Kim für atomare Abrüstung

23. Jänner 2009, 22:22
posten

Treffen mit chinesischen Vertretern

Peking - Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il will sein Land nun offenbar doch atomarisch abrüsten. Er setze sich für eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen ein und wolle die Sechs-Länder-Verhandlungen "ohne Unterbrechung" vorantreiben, sagte Kim in Pjöngjang bei einem Treffen mit einem Vertreter Chinas, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Einen Verzicht auf Kernwaffen hatte das Land noch am Wochenende erneut abgelehnt.

Xinhua zitierte Kim mit den Worten: "Die Demokratische Volksrepublik Koreas sieht sich zu einer atomaren Abrüstung der koreanischen Halbinsel verpflichtet und hofft mit allen Seiten in Frieden zusammenzuleben." Das Land wolle nicht, dass es zu Spannungen komme und wolle deshalb die Sechs-Länder-Gespräche mit China, Südkorea, Japan, Russland und den USA voranbringen. Den Angaben zufolge äußerte sich Kim während eines Treffens mit einem ranghohen Mitglied der Kommunistischen Partei (KP) Chinas. Es war demnach das erste Treffen mit einem ausländischen Gast seit einem mutmaßlichen Hirnschlag im August.

Beobachter gingen davon aus, dass Kim sich kurz nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama zu Wort meldete, um seiner Hoffnung auf ein neues Kapitel in den Sechs-Länder-Gesprächen Ausdruck zu verleihen. Sie waren in den letzten Monaten der Amtszeit von George W. Bush wegen eines Streits über die Überprüfung der Abrüstung ins Stocken geraten. Nordkorea, Südkorea, China, Japan, Russland und die USA hatten 2007 vereinbart, dass das nordkoreanische Atomprogramm stufenweise beendet wird. Als Gegenleistung sollte Pjöngjang unter anderem Heizöllieferungen erhalten.

Kim Jong Il ist seit Monaten von der Bildfläche verschwunden. Er soll im August einen Schlaganfall erlitten haben. Anfang September nahm er nicht an den Feiern zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Nordkoreas teil, Ende Oktober fehlte er beim Begräbnis eines ranghohen Parteifreundes. Nordkorea weist die Spekulationen um den Gesundheitszustand des 66-Jährigen stets als Propaganda zurück und veröffentlicht immer wieder undatierte Aufnahmen, die das Wohlbefinden des kommunistischen Machthabers belegen sollen. (APA)

Share if you care.