Nobelpreisträgerin: DNA-Daten werden überschätzt

2. Jänner 2009, 15:22
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Christiane Nüsslein-Volhard: "Biologen haben verlernt, die Natur genau zu beobachten und daraus richtige Schlüsse zu ziehen."

Hamburg - Die Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard (66) hält wenig von den Träumen ihrer Kollegen, den Menschen genetisch verbessern zu wollen. Solche Visionen "werden sich nicht umsetzen lassen", prophezeite Nüsslein-Volhard im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Anders als Charles Darwin, der vor 150 Jahren die Evolutionstheorie entwarf, hätten heutige Biologen verlernt, die Natur genau zu beobachten und daraus richtige Schlüsse zu ziehen. "Viele moderne Biologen glauben zu sehr an DNA-Daten", kritisierte sie. "Da werden Sequenzen über Sequenzen gesammelt, und am Ende hat niemand mehr die Zeit, sich das alles anzugucken und mit Experimenten zu überprüfen."

"Die Natur ist wahnsinnig gut"

Die Tübinger Entwicklungsbiologin glaubt nicht, dass Genforscher wie Craig Venter jemals gelingen werde, einen lebensfähigen Mikroorganismus zusammenzubasteln. "Das wird keinen Erfolg haben. Die Natur ist wahnsinnig gut. So raffiniert, dass wir sie bis heute nicht vollständig verstanden haben." (APA/reddpa)

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Die Zeit: Evolution findet statt

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