US-Börsen bauen Kursgewinne weiter aus

2. Jänner 2009, 19:16
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Autobranche am ersten Handelstag des Jahres im Fokus

New York - Die New Yorker Aktienbörse hat am Freitag im Verlauf mit festeren Kursen tendiert. Bis 19.05 Uhr MEZ stieg der Dow Jones Industrial Index 162,49 Zähler oder 1,85 Prozent auf 8.938,88 Einheiten. Der S&P-500 Index gewann 17,46 Punkte oder 1,93 Prozent auf 920,71 Zähler. Der Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 34,39 Zähler (minus 2,18 Prozent) auf 1.611,42 Einheiten.

Unter den an der New York Stock Exchange gelisteten Titel standen sich bisher 2.437 Gewinner und 598 Verlierer gegenüber. 61 Werte notierten unverändert. Bis zum oben genannten Zeitpunkt wurden rund 408,64 Mio. Aktien umgesetzt.

Die US-Börsen haben ihre Kursgewinne im Verlauf ausgeweitet. Händlern zufolge hofften die Anleger auf die Pläne der US-Regierung zur Stützung der Konjunktur. Die Erholung des Dow Jones von seinem Jahrestief am 20. November schüre zusätzlich die Hoffnung, dass das Schlimmste am Aktienmarkt langsam überstanden sein könnte. Am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende war das Handelsvolumen Börsianern zufolge aber insgesamt sehr gering. Konjunkturdaten belasteten die großen Indizes nur kurzzeitig. In den USA hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember stärker als erwartet eingetrübt. Im abgelaufenen Jahr hatte der Dow Jones Industrial mit einem Minus von fast 34 Prozent den größten Verlust seit dem Wirtschaftskrisenjahr 1931 verzeichnet.

Wie schon vor dem Jahreswechsel steht auch zum Auftakt 2009 die angeschlagene US-Autobranche im Fokus. General Motors (GM) hatte die ersten Notkredite der Regierung in Washington bekommen, was die Aktie erneut mit einem Kurssprung honorierte. Die Titel stiegen um 10,31 Prozent auf 3,53 US-Dollar. Vier Milliarden Dollar seien überwiesen worden, hatte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Beim Konkurrenten Chrysler stünden die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Nach wochenlangen Diskussionen hatte die US-Regierung den Autobauern vor knapp zwei Wochen 17,4 Milliarden Dollar aus dem Rettungstopf für die Finanzbranche zugesagt. Zuvor war ein Rettungspaket für die Autobauer im Kongress gescheitert. Aktien des Autobauers Ford Motor gewannen 3,49 Prozent auf 2,37 Dollar.

Viacom steigen

Aktien von Viacom stiegen um 5,67 Prozent auf 21,26 Dollar. Time Warner Cable (TWC) legten um 5,96 Prozent auf 21,32 Dollar zu. Der Medienkonzern und die Tochter seines Konkurrenten Time Warner hatten am Donnerstag in einer Streitfrage über Fernsehgebühren eine grundsätzliche Einigung erzielt. Demnach erhält Time Warner Cable gegen zusätzliche Zahlungen, zu deren Höhe beide Seiten sich nicht äußerten, weiter Zugang zu rund 15,7 Millionen Abonnenten von Fernsehkanälen wie Nickelodeon und MTV. Noch am Mittwoch hatte TWC-Chef Glenn Britt die von Viacom verlangte Gebührenerhöhung von zwölf Prozent als völlig überzogen abgelehnt. Nach Meinung von Bernstein Research waren die Viacom-Sender im Vergleich zu Konkurrenzprogrammen etwa von Walt Disney oder der News Corp. zu niedrig bewertet worden.

Daneben richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger auch auf die Titel der Finanzbranche, die 2008 ebenfalls stark unter Druck geraten waren. Die Bank of America hat die Übernahme ihres Konkurrenten Merrill Lynch abgeschlossen, wodurch der größte US-Finanzdienstleister entstanden ist. Die Aktien verloren leicht um 0,30 Prozent auf 14,038 Dollar. Die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo ist ebenfalls in trockenen Tüchern. Aktien von Wells Fargo verloren 1,53 Prozent auf 29,03 Dollar.

Die Papiere der Citigroup legten um 3,87 Prozent auf 6,97 Dollar zu. Citigroup-Chef Vikram Pandit muss auf die üblichen Millionen-Prämien verzichten. Die massive Einschränkung von Bonus-Zahlungen, die in den vergangenen Jahren einen Löwenanteil der Vergütung von Top-Managern der US-Finanzbranche ausmachten, ist eine Bedingung für die Hilfen des amerikanischen Staates. (APA)

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