
Der 17-jährige Alfred (links) und der 19-jährige Alban betreuen ihre kleinen Geschwister Albona und Albin derzeit allein
Innsbruck/Peje - Die vier im Kosovo lebenden Geschwister von Arigona Zogaj haben am Wochenende versucht, nach Österreich zu gelangen. Das Vorhaben ist jedoch gescheitert. Albin (9) und Albona (8) sind derzeit mit ihren Brüdern Alfred (17) und Alban (19) in Ungarn in einem Flüchtlingslager. Das berichteten der Linzer Rechtsanwalt der Familie, Helmut Blum, und Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich am Dienstag.
Ihren Fluchtversuch haben die Geschwister offenbar in Telefonaten angekündigt. Ihre Mutter, der Anwalt der Familie, Helmut Blum, und Betreuer haben ihnen davon abgeraten und glaubten Erfolg gehabt zu haben. Doch am vergangenen Wochenende haben die vier offenbar mit Schleppern versucht, über Serbien und Ungarn nach Österreich zu gelangen.
Zuletzt hatten die Geschwister Zogaj allein in einem Haus am Stadtrand von Peje im Norden des Kosovo gelebt. Der Vater lebt mittlerweile in Montenegro. Die Straße zur Siedlung ist nicht asphaltiert, am Straßenrand liegen Müll und Abfälle. Das Haus ist unverputzt: Ddei Zimmer, keine Heizung, Stromausfall jeden Tag. Kerzen und Zündhölzer liegen immer bereit. „Wir können nicht arbeiten gehen, wir passen auf die Kleinen auf", sagte Alfred bei einem Besuch des Standard Ende November.
Albona erzählte von Telefonaten mit ihrer Mama: „Ich sage, Mama, wir kommen in Österreich." Schon im November haben die Brüder überlegt, illegal nach Österreich einzureisen: „Wir machen alles, was wir können, um einzureisen", meinte Alban damals. Ihre Visa-Anträge hätten sie in Skopje abgegeben und nichts mehr gehört. „Die Kleinen müssen zu ihrer Mutter, schau, wie schiach es hier ist", so Alfred. Albin und Albona gingen in Peje nicht lange zur Schule. Die Lehrer hätten Albin geschlagen, dann habe er nicht mehr gehen wollen, erklärte Alfred.
Offenbar ließen Schlepper die Zogaj-Geschwister auf der Flucht am Wochenende in einem Wald in Ungarn stehen und machten sich davon. Die vier Kinder wurden aufgegriffen und haben in Ungarn einen Asylantrag gestellt.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) appellierte noch am Dienstag an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP), zu Weihnachten doch „Herz zu zeigen": Jetzt müsse unbürokratische Hilfe geleistet werden. Innenministeriums-Sprecherin Iris Müller-Guttenbrunn erklärte, man kenne den Fall nur aus den Medien: Sollten in Ungarn von den Kindern Asylanträge gestellt worden sein, dann müssten diese auch in Ungarn bearbeitet werden. Nach den abgewiesenen Schülervisa im Oktober durch die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck hat Anwalt Blum neue Anträge eingebracht. (Verena Langegger/DER STANDARD, Printausgabe, 24.12.2008)
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..so isses. Vergangenen Sommer war in verschiedenen Medien für eine -bemerkenswert kurze Zeit lang!- zu lesen, dass der Älteste Zogaj plötzlich verheiratet ist. Die Gattin ist -erraten!- Österreicherin mit -wieder BINGO- Migrationshintergrund und lebt in Österreich. Wann und wie diese Blitzhochzeit (der Knabe ist ja kaum volljährig und befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder seit einem dreiviertel Jahr im Kosovo) zustande gekommen ist, wurde damals nobel verschwiegen. Interessant ist, dass der veränderte Familienstand von A. seit Monaten keinerlei wie immer geartete Erwähnung mehr findet ..
da kommt noch was auf uns zu :-)
ich darf mir eine kleine korrektur erlauben. die ehefrau besitzt nicht die österr. staatsbürgerschaft. sie ist in österreich anerkannter flüchtling und im besitz eines konventionsreisedokument. das mit der familienzusammenführung wird nicht ganz einfach sein, da sie ein bisschen zu wenig verdient. des weiteren müsste für ihren ehemann qoutenflicht bestehen. also ganz ganz schwierig. vielleicht hat er ja auch deshalb, in anbetracht der wohl aussichtslosen lage die familienzusammenführung mit der gattin betreffend, die illegale einreise nach ungarn (mit ziel österreich) gewählt.
Werte info,
das EUGH Urteil spricht eindeutig von Zuzugsrecht von Ehepartnern, unmißverständlich. Würde Österreich hier finanzielle Schikanen ind den Weg legen, wie sie derzeit Gang & Gebe sind, würde das Urteil abermals von Österreich ad absurdum geführt werden.
"Der EuGH argumentierte seinen Entscheid mit dem "Recht der Unionsbürger und ihrer Familienangehörigen, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten".
aber die ehefrau des herrn zogaj junior ist keine unionsbürgerin!! des weiteren werden österr. stbg. gegenüber eu-ewr-bürgern sowieso im familienzusammensführungsprozess schlechter gestellt.
das können sie im NAG (niederlassungs- und aufenthaltsgesetz) ganz leicht nachlesen bzw. auch hier in diversen forumsbeiträgen betreffend binationale ehen.
das hab ich auch nicht behauptet!
Aber ich habe auf ihre weiteren Ausfürungen a´la Quotenpflicht oder finanzielle Hürden´ geantwortet. Diese Dinge werden angesichts des EUGH Urteils inferior.
Ich stellte diese Meldung ohne größere Absicht ein
in der Hoffnung so manche Leser ´verärgern zu könne ;)
Daß die Diskussion in diese Richtung (Heirat des Artikelhelden) war ungewollt..
Alle Grüße
kommt es sehr wohl an. Aus welchem vernünfigen Grund sollten ausgerechnet DIESE 4 Wirtschaftsflüchtlinge mehr als 1 Jahr nach ihrer gesetzeskonformen Abschiebung zurückgeholt werden? Vielmehr sollten Mutter und Schwester rasch zusammen mit den anderen Kindern ins -unabhängige, von der EU finanziell unterstützte- Heimatland zurückkehren. Wer weiß, vielleicht kehrt ja dann auch der ("tüchtige,fleißige,unbescholtene") Familienvater wieder zurück ;-)
Stehen doch hinter jedem der vier "Asyl"suchenden lange Schlangen von vielen zehntausenden weiteren Wirtschaftsflüchtlingen, die dann hoffen dürften durch ebenso hartnäckiges Ignorieren behördlicher Bescheide das Aufenthaltsrecht sich ersitzen zu können.
Das geht halt nicht.
Asyl nur für tatsächlich von Krieg/Folter etc. Verfolgte!
Ungarn ist Mitglied der EU, als solches exekutiert das Land EU Recht. Die Zogaj Geschwister befinden sich in einem "Lager", korrekt. Es ist kein Hotel, keine Pension (mit Farb-TV, Internet etc). Es ist eine Örtlichkeit, wo Ilegal Eingereiste auf Ihre Abschiebung warten. Sie sind aus freien Willen, im Bewusstsein, dass man in einem "Lager" landen kann, ILLEGAL nach Ungarn eingedrungen. Das ist Fakt. Der Terminus "Internierungslager" stimmt hier so nicht !
sind wir österreicher wirklich schon so ent-kulturalisiert und degeneriert, dass wir die unmenschlichkeit dieser ganzen situation nicht mehr begreifen können?
zuerst zerreißen wir eine familie, die schließlich daran auch tatsächlich zerbricht.
infolge werden kinder und jugendliche zu waisen, die man das offensichtlich auch spüren lässt.
und das ebenso schlimme ist: man ist irgendwie "mitgefangen": ich hätte diese geschichte nie so gelöst, ich habe den "drahtzieher" dieser siituation seinerzeit nicht gewählt. noch glaube ich das hier recht und gesetz bzw. umsetzung tatsächlich hand in hand gehen. was ja gerichtlich indirekt schon festgehalten ist! wartet man auf die intern. verurteilung
daher jetzt rasche legalisierung und zusammenführung
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