Dönmez: "Will Staatssekretär für Integration werden"

30. Dezember 2008, 16:31
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Der umstrittene grüne Bundesrat Efgani Dönmez reagiert auf die Kritik seiner Parteikollegen gelassen

Linz/Wien - In der Freitag erscheinenden Ausgabe des Monatsmagazins DATUM äußert sich der grüne Bundesrat Efgani Dönmez erstmals umfangreich zu der Kritik, die ihm seit einem Mitte des Monats erschienenen STANDARD-Interview von Seiten zahlreicher Funktionäre entgegen schlägt. Nachdem Dönmez darin seine Meinung zum Umgang mit Asylwerbern kundgetan hatte ("Denen, die Mist bauen, müssen wir auf die Finger klopfen und sie in kürzester Zeit
ausweisen") hatte es harsche Kritik von zahlreichen Parteikollegen gehagelt.

In DATUM sagt Dönmez, "dass die parteiinternen Reaktionen im Gegensatz zu jenen, die öffentlich diskutiert worden seien, sehr differenziert ausgefallen sind: Ich habe auch viel Zuspruch erfahren - mit dem einhelligen Tenor, dass endlich einmal jemand in der Partei unangenehme Wahrheiten ausspricht. Was mich stört, ist, dass über den Stil und die Form meiner Aussagen diskutiert wird, nicht aber über die Inhalte."

Die grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun hatte Dönmez' Aussagen in einem offenen Brief "rechte Sprüche und einen Skandal" genannt, Volksanwältin Terezija Stoisits gemeint, dass Dönmez "sich mit den Fragen Asyl, Bleiberecht und Migration anscheinend nicht beschäftigt, dass er die Dinge so durcheinanderbringt."

Zu viele Härten gegen Integrationswillige

Eine Kritik, die Dönmez in DATUM nicht unwidersprochen lässt: „Ich weiß genau, was ich werden will: Staatssekretär für Integration, Migration und Asylwesen. Dann wäre endlich Schluss mit dem dauernden Auseinanderdividieren der Gesellschaft in Österreicher und Ausländer, in brave Arbeiter und faule Arbeiter und so weiter.

In Österreich ist es in Sachen Integrationspolitik doch so: Es gibt zwei Richtungen. Die eine sieht so aus, dass es zahllose unnnötige, unfaire und unsinnige Härten für integrationswillige Asylwerber und Migranten gibt, die ihnen das Leben erschweren, vor allem am Arbeitsmarkt. Die zweite, und das gibt es leider auch, sieht so aus, dass es nicht wenige Ausländer gibt, die mit kriminellen Absichten nach Österreich kommen - dabei rede ich nicht vom armen Asylwerber, der im Supermarkt eine Zahnbürste stiehlt, sondern von Leuten, die mit Drogen handeln oder organisierte Kriminalität betreiben."

Auch gegen Stoisits' Kritik, dass manche seiner Aussagen „klar sexistisch" seien, wehrt sich Dönmez: "Wie man in meine Aussagen Sexismus hineininterpretieren kann, verstehe ich bis heute nicht. Ich habe gesagt, dass es bei den Grünen eben nicht als Qualifikation reicht, Brüste zu haben. Das ist doch ein Kompliment! In meiner Partei arbeiten unzählige tolle Frauen, die teilweise einer massiven Doppelbelastung durch ihr Engagement in der Politik ausgesetzt sind. Vor denen habe ich großen Respekt." (red)

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