Klone des Liberalismus

28. Dezember 2008, 18:34

Wenn sich Sinn als Ordoliberaler bezeichnet, so meint er damit eine Spielart des Liberalismus, die sich als Gegenstück zum Laisser-faire-Prinzip entwickelte.

Der Staat definiert dabei Spielregeln und greift zur Einhaltung dieser in die Wirtschaft ein. Ein wichtiges Motiv für diese Denkschule ist die Verhinderung von Monopolen, die der freie Markt nach sich zieht. Etwas verworrener ist die Definition des Neoliberalismus, der als Überbegriff mehrerer liberaler Spielarten gilt. Er wurde in den 1930er-Jahren entwickelt und ist eine Reaktion auf zentrale Wirtschaftslenkung und Totalitarismus. Seine Säulen heißen Privateigentum, freie Preisbildung nach Angebot und Nachfrage, aber eben auch staatliche Spielregeln. Der heute populäre Begriff "neoliberal" hat somit wenig mit den Vordenkern wie August Friedrich von Hayek und Walter Eucken zu tun. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.12.2008)

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Sabine Engelmuh-Zinnerli
02
lies nach unter:

www.wertewirtschaft.org.

Tommaso Rieti
02
woiferl
 
11
31.12.2008, 07:56
soziale marktwirtschaft - freie marktwirtschaft = ordoliberalismus - neoliberalismus

wir sind wieder mal in einer "begrifflichen" difusität angelangt....
also soweit ich mich erinnern kann, hatte doch österreich stets das prinzip einer sozialen marktwirtschaft - oder hab ich da was verschlafen.... eine "freie" marktwirtschaft gab es bei uns so gar nie. und daher finde ich die heutige diskussion mehr langatmig als neu und interessant, da das alles ja schon mal war.
ich bin in den 70iger jahren aufgewachsen und da gab es die gute alte soziale marktwirtschaft mit einigermaßen guten staatlichen kontrollen - das wurde dann durch bestreben der wirtschaft immer mehr aufgeweicht und ging in rtg. einer freien marktwirtschaft. heute wollen wir wieder "ordo" statt "neo" - GUT DAS WIR ÜBER BEGRIFFE DISKUTIEREN, STATT ÜBER PROBLEME!

Flavio Maffia
51
29.12.2008, 13:01

sozialismus - kein Wettbewerb - polizeistaat
liberalismus - wettbewerb - bereicherung
nationalismus - totalitär - willkür

egal was in der moderne aufgekommen ist, es war so grau, so deillusioniert.

nirgends mehr kommt das göttliche am Menschen zum Vorschein, stets nur die anerkennung des Kompromisses mit dem negativen.

Wenn man in die antike sieht: eine reine Geldverschwendung?

heute ist alles auf das wesentliche reduziert.

Doch dafür fehlt den menschen ihr stolz, ihre identität, ihr glaube, ihre kultur, ihre freiheit.

Ich glaube, das ist das Grundproblem.

Warum gehen leute lieber auf dem Markt einkaufen wenn es in den Lebensmittelläden günstigere und qualitativ bessere Produkte gibt?
man kann das endlos fortsetzen..

Idefix der zweite
 
00

Ja, früher war alles viel besser.

Flavio Maffia
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naja kommt sicherlich wieder besser ;-)

Elisabeth Stein
00
Das "goettliche im Menschen" orientierte sich stets an der

dem jeweiligen Gott zugeschriebenen Macht das reale Leben ertraeglich zu gestalten. Daher ist Gott heute Geld.

pudelweiss
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"das Göttliche ... am Menschen " ???

Das Göttliche am menschen kam am Besten im FEUDALISMUS und im ABSOLUTISMUS zum Vorschein ---
Zumindest bei den Feudalherrn und den gottbegnadeten Monarchen !!
die konnten die weniger "Göttlichen", die sogenannten "Gemeinen" nach Belieben verrecken lassen !!

das ich nicht lache über die Nostalgie -
"das Göttliche am Menschen" ????

Flavio Maffia
00

was kann ich dafür dass sie darunter was anderes verstehen...?

das göttliche am menschen....

für mich persönlich bedeutet das, dass die Menschheit fähig ist, in Frieden zu leben...

Dieser Wunsch geht auf die völlige Selbstverwirklichung zurück...

Und sehen sie, das ist eben das Problem seit langer zeit.

gut und böse, die drei seiten einer Medaille, der mangel an vertrauen und empathie usw...

sehen sie, in diesem Punkt bin ich ein radikaler ,-)

Ich gehe davon aus, dass der Mensch dazu fähig ist.

und wir werden sehen ob dem so ist....

denn nur dafür bin ich bereit verantwortung zu übernehmen...

und sehen sie, da steckt wirklich sehr viel nostalgie dahinter...;-)

MiNeum71
00
31.12.2008, 22:03


... da dürften Ihnen die PC-Tasten durchgegangen sein; ich habe viel Phantasie, tue mich jedoch sehr schwer, die drei Begriffe "Sozialismus", "Liberalismus" und "Nationalismus" vergleichend nebeneinander zu setzen.

Flavio Maffia
00

weswegen?

handaufhalten
00
31.12.2008, 12:16

ich bin agnostiker oder besser ignostiker.

handaufhalten
00
31.12.2008, 03:04

warum verwechseln alle liberale sozialismus mit totalitarismus?

Der Ruhestifter
 
00
Tun sie doch gar nicht

Es dürfte den meisten Liberalen klar sein, dass es jedenfalls nichts-sozialistische und zugleich totalitäre Regime gibt - Iran z.B. Die umgekehrte Frage ist spannender: kann Sozialismus ohne Totalitarismus funktionieren, oder funktioniert Sozialismus notwendig so schlecht, dass das System nur in einer totalitären Ordnung stabilisiert werden kann? Aber selbst wenn man vermutet, dass Sozialismus nur im Rahmen einer totalitären Ordnung stabil sein könne, bleibt es konzeptuell etwas anderes.

handaufhalten
00

und warum funktioniert kapitalismus nur durch immerwaehrende anwendung kriegerischer handlungen? oder die frage warum wird der kapitalismus durch kriege immer wieder am leben erhalten und fortgefuehrt?

und warum vermixen sie schon wieder S mit T? wobei der S, der jemals existierte immer in gesellschaften eingefuehrt wurde, die NIE eine demokratische struktur auch nur kannten.

ich wuerde eher die frage stellen: warum wurde der K eingefuehrt, wenn der T so eine stabilitaet im S erzeugte, wie sie meinen? und warum endete bisher jede vom menschen geschaffene gesellschaftsstruktur im untergang? und warum beuten 5% der menschheit die 95 anderen % aus, nur damit ein system am leben erhalten bleibt, dass immer wieder neu gespielt werden muss?

Der Ruhestifter
 
00
Da geht aber schon einiges durcheinander

Ausgangspunkt war Ihre Metakritik des Diskurses der Liberalen, in der behauptet wurde, dass Liberale Sozialismus mit Totalitarismus verwechseln. Hingegen behaupte ich, dass Liberale analytisch zwischen Totalitarismus und Sozialismus sehr wohl unterscheiden und auf Basis dieser Unterscheidung Fragen nach möglichen Beziehungen im Kontext gesellschaftlicher Entwicklung stellen. Darauf mit "aber im Kapitalismus..." zu antworten, ist ähnlich verfehlt, wie es "aber in der UdSSR..."-Repliken auf Analysen des Kapitalismus und seiner Probleme sind.

handaufhalten
00
31.12.2008, 02:35

zeigen sie mir den lebensmittelladen oder die -kette, die guenstiger als der markt ist.

sie sind einer jener, die lieber monopole als freien wettbewerb bevorzugen. und mit wettbewerb meine ich den fuer unternehmen.

pudelweiss
00
jeder " Laden" will nur Profit maximieren --

und der Inhaber will viele Förderungen und zugleich weniger Steuern zahlen !!

Flavio Maffia
00
31.12.2008, 10:13

ich sehe den sozialismus nicht als ketzerisch an.

auch wenn ich marx als denker schätze so muss man sagen, dass seine kritik eine unvollständige war.

denn eben zb. auf Russland gesehen, gab es viele ungelöste Fragen wie zum Spagat zwischen Fortschritt und sozialismus.
ohne Fortschritt keine Zukunft, aber wie den menschenwürdig und sozialistisch einbinden?
stalin hat es durch Planwirtschaft und verstaatlichung getan.
Ich persönlich wäre sehr für einen funktionierenden sozialismus, doch halte ich das nicht für vollständig möglich.
an der Arbeit scheitert jeder ;-)
Doch auf die Zukunft gesehen halte ich es auch für unnötig.
erst wenn die arbeit abgeschafft ist, kann der Mensch leben.
und davor sind wir noch ein bisschen entfernt..

handaufhalten
10
31.12.2008, 12:13

unvollstaendig sind alle theorien, ebenso der liberalismus, an dem die welt wieder mal gerade scheitert. auch smith usw. beleuchten nur gewisse seiten des marktes und die meisten fehlen.

auch halte ich einen kapitalismus der laenger als gerade mal eine generation, wenn's lang ist, funktioniert fuer unmoeglich.

fortschritt kann in jedem modell einzug halten und ist sogar begruessenswert auch im sozialismus. sie haben immer nur das bild der udssr vor dem mauerfall vor ihrem geistigen auge so wie jeder andere liberalist ebenso und das war nicht sozialismus nur weil der name im staat stand.
sie wissen ja es ist nicht immer das drinn was draufsteht, siehe immoblase die jetzt geplatzt ist.

Flavio Maffia
00
31.12.2008, 13:16

Bin wohl ein ewiger nörgler ;-)

Nein es war schade, dass Marx die Theologie dermassen ausgeblendet hat anstatt nach den ursachen zu forschen.
Das wäre ein gewaltiger fortschritt gewesen.

So gesehen kann das was er erreicht hat leicht als ein missverständis gesehen werden...

Doch wie sagt man so schön? Schritt für Schritt nähern wir unserem Ziel.

Ohne Vordenker wie Marx wäre das heutige unvorstellbar.

Was den kapitalismus betrifft, so sehe ich in der heutigen Situation eine ungenutzte Chance.
Diesbezüglich ist kein Fortschritt mehr zu erwarten...

Elisabeth Stein
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Marx war kein Glaeubiger.

Allerdings fehlt seinem Werk (ausser Ansaetzen in den Fruehschriften) eine - nach damaligem moeglichen Wissensstand - wissenschaftliche Analyse der wechelseitigen Durchdringung von Oekonomie und Ideologie (auch Religionen). Aber wer hat seine Nachfolger daran gehindert dort weiter zu arbeiten? Wohl doch nur ihr dogmatisch-vulgaermarxistischer Glaube.

Flavio Maffia
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ich denke es gab nunmal gute Gründe dies zu vermeiden....

denn sehen sie, ohne Stalin zb. hätte es keinen solchen Fortschritt gegeben...wie hätte man das gerecht mit Religion verbinden können....?

Und Marx hätte meiner Meinung nach den dualismus erkennen müssen der durch die Industrialisierung und den kapitalismus entstanden ist.
Denn das was er kritisierte, hätte man genauso auf theologischer Ebene fortsetzen können ohne diesen Bereich völlig auszublenden.

und das ist eben das Problem.
entweder man gibt den Menschen oder Gott die schuld...
keine klare differenzierung...

handaufhalten
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stimmt in bezug auf das wirtschaften ist seit 1000enden von jahren kein fortschritt erfolgt und auch nicht zu erwarten.

das ziel rueckt unaufhaltsam naeher, ja. bloss was sehen sie als ziel?

Flavio Maffia
00

na wenn sie den kapitalismus für so alt halten ;-)

Zudem dachte ich eher an den zukünftigen Fortschritt.
viele Probleme kommen auf den kapitalismus zu, wie soll er die alle alleine bewältigen? ;-)

Tja man kanns wohl drehen und wenden wie mans will, nicht wahr?

mein persönliches ziel ist der ewige Friede.

Nicht mehr und nicht weniger...

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