Tumpel will Kurzarbeit ergänzen

2. Jänner 2009, 13:09
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Soll für Qualifizierungsmaßnahmen genutzt werden - Arbeitsstiftungen, Altersteilzeit, überbetriebliche Lehrwerkstätten

Wien - Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer, will im Kampf gegen die Krise das Instrument der Kurzarbeit reformieren bzw. ergänzen, die Ausbildung der Facharbeiter verstärken und die Übergangsfristen auf dem Arbeitsmarkt voll ausschöpfen: "Jetzt drängt die Zeit, um gegenzusteuern. Wir müssen alles tun, um die Arbeitsplätze zu schützen", erklärt Tumpel in einer ersten Reaktion auf die deutlich verschlechterten Dezember-Zahlen am Arbeitsmarkt.

Um Kündigungen zu vermeiden, brauche es eine finanziell abgesicherte Kurzarbeit sowie den Ausbau von Arbeitsstiftungen, speziell für Leiharbeiter: "Kurzarbeit muss viel leichter und besser als bisher mit Aus- und Weiterbildung der kurzarbeitenden ArbeitnehmerInnen verbunden werden können", so die AK in einer Aussendung.

Für jene Jugendlichen, die keine Lehrstelle finden, müsse es genug Ausbildungsplätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen geben, der ebenfalls hohe Anstieg bei den Älteren soll unter anderem mit verstärkter Altersteilzeit gebremst werden. Dies leiste gerade in Klein- und Mittelunternehmen einen großen Beitrag zur Sicherung des Jobs. Ältere bzw. gesundheitlich angeschlagene Arbeitnehmer, die vom Arbeitsmarktservice innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nicht vermittelt werden könnten, sollten eine besondere Leistung der Arbeitslosenversicherung erhalten, fordert die AK.

Im ORF-Mittagsjournal verlangte der AK-Chef das volle Ausschöpfen der Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt, die im Zuge der Osterweiterung der EU ausgehandelt wurden. Diese laufen Ende 2010 aus, danach herrscht volle Freizügigkeit. Finanziert werden soll die Maßnahmen u.a. von Unternehmen, bei denen "staatliche Unterstützungsleistungen auch zur Wertsicherung" beitrügen sowie über eine Vermögensbesteuerung bzw. eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage in der Sozialversicherung, wie Tumpel in dem Radio-Interview erklärte. (APA)

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