Holst will Spaß machen

1. Jänner 2009, 21:17
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Der Neo-Coach der Innsbrucker will von "Haien" Spaß am Spiel. Gegen Graz 99ers feiert die Innsbrucker Eishockey-Legende ihr Trainerdebüt

Innsbruck - Am vergangenem Samstag hatte Greg Holst von der neuerlichen Krebserkrankung seines Freundes, des HC-Innsbruck-Coaches Ron Kennedy, erfahren, am Sonntag gab es die ersten telefonischen Verhandlungen über die sofortige Übernahme des Betreueramtes und am Neujahrstag ist der Eishockey-Trainer am späten Nachmittag in Innsbruck gelandet. Noch am gleichen Abend leitete er die erste Übungseinheit, am Freitag wird der 54-Jährige im Heimspiel gegen die Graz 99ers erstmals an der Bande stehen.

Holst, der die Villacher erst im Frühjahr verlassen hatte, um bei seiner Familie in British Columbia (Kanada) zu sein, um seine Söhne Eishockey spielen zu sehen, unterschrieb bei Innsbruck vorerst bis zum Ende der Saison. Seine Rückkehr nach Tirol sei mit einem komischen Gefühl verbunden gewesen. "Ich erinnerte mich 31 Jahre zurück, als ich als aktiver Spieler erstmals hier gelandet bin", schilderte Holst, der in Innsbruck Kultstatus erlangte und dessen Leibchen mit der Nummer 14 als "retired number" an der Hallendecke hängt.

Als vordringlichste Aufgabe sieht es Holst, die Arbeit seines Freundes Kennedy fortzusetzen. Warum Holst, der ein Angebot hatte, in Kanada als Trainer zu arbeiten und vor zehn Tagen auch konkrete Verhandlungen mit Hamburg führte, sich doch für Innsbruck entschied, erklärte er auch mit seiner Verbundenheit zum erkrankten Trainer. Immerhin war er Assistent, als Kennedy ÖEHV-Nationaltrainer war und folgte ihm auch als VSV-Coach.

"Ron sagte mir am Telefon, dass die Spieler Potenzial haben, dass es gute Spieler sind und dass er sie liebe", erzählte Greg Holst, "und zum Abschluss sagte er den wichtigsten Satz: I will never ask you, come into a hornet-nest!" (Ich würde dich nie fragen, in ein Hornissen-Nest zu kommen). Holst beteuerte, dass er alle heimischen Spieler kenne, dass er sich aber die Legionäre erst ansehen müsse, auch wenn er bereits deren Statistiken der vergangenen Jahren studiert habe.

Von der Innsbrucker Mannschaft fordert Holst vor allem, dass sie Spaß am Eishockey habe, dass sie mit viel Einsatz und Leidenschaft agiere. "Das honorieren auch die Zuschauer, die Siege passieren dann von selbst", sagte der neue Trainer der "Haie". "Es werden für mich jetzt sicherlich drei sehr emotionelle Monate", erwartet Holst.

Große Umstellungen werde es beim HCI, der als Tabellensiebenter nach 39 Runden bisher hinter den selbst gesteckten Erwartungen blieb, vorerst nicht geben. "Der Tormann ist immer die Nummer 1 im Verein für mich, und wir haben einen Supertormann", sagte Holst, und dass er lieber ein weniger gutes System spiele, dieses dafür aber mit umso mehr Leidenschaft. (APA)

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