Ein Quantum Hoffnung

2. Jänner 2009, 17:49
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Mehr arbeitslose Menschen im Angesicht der Finanzmarktkrise, das ist wahrlich keine gute Nachricht - Von Johanna Ruzicka

Mehr arbeitslose Menschen im Angesicht der Finanzmarktkrise, die sich möglicherweise gerade in eine mittellange Wirtschaftskrise umformt: Das ist wahrlich keine gute Nachricht.

Dennoch muss erlaubt sein zu relativieren. Vielleicht - die Hoffnung stirbt zuletzt - sind diese Zahlen nicht als Vorboten für kommende Monate zu werten. Dafür spricht, dass Österreichs Arbeitslosenzahlen sich von einem - in gar nicht wenigen Bereichen - sehr günstigen Niveau aus nach unten bewegen und dass die Beschäftigung sogar jetzt noch weiter gestiegen ist. Außerdem ist der Dezember arbeitsmarkt-statistisch immer ein tückischer Monat: Bauwirtschaft und Tourismus werken saisonal bedingt gern mit weniger Leuten als beispielsweise im Frühjahr.

Ob die gestiegene Arbeitslosigkeit also lediglich das immer wiederkehrende Dezemberloch oder ob es der Anfang einer Abwärtsspirale ist, werden wir erst Anfang Februar genauer wissen. Außerdem wird viel davon abhängen, ob es gelingt, mit der Mischung aus Kurzarbeitsprogrammen und Qualifizierungsmaßnahmen den - hoffentlich - nur kurzen Wirtschaftsrückgang abzufedern.

Langfristig allerdings muss Österreich sowieso tiefe, strukturelle Maßnahmen setzen, wenn der gute zweite Stockerlplatz innerhalb der EU bei der Arbeitslosigkeit gehalten werden soll: Das fängt bei einer verbesserten Schulbildung (Stichwort: Pisa) an und hört bei vernünftigen Altersteilzeitregelungen (Stichwort: Ageing Society) auf. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.1.2009)

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