Israel lässt weiter keine Journalisten in den Gaza-Streifen

2. Jänner 2009, 15:23
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Regierung widersetzt sich Höchstgericht zumindest eine begrenzte Zahl von Journalisten aus dem Küstenstreifen berichten zu lassen

Jerusalem/Erez - Israel lässt weiterhin keine ausländischen Journalisten in den palästinensischen Gaza-Streifen einreisen. Die Regierung widersetzte sich am Freitag einer Anordnung des Obersten Gerichtshofes, zumindest eine begrenzte Anzahl von Korrespondenten aus dem seit Samstag von der Luftwaffe angegriffenen Küstengebiet berichten zu lassen. Israel hat seit dem 5. November, als die Hamas ihren Raketenbeschuss im Grenzgebiet intensivierte, die Grenzen zum Gaza-Streifen geschlossen.

Unabhängige Überprüfung nicht mehr möglich

Das Oberste Gericht Israels befand am Mittwoch, einige ausländische Journalisten sollten immer dann in den Gaza-Streifen reisen dürfen, wenn der Grenzübergang Erez aus humanitären Gründen geöffnet wird. Dies war am Freitag der Fall, als rund 300 Palästinenser mit ausländischem Pass den Gaza-Streifen über Erez verlassen durften. Die Auslandspressevereinigung (FPA) war vor den Obersten Gerichtshof gezogen; sie machte geltend, dass eine unabhängige Überprüfung der Berichte aus dem Palästinensergebiet nicht mehr möglich ist. Dazu gehören beispielsweise Berichte, wonach die israelische Armee Zivilisten oder zivile Einrichtungen angegriffen hat. Andererseits konnten auch Vorwürfe der israelischen Armee nicht überprüft werden, wonach die Hamas in Moscheen und Krankenhäusern Waffenlager eingerichtet hat.

Bei den israelischen Luftangriffen war in der Nacht auf Dienstag auch ein Haus in Gaza weitgehend zerstört worden, in dem die Leiterin der Außenstelle Gaza der deutschen Vertretung, Anke Abu Sitta, und ihr Mann, der Mitarbeiter des Ersten Deutschen Fernsehens ARD Fawaz Abu Sitta, wohnten. Sie überlebten das Bombardement im Keller, wie der Leiter des ARD-Hörfunkstudios in Tel Aviv, Clemens Verenkotte, mitteilte. (APA/AP)

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