US-Rezession macht Sparschwein zum Verkaufsschlager

1. Jänner 2009, 16:34
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Im November sparten die Amerikaner 2,8 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, in Deutschland lag die Sparquote im September bereits bei 11,4 Prozent

Washington - Die US-Wirtschaft liegt darnieder, doch ein Artikel erlebt einen echten Aufschwung: das Sparschwein. Natürlich, denn die Leute wollten schließlich unbedingt ihr Geld zusammenhalten, sagt Erin Mara von Homebody, einem Geschenkartikelladen in der Hauptstadt Washington. Das Geldschwein als Symbol für Sparsamkeit dränge sich heutzutage eben geradezu auf als Geschenk. "Das ist ein echter Trend."

Das bestätigt auch Laura Kellner von Kikkerland Design in New York und zeigt auf ein elegantes Chrom-Schwein für 31 Dollar. "Wir haben Spardosen wirklich sehr gut verkauft." Bei Amazon.com schnellte unterdessen die Nachfrage nach Kleintresoren in die Höhe. Eine Marke sei von Verkaufsrang 2.755 auf 260 vorgerückt.

Neben dem von Händlern konstatierten Boom für Spardosen und Safes sprechen auch die harten Zahlen für die neue Sparsamkeit der rezessionsgebeutelten Nation: Im November legten die Amerikaner im Schnitt 2,8 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante, im April waren es noch null Prozent. Und mit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes und den drastischen Verlusten an den Aktienmärkten könnte diese Sparquote noch weiter steigen. Sehr zur Sorge von Ökonomen, denn gerade eine zu große Sparsamkeit der Verbraucher ist bekanntlich Gift für die Konjunktur. Dabei denken die Experten noch mit Schrecken an die Marke von 11,2 Prozent zurück, die die US-Sparquote im Jahr 1982 nach zwei schmerzhaften Rezessionen hintereinander erreichte.

Dieses Niveau hat die Sparquote in Deutschland nach Angaben der Bundesbank mit 11,4 Prozent im September längst erreicht. Und die Tendenz ist steigend: Für das Jahr 2009 erwartet die Bundesbank rund zwölf Prozent. (APA/Reuters)

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