2. Jänner 2009, 13:09
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Ein Konsumrückgang wird jedoch auch in Zeiten der Krise nicht erwartet

Wien - Die ÖsterreicherInnen werden sich auch 2009 die Lust an Grünem Veltliner, Rheinriesling & Co. nicht verderben lassen, in den wirtschaftlich raueren Zeiten dürften sie aber verstärkt auf billigere Rebsäfte ausweichen - so sieht es zumindest die heimische Weinwirtschaft. Nach jüngsten Zahlen der österreichischen Weinmarketinggesellschaft (ÖWM) ist der inländische Weinkonsum 2008 zwar insgesamt weiter zurückgegangen, die inländischen Anbieter konnten den Importen aber Marktanteile abjagen.

Die Ausfuhren wuchsen um knapp sieben (Menge) bzw. acht Prozent (Wert). Erfolge gab es im wichtigsten Exportmarkt Deutschland sowie in der Schweiz. Sorgen bereitet dagegen das US-Geschäft. An der Jahresend-Pressekonferenz, mit der die Weinwirtschaft traditionell Bilanz über das abgelaufene Jahr zieht, nahmen diesmal der neue Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (V) sowie wie im Vorjahr der Präsident des Weinbauverbands, Josef Pleil und ÖWM-Chef Willi Klinger teil.

Gute Ernte

Die Ernte fällt heuer zumindest quantitativ besser aus als noch kürzlich befürchtet, sagte Pleil. Wegen großer Hagelschäden und Pflanzenkrankheiten waren die ersten Vorausschätzungen Ende August "noch extrem düster - man hat damals bis zu 30 Prozent Minderertrag erwartet". Weil aber die Witterung im Oktober günstig ausgefallen ist, erwartet Branchenkenner Pleil für heuer bis 3,2 Mio. Hektoliter - um 20 Prozent mehr als 2007. Weil es viel Niederschlag gegeben hat, verfüge der Jahrgang 2008 über "weniger Alkohol, ist dafür aber fruchtbetonter und extraktreicher".

"Wie schlecht es dem Volk auch immer gehen mag - das Essen und Trinken lässt es sich nicht nehmen", lautet Pleils Devise für die Krise. Es könnte aber dazu kommen, dass teurere Weine vermehrt von günstigeren verdrängt werden, meinte er. Klinger, der gerade erst mit großen Handelsketten telefoniert hat, sieht im Inland - im Gegensatz zu Deutschland - noch keinen Anhaltspunkt für Konsumrückgänge.

Auch die Weinbauern werden von den Maßnahmen im Bankenhilfspaket und den Konjunkturpaketen profitieren, meinte Berlakovich auf die Frage, ob es noch ausreichend Kredit für die Weinbauern gebe. Man müsse dabei aber "ohnedies immer mit Augenmaß vorgehen und darf die Winzer nicht in unnötige Investitionen hineintreiben", sagte der frühere burgenländische Agrarlandesrat. Dass es zu großen Nachfragerückgängen wegen der Konjunkturkrise kommt, glaubt Berlakovich nicht. (APA)

 

  • "Wie schlecht es dem Volk auch immer gehen mag - das Essen und Trinken lässt es sich nicht nehmen".
    Foto: Der Standard

    "Wie schlecht es dem Volk auch immer gehen mag - das Essen und Trinken lässt es sich nicht nehmen".

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