Mehr Preisgeld, mehr Punkte

2. Jänner 2009, 13:05
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2009 verspricht vor allem bei Herren viel Spannung - Melzer, Koubek starten kommende Woche - Bammer, Paszek lassen erste Turniere aus

Wien - Zwei Monate nach dem Masters-Cup in Shanghai und sechs Wochen nachdem Spanien sein glorreiches Sport-Jahr mit dem Gewinn des Davis-Cup gekrönt hat, beginnt am kommenden Montag die Tennis-Saison 2009. Das Jahr bringt viel Neues und verspricht vor allem auf Männerseite Hochspannung wie schon lange nicht mehr.

Nicht nur die Herrentour - heißt jetzt ATP World Tour - präsentiert sich dieser Tage inklusive neuer Website (www.atpworldtour.com) in einem neuen Kleid. Nach den vier Grand Slams bilden in diesem Jahr statt der bisherigen Masters-Veranstaltungen neun sogenannte 1000er-Turniere die höchste Kategorie. Aber auch sonst ändert sich 2009 einiges. Es gibt viel mehr kombinierte Männer- und Frauenturniere als bisher, der Kalender ist übersichtlicher, die großen Turniere sind noch deutlicher positioniert und zahlen noch mehr Preisgeld. Bei den Grand-Slam-Turnieren lassen sich besonders in den Schlussrunden noch mehr Punkte verdienen als bisher und Erfolge im Davis-Cup bringen nun Punkte für das individuelle Ranking.

Murray hoch gehandelt

Praktisch alle Topstars stimmen sich bereits kommende Woche auf den ersten Saison-Höhepunkt ein, das Australian Open in Melbourne ab 19. Jänner. Durchaus einer Grand-Slam-Endphase würdig ist speziell die Besetzung des Turniers in Doha (Katar): Im Emirat werden die vier ersten Positionen der Setzliste von Olympiasieger Rafael Nadal, Roger Federer, Andy Murray und Andy Roddick eingenommen. Vor allem Murray wird im kommenden Jahr als Aufsteiger hoch gehandelt. Für Australiens lebende Tennis-Legende John Newcombe ist der Schotte sogar die kommende Nummer eins. "Wenn er so weiter spielt wie am Ende des Vorjahres, wird er knapp an der Nummer eins dran sein", ist der siebenfache Grand-Slam-Champion Newcombe überzeugt.

Federer kehrt nach drei Jahren nach Doha zurück, und das Turnier nahe seiner Trainingsbasis Dubai, wo er nach seinen Strandferien die Aufbauarbeit verrichtete, ist eine echte Standortbestimmung. 2005 und 2006 durfte er beim Saisonstart den Turniersieg bejubeln und spielte nachher auch in Australien stark (2005 Halbfinal-Out gegen Marat Safin nach vergebenem Matchball, 2006 Titel). Für den Schweizer ist der Auftritt in Doha der zweite von drei Einsätzen vor dem Australian Open, eingebettet zwischen die Exhibitions in Abu Dhabi und das Kooyong Classic in Melbourne. Damit wird er mit deutlich mehr Matchpraxis im Melbourne Park antreten als vor einem Jahr und vor allem auch völlig gesund, im Gegensatz zu 2008, als ihn das Pfeiffersche Drüsenfieber bereits schwächte.

In Melbourne hat Federer die erste Chance, die Marke von 14 Grand-Slam-Titeln von Pete Sampras zu egalisieren. Angenehmes Nebenprodukt eines vierten Australian-Open-Titels wäre auch eine Verbesserung seiner Punktzahl und damit eine Reduktion des Rückstandes auf Rafael Nadal, den er aber in Australien noch nicht an der Spitze der Weltrangliste ablösen kann. Besonders in der ersten Jahreshälfte stehen Federers Chancen aber gut, den Spanier wieder einzuholen, weil dieser speziell zwischen April und Anfang Juli viele Punkte zu verteidigen hat.

Deutlich im Schatten steht einmal mehr die Frauentour, auf der seit dem Rücktritt von Justine Henin im vergangenen Mai die Unkonstanz an der Spitze die einzige Konstante ist. Wenn sie fit sind, dürften die Williams-Schwestern Venus und Serena auch heuer top sein, konkurrenziert durch die so unterschiedlichen Serbinnen Ana Ivanovic und Jelena Jankovic sowie die erneut in Kompaniestärke aufmarschierenden Russinnen, angeführt von Dinara Safina.

Melzer in Brisbane

Aus österreichischer Sicht sind nach den Ausfällen von Sybille Bammer und Tamira Paszek mit Jürgen Melzer und Stefan Koubek zum Auftakt des Tennis-Jahres 2009 nur die Top-Herren des ÖTV im Einsatz. Melzer, Nummer 34 der Weltrangliste, nimmt das neue Jahr ab kommenden Montag in Brisbane, wo Damen (topgesetzt ist Ana Ivanovic) und Herren (Novak Djokovic) spielen, in Angriff. Bei dem mit 484.750 Dollar dotierten ATP-Turnier in "down under" will der Niederösterreicher seinen ersten Schritt in Richtung seines erklärten Saisonzieles, den Top-20, machen.

Koubek in Neukaledonien

Melzer bereitete sich im Dezember drei Wochen in Florida auf 2009 vor, danach verbrachte der 27-Jährige Weihnachten in Niederösterreich, ehe er Richtung Australien aufbrach. Den Turnierauftakt ebenfalls in ferne Regionen verlegt hat Stefan Koubek. Der seit Freitag 32-jährige Kärntner startet nach seinem "Seuchenjahr" 2008 mit einem 75.000-Dollar-Challenger in Noumea in Neukaledonien die angestrebte Rückkehr in die Top-100. Danach stehen für Koubek die Turniere in Auckland und die Australian Open auf dem Programm.

Bammer und Paszek nicht einsatzbereit

Bammer kann in Brisbane wegen ihres grippalen Infektes noch nicht antreten, flog aber dennoch am Freitag nach Australien, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Sie will es in Sydney (ab 11. Jänner) versuchen. Auch Tamira Paszek musste ihren geplanten Start in die WTA-Tour in Auckland aufschieben. Die Vorarlbergerin laborierte an einer Zehenverletzung im linken Fuß, die ihr bereits in den vergangenen zwei Monaten zu schaffen machte.

Zuletzt unterzog sich Paszek, die mit dem Spanier Angel Gimenez einen neuen Trainer gefunden hat, aber erfolgreich einer Behandlung im Halleiner Institut für manuelle Therapie bei Mohamed Khalifa. "Ich konnte bereits zwei volle Trainingseinheiten absolvieren und werde in den nächsten Tagen nach Australien abreisen. Ich hoffe, erfolgreich ins neue Jahr starten zu können", meinte die 18-Jährige nach dem Training mit Co-Trainer Tony Baldellou. Ihre Generalprobe für die Australien Open wird Paszek ab 11. Jänner in Hobart auf Tasmanien absolvieren. (APA/Si/Reuters/AFP/dpa)

 

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