Auto-Designschmiede Pininfarina wird jetzt verkauft

1. Jänner 2009, 17:42
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Mailand - Die Krise in der Autobranche hat auch in Italien ihr erstes Opfer gefordert. Der Autodesigner Pininfarina wird verkauft. Die Gründerfamilie Pininfarina, die bisher die absolute Mehrheit an dem börsennotierten Unternehmen kontrollierte, muss 50,6 Prozent ihrer Anteile abgeben. Dies ist die

Bedingung der Banken, um dem hochverschuldeten Konzern weitere Kredite zu geben.Nach dem tödlichen Unfall von Unternehmenschef Andrea Pininfarina im vorigen August haben sich seine Geschwister bemüht, neue Darlehen von den Banken zu erhalten. Nun hat das von der Bank-Austria-Mutter UniCredit und Banca Intesa geführte Konsortium zugesagt, die Schulden von 600 Mio. Euro neu zu verhandeln. Voraussetzung ist aber, dass die Unternehmerfamilie 50,6 Prozent ihrer Anteile verkauft. Als potenzielle Käufer werden der französische Finanzier Vincent Bolloré sowie der indische Unternehmer Ratan Tata genannt. Die beiden haben vor gut einem Jahr eine Vereinbarung mit Pininfarina für den Bau eines neuen Elektro-Autos getroffen.

Das 1930 in Turin gegründete Unternehmen hat mit seinen Maserati-, Ferrari- und Alfa Romeo-Modellen Geschichte geschrieben. Pininfarina hat im ersten Halbjahr 2008 den Umsatz im Jahresvergleich um ein Drittel auf 345 Mio. Euro zurückgefahren und einen konsolidierten Nettoverlust von 14 Mio. Euro ausgewiesen. (tkb, DER STANDARD, Printausgabe, 2.1.2009)

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