Gazprom wirft Ukraine Diebstahl von Gas für Westeuropa vor

2. Jänner 2009, 16:29
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Russische Regierung fordert Sondersitzung des EU-Parlaments

Moskau/Kiew - Der russische Energiekonzern Gazprom hat der Ukraine vorgeworfen, für Empfänger in Westeuropa bestimmtes Gas zu "stehlen". Dies werde von ukrainischer Seite offen zugegeben, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow am Freitag vor Journalisten in Moskau. Statt der von russischer Seite geforderten Durchleitung von 303 Millionen Kubikmetern Gas habe die Ukraine für die kommenden 24 Stunden nur den Transport von 296 Millionen Kubikmetern zugesagt.

Das ukrainische Energieunternehmen Naftogaz wies den Vorwurf umgehend zurück. Es werde lediglich aus technischen Gründen eine gewisse Menge zurückgehalten, teilte der Konzern in Kiew mit. Dabei handle es sich um 21 Millionen Kubikmeter Gas innerhalb von 24 Stunden.

Russland hat am 1. Jänner im Streit um ausstehende Zahlungen sowie erhöhte Preise die Gasversorgung für die Ukraine gekappt. Ein Großteil des russischen Erdgases für europäische Länder strömt über Leitungen auf ukrainischem Boden.

Russlands stellvertretender Außenminister Alexander Gruschko forderte eine Sondersitzung des EU-Parlaments zum Gasstreit. Russland stehe "im engen Kontakt mit unseren Partnern der Europäischen Union", sagte Gruschko dem Fernsehsender Westi. Die russische Vertretung bei der EU habe dem EU-Parlament am Freitag eine Sondersitzung vorgeschlagen, damit Russland seine Sicht der Lage darstellen könne.

Beim Gasstreit zwischen Moskau und Kiew vor drei Jahren war es zu Störungen der Gaslieferungen nach Europa gekommen. Russland beschuldigte die Ukraine damals, für Europa bestimmtes Gas abzuzapfen. Dieses Jahr versicherten beide Seiten, die Versorgung Westeuropas sei gesichert. (APA)

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