Verschiebungen im menschengemachten Artensterben

3. Jänner 2009, 11:45
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Buckelwalen und Afrikanischen Elefanten geht es dank Schutzmaßnahmen wieder besser - Menschenaffen bleiben Sorgenkinder der Tierschützer

WFrankfurt/Main - Das "größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurierer" geht nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF weiter. Das Massensterben im Tier- und Pflanzenreich dauere mit "unverminderter Härte und gnadenloser Schnelligkeit" an, erklärte der WWF-Artenschutzexperte Volker Homes am Montag in Frankfurt am Main. Für manche Arten gebe es aber auch Anlass zur Hoffnung.

Sorgenkinder ...

Menschenaffen könnten bald für immer aus ihren natürlichen Lebensräumen verschwunden sein, warnt der WWF. Die Bestände von Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans seien mindestens "stark gefährdet". Vom Aussterben bedroht ist auch der Iberische Luchs: In der spanischen Sierra Moreno und in der Gegend um Toledo lebten nur noch 150 Tiere, erklärte die Organisation. Straßen, Bahntrassen und Gas-Pipelines hätten die Jagdreviere der Tiere zerstückelt.

Große Sorgen machen sich die Umweltschützer auch um den Roten Thunfisch: Die Bestände seien in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent eingebrochen. Zu den Verlierern des Jahres 2008 zählt der WWF zudem Frösche und andere Amphibien: weltweit sei jede dritte Amphibienart auf der Roten Liste geführt - hier kommt zu vom Menschen verursachten Problemen wie Umweltverschmutzung und Zerstörung der Lebensräume noch die Ausbreitung des tödlichen Chytridpilzes.

... und vorläufige Erfolgsgeschichten

Den Beständen der Buckelwale geht es hingegen wieder besser. Vier Jahrzehnte nach dem Ende der Jagd auf die Meeressäuger habe der weltweite Bestand erstmals "ein halbwegs stabiles Maß" angenommen, erklärte die Organisation. Auch beim Afrikanischen Elefanten steigen die Populationen in Süd- und Ostafrika. Allerdings gebe es in Zentralafrika eine Zunahme der Wilderei, mahnte der WWF. (APA/red)

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    Auch unsere sympathischen Vettern, die Bonobos, sind bedroht.

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