Der Mond als Motor der Konjunktur

1. Jänner 2009, 15:18
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Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt: "Alle Techniken stehen bereit"

Frankfurt/Main - Forschung und Wirtschaft in trauter Eintracht: Mit einer eigenen Mondmission will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nicht nur wissenschaftliche Ziele erreichen, sondern auch die Konjunkturkrise bekämpfen. Der Flug einer deutschen Sonde zum Erdtrabanten würde 350 Millionen Euro kosten und hochqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland sichern, sagte DLR-Präsident Johann-Dietrich Wörner.

Bisher ist im deutschen Bundeshaushalt allerdings kein Geld für eine Mond-Mission vorgesehen. Er hoffe aber, im kommenden Jahr politisch etwas in Berlin bewegen zu können, sagte Wörner. Technisch könnte die unbemannte Forschungssonde bereits in drei Jahren in eine Mond-Umlaufbahn geschossen werden. "Alle Techniken stehen bereit", sagte der DLR-Chef. "Solche Investitionen in Forschung sind das beste Konjunkturprogramm. Damit sichert man kurzfristig Arbeitsplätze und langfristig unseren Wohlstand."

LEO

Den Plänen zufolge soll der Lunare Explorations-Orbiter (LEO) mit einer europäischen Ariane- oder der russischen Sojus-Rakete in den Weltraum geschossen werden und mit Hilfe einer Oberstufe zum Erdtrabanten fliegen. Dort schwenkt er auf eine Umlaufbahn ein, von wo aus hochauflösende Kameras die Oberfläche des Mondes mit bisher nie dagewesener Genauigkeit fotografieren und kartieren könnten.

Vier Jahrzehnte nach den ersten Schritten eines Menschen auf dem Mond ist derzeit ein regelrechter Wettlauf zu dem Trabanten in Gang gekommen. Japan, China und Indien haben Sonden zum Mond geschickt. Die USA wollen bis 2020 sogar wieder Astronauten dorthin bringen. Das DLR macht sich für eine eigenständige deutsche Mission stark, um technische Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.

Die europäische Seite

Hintze sagte, ein deutsches Mond-Programm sei auch ein wichtiger Beitrag für die transatlantische Partnerschaft mit den USA. Zudem würde ein Ausbau der deutschen Führungsrolle auch den kleineren Staaten innerhalb der europäischen Weltraumorganisation ESA Mut machen, sich mit ihren Technologien einzubringen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist bereits heute der größte Beitragszahler der ESA: Der Ende November beschlossene Etat bis 2011 sieht vor, dass Deutschland mit 2,7 Milliarden Euro gut ein Viertel der Finanzierung trägt, wie der "Tagesspiegel" schrieb. Pläne für den Flug einer deutschen Sonde zum Mond im Jahr 2012 waren im Sommer wegen der Finanzkrise auf Eis gelegt worden. (APA/AP)

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    Per aspera ad astra - das gilt erst recht in Zeiten der Wirtschaftskrise

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