Mathematisches Modell für Entscheidungsprozesse vorgestellt

5. Jänner 2009, 17:23
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US-Wissenschaftler konstatiert, dass das Gehirn erst bei Schwellenwert an neuralen Impulsen reagiert - wie genau, muss erst geklärt werden

New York - Seit langem diskutieren Hirnforscher über den Einfluss bewusster und unbewusster Informationen auf Entscheidungsprozesse. Gerade eine unbewusst getroffene Wahl erweise sich häufig als richtig, glaubt der US-Wissenschaftler Alexandre Pouget von der Universität Rochester.

Mathematisches Modell

"Die meisten Entscheidungen basieren nicht auf bewusstem Überlegen", sagt der Forscher. "Man entscheidet nicht bewusst, an einer roten Ampel zu stoppen oder ein Hindernis auf der Straße zu umfahren." Pouget beschreibt in der Zeitschrift "Neuron" ein mathematisches Modell für solche Entscheidungsprozesse - am Beispiel eines Menschen, der die Bewegung von Punkten auf einem Monitor einschätzen soll. Während auf dem Bildschirm die meisten Punkte in zufällig ausgewählte Richtungen streben, driftet ein Teil davon in eine Richtung.

Devise: Abwarten

Pouget glaubt, dass bestimmte Nervenzellen beim ersten Hinweis auf eine zielgerichtete Bewegung mehrerer Punkte einzelne Signale aussenden, die dann mit zunehmender Dauer häufiger werden. Der Mensch reagiert demnach erst dann mit seiner Prognose, wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird.

Ungeklärter Prozess

Der Vorteil dieses Systems liegt laut Pouget darin, dass das Gehirn diesen Schwellenwert unterschiedlich festlegen kann, etwa in Abhängigkeit von der Tragweite der Entscheidung. Der Forscher will nun klären, wie das Gehirn solche Werte festlegt. (APA/AP)

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