FARC-Rebellen wollen am Sonntag Geiseln freilassen

30. Jänner 2009, 16:48
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Übergabe an Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz geplant - Brasilien schickt Hubschrauber

Bogotá - Die kolumbianischen FARC-Rebellen wollen nach Angaben der oppositionellen Senatorin Piedad Córdoba am Sonntag mehrere Geiseln auf freien Fuß setzen. Es wäre die erste Freilassung, seitdem die Sicherheitskräfte am 2. Juli 2008 die frühere Präsidentschaftkandidatin Ingrid Betancourt und 14 weitere Entführungsopfer durch ein Täuschungsmanöver aus der Gewalt der Rebellen befreit hatten.

Die FARC hatten am 21. Dezember ihre grundsätzliche Bereitschaft angekündigt, den früheren Gouverneur der Provinz Meta, Alan Jara, den ehemaligen Regionalabgeordneten der Provinz Valle del Cauca, Sigifredo López, drei Polizisten und einen Militär ohne Gegenleistung in mehreren Etappen freizulassen. Die sechs Geiseln gehören zu einer Gruppe von noch 28 entführten Politikern, Polizisten und Soldaten, die die FARC gegen etwa 500 inhaftierte Rebellen eintauschen wollen.

Córdoba sagte am Mittwoch (Ortszeit), die Geiseln sollten Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben werden. Die Rebellen halten nach Einschätzung der Regierung noch weitere 800 Menschen fest, für die sie von den Angehörigen Lösegelder fordern. Dies ist neben dem Drogenschmuggel eine der Haupteinnahmequellen der FARC, die den Staat seit 1964 bekämpfen.

Hubschrauber aus Brasilien

Brasilien beteiligt sich logistisch an der für Sonntag geplanten Freilassung von Geiseln der kolumbianischen FARC-Rebellen. Wie die Armee am Freitag in Brasília mitteilte, werden zwei Hubschrauber vom Typ Cougar und insgesamt 16 Militär-Angehörige, darunter vier Piloten und vier Mechaniker, zur Unterstützung des bei der Aktion federführenden Roten Kreuzes entsandt. Die Helikopter sollen nach Medienberichten von der Amazonas-Stadt Manaus aus in die grenznahe Stadt Sao Gabriel da Cachoeira fliegen.

Die FARC-Rebellen wollen am Sonntag mehrere Geiseln aus der Gefangenschaft entlassen. Es wäre die erste Freilassung, seitdem die Sicherheitskräfte am 2. Juli 2008 die frühere Präsidentschaftkandidatin Ingrid Betancourt und weitere 14 Entführungsopfer aus der Gewalt der Rebellen befreit hatten. Die FARC hält nach Einschätzung der kolumbianischen Regierung noch weitere 800 Menschen fest, von deren Angehörigen sie Lösegelder fordert. (APA/dpa)

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