Opel-Mutter GM tankt mit Geld auf

1. Jänner 2009, 17:25
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Die US-Regierung unterstützt GM und dessen einstige Finanzierungstochter GMAC mit insgesamt sechs Milliarden Dollar, Chrysler verhandelt noch

Detroit - Der krisengeschüttelte Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat noch kurz vor dem Jahresende eine erste lebenswichtige Kredittranche aus dem milliardenschweren Rettungspaket der Regierung erhalten.

Sein Konkurrent Chrysler steht dagegen noch in Verhandlungen mit dem Finanzministerium. Die Regierung habe den ersten vier Milliarden Dollar (2,86 Mrd. Euro) schweren Kredit an GM bereits ausgezahlt, teilte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Mittwoch mit. Bei Chrysler stehe man kurz vor dem Abschluss der Transaktion, sagte Ministeriumssprecherin Brookly McLaughlin. Man arbeite auf Hochtouren, um die Transaktion abzuschließen.

Die frühere Daimler-Tochter Chrysler wollte zunächst ebenfalls vier Milliarden Dollar in Anspruch nehmen. Weitere zwei Milliarden Dollar sagte Chrysler-Eigentümer Cerberus zu.

Grabenkämpfe beendet

Nach wochenlangen Grabenkämpfen im Kongress hatte die US-Regierung vor knapp zwei Wochen den angeschlagenen Autobauern im Alleingang einen Rettungsring zugeworfen. Präsident George W. Bush stellte den Autoriesen GM, Ford und Chrysler bis zu 17,4 Milliarden Dollar aus dem Rettungstopf für die Finanzbranche zur Verfügung. GM erhält der Regierung zufolge für Dezember und Januar 9,4 Milliarden Dollar und für Februar weitere vier Milliarden Dollar. Die Opel-Mutter versprach dafür eine Beschleunigung ihrer langfristigen Sanierung. Ford will seinen Umbau zunächst ohne Staatshilfe vorantreiben und 14 Milliarden Dollar in umweltfreundliche und sparsamere Technologien investieren. Über seine Finanzsparte GMAC bekommt GM weitere milliardenschwere Hilfen von der US-Regierung.

Die seit Jahren mit veralteten Technologien in der Krise herumkurvenden US-Autobauer müssen die Überbrückungskredite bis Ende Dezember 2011 zu einem Mindestzinssatz von fünf Prozent zurückzahlen. Falls sich die Firmen trotz der Hilfen bis Ende März als nicht überlebensfähig erweisen, behält sich der Staat die Rücknahme der Gelder vor. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 2.1.2009)

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