RZB-Marktausblick: Tropfen auf dem heißen Stein

2. Jänner 2009, 15:18
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Aus dem wöchentlichen Marktausblick von Raiffeisen Research

USA

Das Jahr 2008 wird in den USA wohl als schwächstes Börsenjahr seit 1931 in die Geschichtsbücher eingehen. Wenngleich drastische Zinssenkungen sowie die Erwartung weiter gehender staatlicher Konjunkturstützungspakete den Aktienmarkt in den letzten Wochen wieder etwas zu stabilisieren vermochten, befürchten wir im ersten Quartal 2009 parallel zum Tiefstand der Konjunktur- Vorlaufindikatoren im Februar/März 2009 die größte Welle an Gewinnrevisionen. Nach Bekanntgabe der Jahresergebnisse 2008 werden die Konzerne nämlich Farbe bekennen und ihre Erwartungen für 2009 auf den Tisch legen müssen. Eine Welle an Revisionen durch die Analysten wird die Folge sein. Verkauf.

Europa

Auch wenn sich die europäischen Aktienmärkte in den letzten Handelstagen versöhnlich zeigten und sich die Kursabschläge (bis auf einige Ausnahmen) in Grenzen hielten, hängt dies wohl in
erster Linie mit dem Jahresultimo zusammen, wo noch einige Investoren versuchen ihre Bilanzen zu verschönern. Das ist allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man sich vor Augen
führt, dass allein der DAX im Jahr 2008 mehr als 40 Prozent verloren hat und auf das zweitschlechteste Jahr seiner Geschichte (nach 2002; Kursverluste von rund 44 %) zurückblickt.

Doch auch ein versöhnlicher Jahresausklang versprüht wenig Optimismus. Eher das Gegenteil ist der Fall: Die jüngsten Konjunkturdaten weisen auf eine beschleunigte Talfahrt der europäischen Konjunktur hin. Anzeichen einer Bodenbildung sind vorerst nicht zu erkennen. Mit Spannung wird daher der Berichtssaison entgegen gesehen, in der die Unternehmen hoffentlich mit offenen Karten spielen und ihre aktuelle Unternehmenssituation der Öffentlichkeit präsentieren werden. Es ist allerdings zu befürchten, dass sich angesichts des wirtschaftlichen Umfelds keine eindeutigen Perspektiven für 2009 erstellen lassen können. Vor allem die nachlassende Investitionstätigkeit
der Unternehmen und Einbrüche insbesondere beim Export lassen Befürchtungen aufkommen. Wir gehen daher davon aus, dass die Gewinnschätzungen für 2009 noch zu hoch sind und rechnen in den kommenden Monaten noch mit einer Vielzahl von negativen Gewinnrevisionen.

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