Gastransporte durch die Ukraine

1. Jänner 2009, 15:05
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80 Prozent der russischen Gas-Exporte nach Westeuropa fließen über die Ukraine

Moskau - Bei der Versorgung Europas mit russischem Erdgas kommt der Ukraine als Transitland eine zentrale Bedeutung zu. Rund 80 Prozent des für Westeuropa bestimmten russischen Gases fließen durch Pipelines über ukrainisches Territorium. Die ehemalige Sowjetrepublik durchziehen nach russischen Angaben fünf Pipelines, von denen zwei den Binnenmarkt Ukraine mit Gas versorgen. Die drei anderen Transitleitungen beliefern unter anderem den wichtigsten Kunden Deutschland sowie Tschechien, die Slowakei, Österreich, Polen, Ungarn und Rumänien.

Die Versorgung der EU-Länder mit russischem Gas auf dem Landweg ist ein komplizierter Prozess. Ein Teil des Gases wird in den wärmeren Monaten in riesigen unterirdischen Feldern in der Ukraine zwischengelagert. Da Russland im Winter auf Grund des höheren Inlandsverbrauchs weniger Gas in Richtung Westen pumpt, wurden die fehlenden Mengen bisher aus den ukrainischen Gasspeichern ergänzt. Um die Ukraine als Transitland zu umgehen und Deutschland direkt zu beliefern, ist der Bau der Ostseepipeline Nord Stream geplant.

Die Ukraine verbraucht jährlich etwa 76 Milliarden Kubikmeter Gas. Ein Viertel (bis zu 20 Milliarden Kubikmeter) deckt das Land aus eigenen Vorkommen. Russland soll nach ukrainischen Regierungsangaben 2008 rund 14 Milliarden Kubikmeter aus eigenen Quellen beigesteuert haben. Der größte Anteil (über 40 Milliarden Kubikmeter) entfiel auf turkmenische Exporte, die über russisches Territorium transportiert werden. (APA/dpa)

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