Sternsinger: Wo sind die Schwarzen Kinder?

31. Dezember 2008 18:33
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    Foto: apa/andreas pessenlehner

    Schwarze Menschen dürfen bei den Sternsingern nur gemimt werden - teilnehmen können sie nicht

Bis zu den Sternsingern hat sich "Yes we can" noch nicht durchgesprochen - eine fremde Feder von Simon Inou

Am 30. Dezember 2008 waren die Sternsinger bei Bundespräsident Heinz Fischer. Darunter ein weißes Kind mit einem schwarz bemalten Gesicht. Und das in Zeiten von "Yes we can"?

***

Alljährlich gehen am 6. Jänner, dem Tag der Heiligen Drei Könige, Tausende Kinder in Österreich als Caspar, Melchior und Balthasar von Tür zu Tür, verkünden die Geburt Christi, wünschen Glück und Segen für das neue Jahr und sammeln Spenden für bedürftige Menschen.

Die kleinen Könige - verkleidet, wie wir uns heute die drei Heiligen vorstellen - wünschen nicht nur Frieden, sondern singen auch als Botschafter der Nächstenliebe für "Arme in der Dritten Welt" wie die Veranstalter selbst formulieren.

In unseren Häusern sind sie immer willkommen. Auf unsere Türen schreiben sie mit geweihter Kreide "20 C+M+B 06". Es bedeutet "Christus Mansionem Benedicat" ("Christus segne dieses Haus"). Nur selten kommt es vor, dass jemand gar nichts geben möchte.

Geld für den Süden

Das Geld, das gesammelt wird, unterstützt auch Menschen in den Ländern des Südens. Einige Projekte werden gefördert, Leben werden gerettet, Hoffnung wird gegeben. Durch diese Projekte lernen diejenigen, die im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit engagiert sind und die aus Österreich kommen, andere Gesichter, andere Kulturen und andere Menschen kennen. Das macht Freude. Die Welt globalisiert sich.

Doch langsam: Es ist leicht zu sehen, dass der Heilige Caspar hierzulande ein "schwarzes" Gesicht und "weiße" Hände hat, um die Rolle eines "Schwarzen" zu spielen. So wie in manchen amerikanischen Filmen weiße Schauspieler mit Schuhcreme im Gesicht Schwarze mimten. Heute würde Letzteres als politisch und religiös unkorrekt bezeichnet werden. Die Veranstalter sehen das offensichtlich anders - und tun so, als ob es keine schwarzen Kinder in der Katholischen Kirche gäbe.

Symbol gegen Rassismus

Vor vielen Jahrhunderten versinnbildlichten die drei Könige die drei damals bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika. Wäre es nicht empfehlenswert, wenn unsere Sternsinger heute auch als Zeichen des Respekts und Partizipation gelten würden? Oder werden weiße Kinder die Rolle der Schwarzen immer wieder spielen - und dadurch Vorurteile bekräftigen?

Vielleicht könnten afrikanische Kinder das schwarz angemalte Gesicht in der Gruppe ersetzen. Vielleicht wird auch ein Kind aus Asien Balthasar sein. Wir sollten nicht nur von der Globalisierung sprechen, wir sollten sie auch leben - in all ihrer Vielfalt. Übrigens: Am 20. Jänner wird Barack Obama als Präsident der USA angelobt. Auch wir können unsere Gesellschaft offener gestalten, wenn wir es nur wollen. Yes we can. (derStandard.at, 31.12.2008)

 

 

Zur Person

Simon Inou ist Redaktonsleiter von Afrikanet.info

  • Burn out-Falle

    Ausgebrannt [34]

    Die totale Erschöpfung: Niemand kann auf Dauer alle Aufgaben immer noch besser, noch schneller und noch gewinnbringender erledigen, ohne dabei sich selbst und/oder andere auszubeuten

  • 8.11.2011
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 148
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Nope
07.01.2009 14:45
Erhöht die Zuwanderungsquote für Sängerknaben aus dem Morgenland!

Das kann nur eine logische Konsequenz haben: Die Zuwanderungsquoten müssen entsprechend erhöht werden, um Österreich flächendeckend mit schwarzen, vorzugsweise katholischen Sängerknaben aus Afrika zu versorgen (Erfahrungen mit Sterndeuterei wünschenswert, aber nicht Voraussetzung).
Notfalls könnte man rund um den 6. Jänner auch Saisoniers einfliegen lassen.

Hr. Wolf
07.01.2009 14:09
überflüssig

Die Sternsingeraktion ist eine gute Aktion, bei der meine Kinder seit Jahren gerne mitmachen. Mit diesem Artikel irgend ein Haar in der Suppe zu suchen, ist so notwendig wie ein Loch im Knie.

Beiddenker
07.01.2009 12:35
Lieber stand art.at - Spätestens mit diesem Artikel habt ...

... Ihr das Bild-Niveau nicht nur erreicht, sondern sogar unterboten.

marty fink
07.01.2009 12:25
Bei mir zuhause

waren
2 schwarze Kinder und ein weisses,
samma jetzt zufrieden?

Nope
07.01.2009 14:34

war eines von den schwarzen gelb angemalt?

Zitteraal
07.01.2009 00:15
Peinlicher Nonsens

Wo bitte sollen die Pfarren, die ohnehin nicht gerade unter Massenandrang leiden, auf einmal für alle Sternsinger-Gruppen schwarze Kinder hernehmen? Froh wären sie sicher, wenn das ginge. Aber leider ist die Auswahl nicht da. Das Ganze jetzt noch mit Obama zu verknüpfen ist peinlich-ignorante Effekthascherei.

baeuerl
06.01.2009 18:47
Auch der Nikolaus sollte ein Mann sein und einen echten Bart haben.

Ernesto Chavez
07.01.2009 09:57
Und Jesus bei den Passionsspielen sollte

ein echter Jude sein und echte Birkenstock tragen...

Cuchullain
06.01.2009 19:24
""20 C+M+B 06". Es bedeutet "Christus Mansionem Benedicat" ("Christus segne dieses Haus")."

Mies recherchiert, siehe weiter unten!

Ernesto Chavez
07.01.2009 09:58
20 C+M+B 06

aber was hat das alles mt dem 20. Juni zu tun?

lapinlahden linnut
07.01.2009 09:43
cmb

und ich dachte immer es stünde für claus maria brandauer...

Cuchullain
06.01.2009 19:15
"Alljährlich gehen am 6. Jänner, dem Tag der Heiligen Drei Könige, Tausende Kinder in Österreich als Caspar, Melchior und Balthasar ..."

Diese Geschichte der "hl. 3 Könige" ist ohnedies nur katholisch-patriarchalischer Unsinn:
Das Fest geht auf die keltische Tradition der 3 Bethen zurück: Ambeth, Wilbeth und Borbeth, christianisierte Nothelferinnen Katharina, Margarete und Barbara=K+M+B!

Beiddenker
07.01.2009 12:51
*LOL* - Geh, verzupfen Sie sich auf diestandart.at ...

...

Cuchullain
07.01.2009 13:53
... diestandart.at (!)

Pater Willi?

Chien de Pique
07.01.2009 00:47
Gegen das, was Sie offenbar so glauben, erstrahlen

die abstrusesten katholischen Lehren im gleißenden Lichte der reinsten Vernunft.

Cuchullain
07.01.2009 13:54
:-)

Threonin
06.01.2009 16:14

Da kennt sich einer aus in der Weltkirche und in den Gemeinden hier in Österreich...

Kapitalismus Luege
06.01.2009 14:36
@wo sind die schwarzen Kinder

vermutlich in Afrika

trost & rat
06.01.2009 14:27
Net bös sein, aber die Frage ist schlicht und einfach Unsinn.

In den meisten Gemeinden gibt es nicht einmal afrikanische Kinder und wenn, dann sind die nur sehr selten bereit, bei einer Aktion der Katholischen Jungschar mitzutun.

Wie in christlichen Gemeinden Weltkirche gelebt wird, könnte durchaus beispielhaft für eine Gesellschaft sein, die für Entwicklungsarbeit in afrikanischen Ländern tatsächlich nicht viel mehr übrig hat als ein paar Euro.

Kritik ist sicherlich wichtig, doch sollte man darauf achten, dass sie auh dort ankommt, wo sie treffen soll.

ueberleser
 
06.01.2009 13:32
ein schwarzes kind,

das einen schwarzen darstellt muss, das ist höchstens eine zwischenstufe in der entwicklung hin zur gleichberechtigung. in wirklichkeit aber auch wieder sehr bedenklich.

die wirkliche gleichberechtigung beginnt dort, wo jede beliebige hautfarbe jede andere beliebige hautfarbe darstellen darf, also von mir aus ein schwarzer einen weißen, oder asiaten schwarze, oder weiß der teufel wer wen ...

Eva Meyer
06.01.2009 09:15
dieser Inou hat sie doch nicht mehr alle

stargard03
06.01.2009 15:28

Ganz meine Meinung ... wo es keine Probleme gibt, müssen sie eben konstruiert werden.

St. Germain
06.01.2009 08:44
auf den


schwarzen sternsinger sollte man komplett verzichten, zwei könige sind genug.

Charles Duchemin
06.01.2009 00:37
Erst heute habe ich in einem NÖ Lokalblatt einen Sternsinger

mit "schwarzer" Hautfarbe gesehen.
Vielleicht nicht schwarz genug für Hrn. Inou, aber definitiv nicht weiß.

Jerry Fletcher
06.01.2009 00:10
mir wäre lieber,

das gesammelte geld würde in österreich bleiben und für österreicher verwendet werden.

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