Feldzug gegen Astro-Shows im TV

2. Jänner 2009, 12:26
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Italiens Katholiken und Lega Nord wettern gegen Sendungen, die den "Aberglauben" fördern

2009 scheint kein günstiges Jahr für Italiens Astrologen zu werden: Italiens Katholiken führen einen Feldzug gegen Astrologie im Fernsehen. Der katholische Zuschauerverband Aiart setzt Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI unter Druck, die zu Neujahr in mehreren Shows Sterndeuter eingeladen hat und ihre Vorhersagen für 2009 Raum machte. "Die RAI darf nicht Aberglauben fördern", protestierte der Verband.

Auch Italiens rechte Regierungspartei führt eine Kampagne gegen Astrologen, Kartenleger und Astro-Shows im Fernsehen. Der Abgeordnete Massimo Polledri der Lega Nord forderte eine verstärkte Steuerüberprüfung bei Sterndeutern und Kartenlegern, die vor allem in lokalen TV-Sendern, im Internet und in Zeitungen für sich Werbung machen. "Man muss vor allem verhindern, dass ältere Leute manipuliert werden", betonte der Parlamentarier. Außerdem müsse man die Steuerhinterziehung bei Wahrsagern reduzieren.

In Italien ist auch ein "Forschungszentrum zur Kontrolle des Übernatürlichen" gegründet worden. Das 1989 errichtete Zentrum verfasst zu Jahresende eine Liste der Astrologie-Prognosen, die sich im Laufe des Jahres nicht verwirklicht haben. Anfang 2008 etwa hatten Astrologen der Regierung von Romano Prodi eine solide Laufbahn versichert, dabei stürzte das Kabinett wenige Wochen später. Andere Sterndeuter hatten der italienischen Nationalmannschaft einen Sieg bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz vorhergesagt, dabei waren die Italiener im Achtelfinale ausgeschieden, berichtete das Forschungszentrum. (APA)

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