl richtete, war allgemein als Provokation empfunden worden. Die Polizei vermutet den Täter in der rechtsextremen Szene, die Mannichl wegen seines harten Vorgehens gegen Neonazis als Feind betrachtet. Mannichl war am 13. Dezember vergangenen Jahres beim Öffnen seiner Haustür in seinem Wohnort Fürstenzell von einem glatzköpfigen Mann mit einem Messer niedergestochen worden. Nach dem Attentat war in Deutschland die Debatte um ein Verbot der rechtsextremen NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) neu entflammt.

An der Gegendemonstration in der Passauer Innenstadt nahm auch Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) teil. Rund 400 der Teilnehmer zogen in Richtung Polizeidirektion, wo sich die Rechten versammelten. Der Polizei, die mit mehr als tausend Kräften im Einsatz war, gelang es jedoch, beide Gruppen auseinanderzuhalten. Es gab keine größeren Zwischenfälle. (APA/Reuters/AFP)

 

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    Die 150 Teilnehmer der Neonazi-Demonstration waren in Passau nicht willkommen.

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