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Kuntzl will sich nicht mit Durchschnitt zufriedengeben

23. Dezember 2008 15:16

"Deutliche Verbesserungen bei Personal, Raum und finanzieller Ausstattung notwendig" - Hahn: "Qualitativer wie quantitativer Schub" -

Wien - "Wir dürfen uns im Bereich der Universitätsausbildung nicht mit dem 'Durchschnitt' zufriedengeben" - so kommentierte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl den heute, Dienstag, veröffentlichten Universitäts-Bericht 2008 des Wissenschaftsministeriums in einer Aussendung. Kuntzl möchte vor allem bei der finanziellen Ausstattung und beim Betreuungsverhältnis an den Hohen Schulen ansetzen.

Laut Kuntzl leiden die Unis unter eklatantem Personal- und Raummangel und es gebe zu wenige Labor- und Seminarplätze. Für die "stark steigende Zahl an berufstätigen Studierenden" forderte die Mandatarin Teilzeitstudienmodelle. Weiters müsste die "soziale Treffsicherheit der Stipendiensysteme" verbessert werden.

Hahn: "Qualitativer wie quantitativer Schub"

Zufrieden zeigte sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) angesichts der Ergebnisse des nun vorliegenden Universitätsberichts 2008. Der Ressortchef ortet einen "qualitativen wie quantitativen Schub" in Forschung und Lehre, die Autonomie habe den Universitäten gut getan.

Hahn verwies auf die im Berichtszeitraum 2005 bis 2008 deutlich erhöhte Zahl drittfinanzierter Forschungsprojekte (plus 13 Prozent), ein signifikantes Plus bei der Vortragstätigkeit (plus 18 Prozent) sowie einen höheren Output bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen (plus sechs Prozent).

Auch den Studenten stellt Hahn ein gutes Zeugnis aus. So sei ihre Zahl um neun Prozent gestiegen, bei einer gleichzeitigen Abnahme der "prüfungsinaktiven Studierenden" um drei Prozent. Ebenfalls positiv bewertet der Wissenschaftsminister das Plus bei jenen Studenten, die ihr Studium innerhalb der vorgesehenen Zeit abschließen (plus drei Prozent) sowie die Rekordzahlen bei Neuinskribierenden und Absolventen im Berichtszeitraum.

Grünewald: "Regierung ignoriert Unis"

Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, kritisierte, dass Hahn die Probleme in Wissenschaft und Forschung leugne. Während die Studierendenzahlen in den vergangenen zehn Jahren im OECD-Schnitt um über vierzig Prozent gestiegen seien, könne Österreich lediglich eine Steigerungsrate von etwa vier Prozent aufweisen. "Die Unis brauchen Geld und die Regierung ignoriert das", so Grünewald.

Im Detail kritisierte der Mandatar, dass es für junge Wissenschafter kaum Zukunftsperspektiven gebe, er verglich die Situation bei der Förderung von Forschungsprojekten mit diversen Glücksspielen. Langfristige Planungen seien kaum möglich. Dennoch solle die Novellierung des Universitätsgesetzes "nun ohne weitere Begutachtung durchgeboxt werden", vom Parlament beschlossenen Maßnahmen für besser dotierte Universitäten und Forschung würden beim verantwortlichen Minister lediglich auf zynische Kommentare stoßen.

Auch für ÖH Zufriedenheit nicht nachvollziehbar

Wien - Zufriedenheit im Zusammenhang mit dem jüngsten Universitätsbericht 2008 kann die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) nicht nachvollziehen: "Bekanntlich kann man aus jeder Statistik positive Zahlen herausholen. Die Realität sieht ganz anders aus." Der ÖH-Vorsitzende Samir Al-Mobayyed verwies in einer Aussendung am Dienstag auf überfüllte Hörsäle und eine im internationalen Vergleich schlechtere Betreuung der Studierenden "an den größten österreichischen Hochschulen".

"Sich jetzt auf die faule Haut zu legen", wäre für die ÖH der falsche Weg. Sie forderte eine Steigerung der Ausgaben für den tertiären Bildungssektor auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2010. "Wenn die Österreichischen Hochschulen dem internationalen Wettbewerb standhalten sollen", sollten den Hochschulen "endlich ihre längst versprochenen finanziellen Mittel zur Verfügung" gestellt werden. (APA)

a o e
02.01.2009 18:15
tragisch


den ""qualitativen wie quantitativen Schub" in Forschung und Lehre", den "der Ressortchef ortet", ... diesen "Schub" dürft er selber haben.

... anders ist diese realitätsverweigerung nicht erklärbar.

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