Raub in Berliner Kunstgalerie: Hoffen auf Hinweise

3. Jänner 2009, 15:04
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Rund 30 Radierungen und Skulpturen von Escher, Matisse, Picasso und Braque gestohlen - Schaden mit rund 180.000 Euro beziffert

Berlin - Nach einem der größten Kunstdiebstähle der vergangenen Jahre in Berlin hat die Polizei noch keine Hinweise auf die möglichen Täter. Zeugen des Einbruchs in einer Galerie in Charlottenburg hätten sich bisher nicht gemeldet, sagte eine Sprecherin am Samstag. Das Kommissariat für Kunstdelikte beim Landeskriminalamt ermittele weiter in alle Richtungen. In der Silvesternacht waren aus der Fasanengalerie rund 30 Radierungen und Skulpturen gestohlen worden, darunter von Richard Heß, M.C. Escher, Henri Matisse, Pablo Picasso und Georges Braque. Die Polizei bezifferte den Schaden auf rund 180.000 Euro.

Der Einbruch war am Donnerstag von der Inhaberin der rund 70 Quadratmeter großen Kunstgalerie entdeckt worden. Sogar acht Skulpturen verschwanden, darunter eine mit einem Gewicht von rund einem Zentner. Alle Stücke waren laut Galeristin Ulrike Erben Leihgaben. Sie habe die Radierungen und Skulpturen auch in der Kunstdatenbank "Art Loss Register" als gestohlen gemeldet. "Wenn mir ein Unbekannter ein Stück zum Kauf anbieten würde, würde ich sicherlich dort erst mal nachschauen", betonte Erben. Eine für Mitte Januar geplante neue Ausstellung in der Galerie in der Fasanenstraße wird verschoben.

Die Berliner Chefermittlerin für Kunstdiebstahl, Bärbel Groth-Schweizer, geht davon aus, dass die Kunstwerke nicht leicht zu verkaufen sind. Manchen Kunstfreunden sei es aber leider egal, ob etwas illegal erworben sei, sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel". Die Täter seien nicht zwingend Profis gewesen, betonte sie. Die Einbrecher hätten versucht, im Vordereingang einzubrechen. Als dies misslang, brachen sie das Schloss des Hintereingangs auf.

In den vergangenen Jahren gab es in Berlin immer wieder Kunstdiebstähle - allein 2005 waren es laut Polizeistatistik rund 250 Fälle. Einer der spektakulärsten Fälle ereignete sich 2002 im Dahlemer Brücke-Museum. Dort wurden neun expressionistische Bilder, darunter von Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein gestohlen, aber später wieder zurückgegeben. Verschwunden ist hingegen noch das 1997 in einem Auktionshaus gestohlene Gemälde "Schlafendes Mädchen" von Lovis Corinth, ebenso Carl Spitzwegs "Der arme Poet", das 1989 aus dem Schloss Charlottenburg verschwand. (APA/dpa)

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