Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Rudolf Kippenhahn: "Eins, zwei, drei … unendlich. Eine Reise an die Grenzen der Mathematik"
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten mit 65 Abbildungen, € 18,50, Piper 2007.
Eine alte rätselhafte Flasche ist in Rudolf Kippenhahns Buch "Eins, zwei, drei... unendlich" der Ausgangspunkt für die Reise in die Welt des Unendlichen. Nach einer verlorenen Schachpartie gegen den Computer entdeckt der Neffe des Autors ein Fläschchen Haarwasser auf dem Fensterbrett. Auf dem Etikett ist ein Zwerg mit Zipfelmütze, der wieder auf das gleiche Fläschchen mit dem gleichen Etikett blickt. Der nächste Zwerg blickt wieder auf die Flasche, auf der der übernächste Zwerg den gleichen Ausblick vor sich hat. Eine unendliche Geschichte.
Und schon ist das Interesse des Jungen, geschätzte dreizehn Jahre alt, geweckt und Opa Kippenhahn nimmt ihn in die Welt der unendlichen Räume und unendlich großen Zahlen mit. Um die Sache etwas zu vereinfachen, folgt gleich zu Beginn eine Einführung in die Darstellungsweise der großen Zahlen in der Mathematik. Zwei historische Beispiele führen aus, wie mit immens großen Zahlen ganz einfach gerechnet werden kann. Eines berichtet davon, wie ein indischer König glaubt billig davon gekommen zu sein, als ein weiser Mann von ihm folgende Belohnung verlangt: "Leg auf einem Schachbrett auf das erste Feld ein Weizenkorn, auf das zweite bitte zwei, auf das dritte doppelt so viele, also vier. Gib mir dann für jedes Feld doppelt so viele Körner wie für das Feld davor und das bis zum 64. Feld." Der König konnte die Forderung des Weisen mit der gesamten Menge seiner Vorräte nicht erfüllen, hätte er doch 439 Milliarden Tonnen Weizen, das 900fache der jährlichen Weizenproduktion der Erde hergeben müssen.
Weitere Beispiele zeigen den Neffen Alex, der mit seiner andauernden Fragerei manchmal ganz schön nervig werden kann, wie Mathematiker mit ihren Formeln und Regeln das Unendliche im Griff haben. Eine Tour oder Tortur durch die Algebra der Unterstufe. Natürliche Zahlen, Mengen, Teilmengen, Brüche und deren Häufigkeit münden in "Unendliche Verrücktheiten", dem vierten Kapitel des Buches. Dort wartet das "verrückte Hotel" mit unendlich vielen Zimmern, das vollbesetzt ist und doch keinen Gast abweisen muss. Dann lernt man das Widernatürliche an den natürlichen Zahlen kennen und quält sich durch Brüche über Brüche, bis noch Unendlicheres als Unendlich wartet und wundert sich schließlich, warum Achilles die Schildkröte eigentlich nicht einholen dürfte.
Perspektivenwechsel
Zur Mitte des Buches wechselt die Perspektive, man lässt die Algebra hinter sich und erhält einen Blick auf die Unendlichkeit der Geometrie. Erfährt, warum man Dreiecke benötigt, um Kreise zu berechnen, und was das Unendliche dazu beträgt. Kleine Episoden über Genies und andere Ungewöhnlichkeiten lockern das Ganze auf, bevor wir das Unendliche sehen und merken, dass unser Gehirn nur Informationen von einem Abbild der Realität erhält.
Schließlich gelangen wir über das Reich der Dimensionen ins unendlich Kleine in der Natur und dessen Gegenstück, die unendlichen Weiten des Weltalls. Die letzten beiden Kapitel sind ungefähr so umfangreich wie hier beschrieben. Rudolf Kippenhahn stellt in seinem Buch, wie auch am Untertitel erkennbar, den mathematischen Aspekt der Unendlichkeit in den Vordergrund. Die Art und Weise, wie er sie vermittelt, obwohl der Autor im Vorwort dies nicht als seine Intention erwähnt, genügt doch eher einem Kinder- oder Jugendbuch. Obwohl die Heisenberg'sche Unschärferelation auch in diesem Stil noch sehr hohe Denkanforderungen stellt. (lesa)
Menschen jüdischer Herkunft und Abstammung haben zur Hochblüte des Fin de Siècle geführt und es maßgeblich mitgeprägt
Low-Budget-Produktion "Beasts of the Southern Wild" triumphiert über millionenschwere Hollywood-Produktionen
Ausstellung zu prähistorischer Forschung mit ideologischer Einfärbung - Katalog nun erschienen
Aktenmaterial vom Österreichischen Versöhnungsfonds stand zur Verfügung
Kein rundum neuer Marx, aber einer, dessen Leben und Werk präziser dargestellt wird als zuvor: Jonathan Sperbers brillante Biografie
Richard von Schirach hat ein packendes Wissenschaftsdrama über die Entstehung der "Uranbombe" verfasst
Werke über Euthanasie, den aufrechten Gang oder die "Geschichte des Gesichts" nominiert
Dokumente offenbaren moderne bürokratische Verwaltung hinter der Massenvernichtung von Menschenleben
Forscherin Elisabeth Zingerle arbeitet Nuntiatur des Girolamo Portia auf
Historikerin Brigitte Entner präsentiert neue Forschungsergebnisse
Neurowissenschafter V. S. Ramachandran hat ein erstaunliches Buch über die Wunder des Gehirns geschrieben
Sigmund Freud war der prominenteste Forscher, der 1938 aus Wien fliehen musste. Doch was passierte mit seinem Eigentum? Und was mit seiner Lehre?
Einstein als Comic-Held, außergewöhnliche Biografien und SF-Krimis von Peter F. Hamilton, Hannu Rajaniemi und Barbara Slawig
"Was ist falsch am falschen Rembrandt?": Materialforscher eröffnen völlig neue Blickwinkel auf Kunstwerke
Weitere Buchtipps aus dem Bereich Wissenschaft auf dieStandard.at
Die Reise zum Erdtrabanten als Massenerlebnis - ein mediales Phänomen
Heinz Oberhummer, Astrophysiker und Wissenschaftskabarettist, ist ohne großen Zahlenhokuspokus den Geheimnissen des Universums auf der Spur
Mathematik, um die Welt auszuleuchten: Rudolf Taschner unternimmt wieder einen seiner Spaziergänge durch die Kulturgeschichte
Der Mathematiker widmet sich der Erläuterung von durch und durch immateriellen, aber grundlegenden Themen: Zahl, Zeit und Zufall
Die Wahrscheinlichkeits- Rechnung ist nicht allein trockene Mathematik: Ellen und Michael Kaplans "Eins zu Tausend" zeigt die bunteren Seiten der Statistik
Rabenschwarz und ellenlang: US-Historiker Robert Proctor bringt das Sündenregister der Tabakindustrie auf den jüngsten Stand
Sterben, Tod und Leichen: Kriminalfälle aus dem Blickwinkel der Pathologie - Hans Bankls 40-jährige Berufserfahrung mit mehr als 30.000 Obduktionen und einer Menge (un-)gelöster Kriminalrätsel
Konrad Paul Liessmann zieht in seinem neuen Buch Grenzen: Für den Philosophen ist das eine gerade in Systemkrisen unabdingbare Tätigkeit
Mit seiner zehnbändigen Taschenbucheinführung in die Philosophie hat Konrad Paul Liessmann erneut ein Beispiel populärer Vermittlung ediert
Wolfgang Sofsky, Spezialist für die dunklen Seiten des Menschen, erweitert seine schwarze Anthropologie um eine Kritik der Laster
Am 25. Juni 1984 starb der französische Philosoph und Historiker Michel Foucault an Aids - der Historiker Paul Veyne erinnert sich an seinen langjährigen Weggefährten
Die Schleife als Leitmotiv: Ein neues Mega-Werk von Douglas Hofstadter erscheint auf Deutsch
Der Engländer Gavin Pretor-Pinney hat eine hübsch versponnene Universalgeschichte der Wellen geschrieben
Wissenschaftsjournalist Philip Ball demonstriert an Hand von zehn bahnbrechenden Entdeckungen die Schönheit der Chemie
eine stahlkugel von der grösse der erde vor, und eine fliege, die einmal in 10000000 jahren auf dieser kugel landet. wenn durch die reibung zwischen fliege und stahl die gesamte kugel aufgelöst ist hat die unendlichkeit noch nicht einmal begonnen.
Noch ein Beispiel: Annahmen der Art, dass Licht-Photonen nicht verfallen, also ewig bestehen. Solche Annahmen fallen vllt. in einen Graubereich der Wissenschaft, da sie (noch?) nicht experimentell bestätigt werden können (man noch keine Halbwertszeit o.ä. für Photonen kennt), man deshalb mit unbestätigten Annahmen arbeitet um dennoch weiter zu kommen. Auf solchen Annahmen bauen mehr oder weniger indirekt auch so manche bestätigte Theorien auf.
In einer "reinen" Wissenschaft kämen keine derartigen offenen Annahmen mehr vor. So ein reiner Zustand, falls sinnvoll möglich, hätte den Vorteil der totalen Konsistenz, aber den Nachteil, dass weniger bzw. kein Entwicklungspotential besteht.
In der Hoffnung mich verständlich ausgedrückt zu haben...
Wie wär's mit der Annahme, dass unsere physikalischen Gesetze "überall", im "ganzen" Universum gelten? Würde man deren Gültigkeit auf einen bestimmten Raum beschränken, welcher wäre das, wenn (solange?) man keine Grenze des Universums kennt? Und, wenn man von der Annahme ausginge, dass das Universum ein begrenzter Raum wäre, welche Auswirkungen hätte das auf die Theoriebildung? Stichwort offene/geschlossene Strukturen.
(Es geht also um die Art der Annahmen. Dort steckt der Glaubesaspekt drinn, nicht bzw. nur indirekt in den empirischen Ergebnissen.)
"wenn man von der Annahme ausginge, dass das Universum ein begrenzter Raum wäre, welche Auswirkungen hätte das auf die Theoriebildung?"
Das lässt sich relativ leicht beantworten: Es wäre ein Rückfall in mittelalterliche Kosmologie.
Außerdem wäre es einewidersprüchliche Theorie, denn was wäre außerhalb dieser Grenzen? Kein Raum?
Oder verwechseln Sie "begrenzt" und "endlich"?
Ähnlich wie sie auch den Anspruch der Naturwisssenschaften mit metaphysischer Gewissheit zu verwechseln scheinen, die dabei gar nicht intendiert sind, und ihm versuchsweise phantastische Spekulationen entgegensetzen, die durch keinerlei Beobachtungen gestützt werden. Nicht die Naturwissenschaften, sondern Sie denken naiv, weshalb Ihnen alles naiv erscheint
was hat die annahme, das unsere physikalischen gesetze im gesmten universum gelten, damit zu tun das es unendlich sein muss?
es gibt etliche theorien die besagen, das es endlich ist.
wieso sollten gerade unsere phsykalischen gesetze anders sein als sonstwo?
Nu ja, für nicht-konstruktivistische Mathematiker wäre ja neben Nachfolgerbildung auch z.B. Grenzwertbildung eine zulässige Operation. Also etwa: 1,2,3, ... , unendlich, unendlich+1, unendlich+2, ... , 2*unendlich, ... meinetwegen bis zu einem schliesslich doch wieder gewaehlten Ende dieses erweiterten Prozesses.
Meiner Meinung nach ist die Herausforderung, die Möglichkeiten von Rechenregeln und Klassifikationen verschiedener Unendlichkeiten (Anzahlen, oder Reihenfolgen, wie oben) herauszufinden interessanter, als deren Existenz metamathematisch von vornherein beiseite zu legen - ist im Grunde aber mehr eine "Glaubens"-Frage (mit dazugehörigen Glaubenskriegen).
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.