Süleyman (17), arbeitslos, Schläger

19. Dezember 2008, 19:05

Es ist ein Faktum, dass Banden "ausländischer Jugendlicher" in gewissen Bezirken Wiens und anderswo aggressiv und bedrohlich auftreten

Die Grünen wollen das "Ausländerproblem" realistischer angehen. Gut so. Aber die gesamte österreichische Öffentlichkeit muss das "Ausländerproblem" realistischer angehen. Und sei es aus dem einzigen Grund, weil dieses "Ausländerproblem" für viele Jung-und Erstwähler diesmal der Hauptgrund war, der Strache-FPÖ die Stimme zu geben.

Diese Woche überfielen ein paar aggressive, arbeitslose Jugendliche aus nichtigem Anlass eine Mittelschulklasse und schlugen einen mutigen Lehrer blutig. Zunächst erwähnte nur die Boulevard-Presse, dass es sich um türkische Jugendliche handelte. Das ist problematisch, weil damit kaum noch unterschwellig Ausländerangst und Ausländerhass angeheizt wurden. Aber die seriösen Zeitungen (darunter der Standard) die diesen Hintergrund zunächst nicht erwähnten, ließen damit eine wichtige Information weg, die man allerdings entsprechend aufbereiten und in den richtigen Zusammenhang hätte stellen müssen.

Es ist ein Faktum, dass Banden "ausländischer Jugendlicher" in gewissen Bezirken Wiens und anderswo aggressiv und bedrohlich auftreten; es ist aber genauso Faktum, dass die österreichische Politik sich so verhält, als wollte sie ein ausländisches Subproletariat heranziehen. Der 17-jährige Süleyman, der die Schulklasse mit seinen Freunden angriff, war arbeitslos und hatte mit Sicherheit keine ordentliche Schulbildung. Das ist keine Entschuldigung. Es ist auch keine Entschuldigung, dass er so wie viele andere höchstwahrscheinlich aus einem "bildungsfernen" Milieu kommt, mit einer patriarchalischen Macho-Kultur, wo Hindreschen als einzige richtige Verhaltensweise gesehen wird.

Es ist aber das Ergebnis einer Politik, die sich nicht darum gekümmert hat, was mit den Kindern der Gastarbeiter in zweiter oder dritter Generation passiert. Überspitzt formuliert: Die Burschen werden arbeitslose Bandenschläger, die Mädchen verschwinden in Zwangsehen. In einem der reichsten Staaten Europas entsteht eine perspektivlose Schicht von jungen Leuten. Man kann sich ausrechnen, wohin das in wenigen Jahren führt.

Die Politik ist in letzter Zeit ein bisschen aufgewacht, aber nur halb (verpflichtendes "Vorschuljahr" im Kindergarten). Außerdem ist ein breiterer Realismusprozess notwendig: Die "echten Österreicher" müssen so realistisch sein, anzuerkennen, dass die "Ausländer", vor allem die als besonders fremd empfundenen Türken, nicht mehr weggehen werden. Liberal denkende Menschen, wie eben die Grünen, müssen so realistisch sein, anzuerkennen, dass wir jetzt ein paar hunderttausend Menschen aus einem autoritären, patriarchalischen und, jawohl, rückständigen Lebenskreis bei uns haben. Die sind zwar schon Opfer - aber auch ihres bisherigen Unvermögens, sich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien. Die Politik muss ein Angebot zu besserer Bildung etc. machen - aber es muss auch die Bereitschaft steigen, es anzunehmen.

Der 17-jährige Süleyman wird vielleicht noch eine Chance bekommen. Die Mittelschüler, die er und seine Freunde angegriffen haben, müssen sie bekommen. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21.12.2008)

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Timagoras
 
12
23.12.2008, 20:56
Die Kirche ist eine ausgeflippte Braut, die mitten auf dem Marktplatz mit Bankiers und Diplomaten hurt und kleinen onanierenden Kindern das Leben sauer macht.

(W. Senakowsky)


wenn es einen gott gäbe, müssten ihm atheismus oder homosexualität (die er dann ja selbst geschaffen hätte) wohl wie die geringere beleidigung vorkommen, als die ganzen meschuggenen religionen ....

Timagoras
 
00
24.12.2008, 00:30

das gehört ja gar nicht hierher, sondern zum "papst-artikel" ... ;o)

skip it
00
22.12.2008, 13:02
heut kann er's wieder, der foromat...

Nik M
73
22.12.2008, 11:54
Ich bin dafuer,

dass man sich dazu herablaesst, tuerkische Kinder, die kein deutsch sprechen, in einer Sprache zu unterrichten, die sie verstehen - naemlich tuerkisch.

Was hilft es zu schreien, ja die sollten aber deutsch koennen, das haetten sie schon im Kindergarten lernen sollen, die Eltern sind schuld, die Gruenen sind schuld, usw usf.

Wir braeuchten staatliche Schulen, die westliche Werte vermitteln, in einer Sprache, die verstanden wird - naemlich tuerkisch. Und deutsch sollte die erste Fremdsprache sein. Die Absolventen einer solchen Schule sind besser gebildet, und koennen sowohl deutsch als auch tuerkisch besser, als wenn man sie in Schulen zwingt, deren Unterrichtssprache sie nicht verstehen.

depp am huegel
21
24.12.2008, 09:23

heute noch ernten Sie rote stricherl für diesen beitrag - und in spätestens 5 jahren ist das die neueste integrationsidee und wird von lechts und rinks begrüsst werden. die wahrheit ist eine tochter der zeit ... wer hat das schnell gesagt? ;-)

BK W. Shoyssel
15
22.12.2008, 17:25

so ein Unfug.
Sogar in der bösen kuk Monarchie haben ALLE Migranten, die nach Wien kamen, früher oder später Deutsch gelernt und sich integriert. Ob das die maximal-bildungsfernen Ziegelböhm Hilfsarbeiter in den Ziegeleien waren (was ärmeres, ausgebeuteteres als die gab es damals fast nicht) oder Bosniaken, Ruthenen, Italiener, Slowaken oder Polen. Von den Ostjuden, die spätestens in der zweiten Generation schon ein wichtiger Teil des Kultur- und Geisteslebens waren, will ich erst gar nicht reden.

Nur die heutigen Türken schaffen das offenbar nicht.
Da muss ein anderer Ansatz her, als die Parallelgesellschaft noch mehr zu fördern.

o glorioso pé de friedenreich
20
28.12.2008, 20:08
eben

früher oder später deutsch lernen - genau darum gehts. und genau das hat nik m auch gefordert.
pädagogen wissen schon lange, dass unterricht in der muttersprache auch die sprachkompetenz in der zweitsprache fördert. ganz zu schweigen von selbstbewusstseinund bildungsniveau insgesamt.
aber aus ideologischen gründen ist es leider nicht möglich an unseren heiligen österreichischen schulen in einer minderwertigen ausländischen sprache zu unterrichten.

ridebmx
01
29.12.2008, 18:40
wer bezahlt das ganze?

das schulen keine mittel im überschuss haben sollte ja wohl jedem klar sein. also wieso dannn unterricht in türkisch oder sonst irgendeiner anderen sprache?

ok ja, wenn die türkei dafür aufkommt! kein problem
aber einfach nur so türkischunterricht zu fordern klingt wie ein wunsch ans christkind.

wer soll die türkischen schulbücher und lehrer bezahlen? ich denke es sollte nicht ein türkischer staat im staat geschaffen sondern die leute integriert werden.

natürlich braucht jemand der die deutsche sprache lernen möchte unterstützung, aber nicht in form eigener schulen um die ausgrenzung noch mehr zu fördern!

neuer vorschlag bitte o glorioso....

Nik M
50
22.12.2008, 17:45

Na und? Selbst wenn sie recht haben sollten, was sie nicht haben, und es sind nur die Tuerken. Wem hilft diese Feststellung? Was kann ein sechs-jaehriges tuerkisches Kind dafuer, dass seine Eltern (zu recht oder unrecht) Deutschkenntisse als ueberfluessigen Wissensballast sehen?

skip it
01
23.12.2008, 07:32
es liegt an der republik (wieder einmal)...

...dieses kind aus dieser umklammerung zu befreien und ihm eine selbstaendige, auf eigener entscheidung basierende emanzipation zu ermoeglichen.

und das geht nur, wenn er diese entscheidung in bester kenntnis seines umfelds trifft.

und dazu ist die sprache ein unumschiffbares grundelement.

vgl. klassische einwanderungslaender wie USA, CDN, F.

Nik M
00
23.12.2008, 15:19

Und in welchem Umfeld lernt ein tuerkischsprachiges, sechsjaehriges Kind ohne Foerderung von Zuhause am besten und am schnellsten Deutsch: im deutschsprachigen Mathematikunterricht, spaeter in der Sonderschule (in die man es gesteckt hat, weil die Mathematikkenntnisse nicht seinem Alter entsprechen), oder vielleicht doch in der Deutschstunde einer Schule fuer Kinder tuerkischer Muttersprache?

ridebmx
03
22.12.2008, 20:44
hmm naja was sollte man wohl mit denen machen die nicht deutsch lernen und sich somit nicht integrieren wollen?

jedenfalls sicher keine schulen bauen....

neuer vorschlag bitte nik m!

am27
04
22.12.2008, 11:24
herr rauscher...

... und der standard haben es nun endlich auch kapiert, daß es probleme gibt. es hat nur ein paar jahre gedauert und daß was nicht sein konnte und durfte wurde in div. foren von den eifrigen hütern der demokratie gnadenlos als rechts an die wand genagelt.

mit einem für diese zeitung zugegebenermaßen mutigen realitätsbericht wäscht sich der standard nun rein und gibt vor, den durchblick zu haben.
hat er die letzten 10 jahre verschlafen? war es eine einfache realitätsverweigerung? wir werden es wohl nie erfahren.

Arbeiter
15
22.12.2008, 10:54
Eine Entschuldigung bei den FP Wählern wäre fällig!

Die sahen das seit Jahren und wurden übelst beschimpft.

skip it
10
23.12.2008, 10:35
bei waehlern rechtsextremer parteien...

...soll man sich entschuldigen?

wofuer, bitte?

ridebmx
10
22.12.2008, 21:02
entschuldigen sollte man sich...

wenn man gelogen hat...

http://www.youtube.com/watch?v=t5O3nwg9gXk

Gerhard Schwarz
 
11
21.12.2008, 22:40
Die Subvention an die "Muslimische Jugend"

wurde im Wiener Gemeinderat EINSTIMMIG - also auch von FPÖ und BZÖ - beschlossen. Die wissen schon, wen sie zum eigenen politischen Überleben als Feindbild brauchen....

Gerhard Schwarz
 
05
21.12.2008, 21:21
Die Lächerlichkeit der Machos

und dass die in konservativ-religiösen Familien tradierten "Werte" in einer gesellschaftlichen Struktur, die sich mühevoll von der katholischen Hegemonie befreit hat, ein absurder rückständiger Anachronismus sind, macht manche in der 2. und 3. Generation der Zuwandererfamilien so aggressiv. Um Religion gehts dabei überhaupt nicht, zu einer Frage der "Religionsfreiheit" wird das nur umgelogen. Die politische und soziale Schädlichkeit der Segregationspolitik - die dann auch noch zynisch als "kulturelle Bereicherung" bezeichnet wird - hat negative Auswirkungen, die nun sichtbar werden.

Arbeiter
21
22.12.2008, 15:56
Die Religiosität und der Familiensinn der MigrantInnen sind deren Erfolgsrezept.

Kein Suff, keine Hurerei, keine Perversion, kein Materialismus. Statt dessen Familie mit Kindern. Das islamische Modell gewinnt haushoch.

Gerhard Schwarz
 
01
23.12.2008, 01:25

Sie lesen gern Märchenbücher?

ridebmx
00
22.12.2008, 21:10

die sachen sollte es im christentum auch nicht geben also hinkt der vergleich...

s. gonzales
41
21.12.2008, 21:09
jugendgewalt

mein 2. versuch das posting durchzubringen:
jugendgewalt ist ein v.a. westliches phänomen. fast täglich gibt es berichte dazu. ich erinnere: zwei wiener jugendliche schlagen einen wiener politiker (natschläger) tot, immer wieder amokläufe in schulen, in großbrit. töten "gelangweilte" jugendliche kinder, überfälle auf obdachlose, uvm. dieses komplizierte multikausale geflecht aus versch. sozialen u. psych. faktoren einfach nur an türken/muslimen aufzuhängen ist böswillig dumm!

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00
23.12.2008, 07:34
der einzige unterschied ist,...

...dassie HIER, in einer freien demokratie, tatsaechlich darueber lesen koennen.

Timagoras
 
11
22.12.2008, 16:18
"jugendgewalt ist ein v.a. westliches phänomen"


stimmt.

im osten gibt's sowas überhaupt nicht....

deportista olé
21
21.12.2008, 23:21

abgesehen davon, dass Ihr Kommentar mMn nicht sonderlich intelligent ist, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Kommentare immer zeitverzögert erscheinen - also kein Grund, die Zensor-Paranoia-Keule zu schwingen. Wette 100:1, dass Ihr 1. Post irgendwo weiter unten schon längst zu finden ist.

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