Stichwort

Der westafrikanische Staat Guinea

23. Dezember 2008, 11:37

Reich an Rohstoffen und trotzdem unterentwickelt - Staatspräsident hat eine "starke politischen Stellung"

Wien - Guinea ist eine Präsidialrepublik mit einer starken politischen Stellung des Staatspräsidenten. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich gab es nur zwei Präsidenten: Von 1958 bis 1984 regierte der Diktator Ahmed Sekou Toure mit einer Einheitspartei. Nach dem Tod Toures kam Lansana Conte mit Hilfe eines Militärputsches an die Macht. Hoffnungen, die politische Lage im Land könnte sich mit Conte ändern, wurden enttäuscht. Conte starb in der Nacht auf Dienstag nach 24 Jahren an der Macht.

Der westafrikanische Staat Guinea (rund 246.000 Quadratkilometer) war von 1893 bis zu seiner Unabhängigkeit 1958 französische Kolonie. Noch heute ist die Amtssprache Französisch. Das bergige Tropenland hat rund 9,8 Millionen Einwohner, von denen die große Mehrheit (85 Prozent) islamischen Glaubens ist. Die Hauptstadt ist Conakry.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Guinea liegt bei etwa 56 Jahren, die Analphabetenrate ist mit 70,5 Prozent sehr hoch. Im Durchschnitt ist die Bevölkerung etwa 18 Jahre alt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt pro Kopf bei 1.100 US-Dollar (787 Euro) pro Jahr. Rund drei Viertel der Guineer sind in der Landwirtschaft tätig, die größtenteils für den Eigenbedarf produziert. Angebaut werden Reis, Kaffee, Ananas, Ölpalmen, Bananen und Süßkartoffeln.

Doch Guinea ist auch reich an Rohstoffen: Das Land besitzt fast die Hälfte der weltweiten Bauxit-Reserven, das für die Aluminiumherstellung gebraucht wird, und ist somit der zweitgrößte Bauxit-Produzent. Außerdem werden Gold, Diamanten und Eisenerz abgebaut. Der Bergbausektor macht über 70 Prozent der Exporte aus.

Trotzdem ist Guinea ein unterentwickeltes Land. Dem Entwicklungs- und Armutsindex HDI der Vereinten Nationen zufolge belegt Guinea 2008 bei insgesamt 179 Staaten den 167. Platz. Die Inflationsrate liegt bei 23,4 Prozent. Potenzielle Investoren werden abgeschreckt von zügelloser Korruption, mangelnder Energieversorgung und anderer Infrastruktur sowie fehlenden ausgebildeten Arbeitskräften. Hinzu kommt die politische Unsicherheit im Land. (APA)

 

 

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26.12.2008, 18:01
Der Bericht analysiert sehr genau: http://guinea.aha.ru/guinea_budget.htm

unter anderem:
the most important of which is mining (16% of GDP) followed by food industry, timber industry and chemical branch. Guinea is the world's second exporter of raw materials needed for aluminum industry - 15.6 mln tons of bauxites and 62 thousand tons of alumina per year. The leading factories are: "The bauxite company of Guinea" (USA, France, Canada and a number of other western countries invest in it), an alumina plant in Fria (mainly French investments) and a bauxite extraction factory in Kindia built with the cooperation of the former USSR.

Gold extraction reaches about 8 tons per year. Most of the diamonds are extracted privately (360,000 carats per year).

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