Mimik von Emotionen nicht erlernt: Gewinner lächeln echter

4. Jänner 2009, 12:35
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Den Ausdruck bestimmter grundlegender Gefühle schaut man sich nicht von anderen ab, haben Forscher anhand von Fotos von Olympia-Teilnehmern herausgefunden

New York - Dass Mimik bestimmter grundlegender Gefühle angeboren und nicht kulturell erlernt ist, schließen Forscher der San Francisco State University aus den Ergebnissen ihrer nun im "Journal of Personality and Social Psychology" veröffentlichten Studie. Für diese untersuchten sie tausende Aufnahmen von Leistungssportlern aus 23 Ländern: Die von Geburt an blinden Athleten zeigten ihre Emotionen mit ähnlichen Gesichtsausdrücken wie die sehenden.

Angeboren

Die Forscher werteten mehr als 4.800 Fotos von den Olympischen Sommerspielen sowie der Paralympics des Jahres 2004 aus. Dass die Mimik sehender und blindgeborener Sportler bei den Siegerehrungen fast identisch war, wertet Studienleiter David Matsumoto als klaren Hinweis dafür, dass diese Gesichtsausdrücke nicht nach der Geburt erlernt wurden sondern angeboren sind.

Unterschied zwischen sozialem und "Duchenne-Lächeln"

Besonders deutlich wurde dies bei den Zweitplatzierten, die die Goldmedaille erst im Finale verpasst hatten und entsprechend enttäuscht sein mussten. Sie setzten - ob blind oder nicht - überwiegend ein soziales Lächeln auf, bei dem der Mund geschlossen ist und lediglich die Mundwinkel nach oben gezogen werden. Das echte sogenannte "Duchenne-Lächeln" macht sich dagegen auch mit den Augen bemerkbar. (APA/AP)

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    Foto: APA/EPA/ARNE DEDERT

    Ob blind oder sehend: Ein strahlendes Gewinnerlächeln schaut man sich nicht von den anderen ab.

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