Gendergerecht und lesefreundlich

19. Dezember 2008, 17:00
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    Brigitte Schaden, Vorstand Projekt Management Austria (pma): www.p-m-a.at

Es ist nicht nur politisch korrekt, sondern auch gesellschaftlich wichtig, dass Publikationen "weiblicher" werden - Von Brigitte Schaden

Ich bin überzeugt davon, dass Worte wichtig sind, um Bewusstsein und Wirklichkeit zu schaffen. Dass es nicht nur politisch korrekt, sondern auch gesellschaftlich wichtig ist, dass Publikationen „weiblicher" werden. Ich bin aber auch immer wieder damit konfrontiert, dass die Schreibweise der männlichen und weiblichen Form in Texten eine wesentliche Zeichenerweiterung bedeutet und so eine Kürzung des Inhalts notwendig machen würde.

Projekt Management Austria (pma) publiziert regelmäßig Druckwerke, und wir überlegen jedes Mal, wie wir es schaffen, gendergerecht und lesefreundlich, praxisrelevant und platzsparend zu formulieren. In unseren beiden Unterlagen für die IPMA-Projektmanagement-Zertifizierungen haben wir uns daher entschlossen, ein Werk in rein männlicher und eines in rein weiblicher Form zu verfassen.

Den Versuch einer geschlechterneutralen Formulierung erschien uns ebenso wenig praktikabel wie die Verwendung beider Geschlechtsformen. So hätten wir statt Projektauftraggeber dann „die projektauftraggebende Person oder Stelle" schreiben müssen. Außerdem geht es bei beiden Unterlagen darum, jene Begriffe zu erklären, die auch in der Praxis zum Einsatz kommen.

Sprache und Lesegewohnheiten verändern sich. Viele Begriffe, die bis vor wenigen Jahren Usus waren, wurden durch eine Sensibilisierung als diskriminierend erkannt und sind nun unüblich bzw. verpönt. Niemand wird ernsthaft fordern, nur mehr weibliche Formen zu verwenden, aber Texte in rein femininer Schreibweise sollten genauso üblich werden, wie es rein männlich formulierte schon sind. Dies vor allem auch in der Management- und Fachliteratur.

Der Hinweis, dass der Inhalt der Publikation an beide Geschlechter adressiert ist, sollte im Sinne der Praxistauglichkeit und Lesefreundlichkeit aber in beiden Fällen ausreichen. (Brigitte Schaden/DER STANDARD; Printausgabe, 20./21.12.2008)

  • Kein Konflikt ohne Emotionen [5]

    TitelbildKonflikte sind notwendig und sinnvoll, wenn man sie produktiv nutzt - Von Ingrid Kösten

  • Bewerbungsgespräch

    Mit Gegenfragen ernstes Interesse zeigen [24]

    TitelbildBewerbungsgespräche verlaufen meist klassisch: Der Personalist führt durch das Gespräch und stellt die Fragen. Der Bewerber liefert die Antworten - Am Ende des Interviews werden die Rollen getauscht

  • Let's Miss Behave [8]

    Sexuelle Orientierung ist keine reine Privatsache - Unternehmen gewinnen durch aktives Diversity-Management loyale und motivierte Mitarbeiter - Von Eva Götz

  • Gendergerecht und lesefreundlich [32]

  • Damit die Stimmung passt [5]

    TitelbildWas hat dieses Jahr Spaß gemacht? Welche Stolpersteine hat die Firma gemeistert? - Dos und Don'ts bei Weihnachtsreden

  • Keine abgedroschenen Phrasen [38]

    Tipps für effiziente Vorstellungsgespräche: Auf Authentizität und präzise Formulierungen kommt es an

  • Service Follows Strategy [6]

    TitelbildAngebote sind vergleich- barer denn je - Das treibt immer mehr Branchen in ruinöse Image- und Preisschlachten - Eine Positionierung über Service erscheint vielen Unternehmen als Ausweg

  • Wie finde ich meinen Coach? [18]

    Es gibt in Österreich geschätzt etwa 3000 Menschen, die sich "Coach" nennen - Hilfreiche Kriterien zur Orientierung im freien Gewerbe

  • Falsche Gemütlichkeit

    TitelbildDer Fehler wird immer wieder gemacht: Unternehmen sparen in schwierigen Zeiten an ihrer Kommunikation - Von Hans Fruhmann

  • Gute und schlechte Fehler [1]

    TitelbildEs lohnt sich, Fehler nicht per se als unerwünschte Ereignisse oder Ergebnisse zu definieren - Elke Schüttelkopf über Fehlerkompetenz - Teil 2

  • Fehler ist nicht gleich Fehler [1]

    TitelbildNicht immer geht es gleich um Leib und Leben - Wie mit Fehlern richtig umgegangen wird - Elke Schüttelkopf über Fehlerkompetenz - Teil 1

  • Korruption wirksam vermeiden [4]

    TitelbildDie gesetzlichen Rahmenbedingungen zu kennen reiche nicht aus - Korruption schalte nämlich den Kundennutzen aus

  • Overreported, underinformed [24]

    TitelbildGegen Zahlenfriedhöfe: Trotz High-Tech-Software und hoch ausgebildeten Controlling-Experten stöhnen viele Führungskräfte über unzureichende Informationsversorgung

  • Gründen - aber richtig! [2]

    TitelbildFahrplan zur Firmengründung nach professioneller Vorbereitung - Welche Stationen man beachten sollte

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»Posting 1 bis 25 von 32
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Mat Schreiber
05.02.2009 00:31
Der Hinweis, dass der Inhalt der Publikation an beide Geschlechter adressiert ist, sollte im Sinne der Praxistauglichkeit und Lesefreundlichkeit aber in beiden Fällen ausreichen.

....genau....das wichtigste an dem artikel am schluss....und damit mutiert das ganze wohl zum formalismus.....

Hans vom Busch
16.01.2009 20:10
vorschlag zur güte für geschlechtergerechtes deutsch:

um dieses thema ein für allemal zu klären:
alles positive ist weiblich (die lottogewinn, die arzt, die frau etc.)
alles negative ist männlich (der sturmflut, der krise, der mann etc.)
aber... ja genau, aber man muss natürlich auch den kontext beachten: die regen ist ansich ja positiv, gibts aber zuviel des - pardon der - guten und wird daraus ein hochwasser (DER hochwasser) dann ändert sich das geschlecht und es heißt der regen oder DER sonne hat alles verdorrt; umgekehrt natürlich genau so.
ich hoffe, dass ist für aller gender-über-gerechtInnen ein akzeptabler kompromiss. und nach den letzten pisaergebnissen werden sich unsere kinder auch leichter tun - es muss doch schließlich auch wer an die kinder denken...

hVb

Alpha Centaurus
24.12.2008 13:25
Für Firefox-User

Damit können Firefox-User die Leserfreundlichkeit entscheidend verbessern:

https://addons.mozilla.org/de/firefo... +i&cat=all

eclecticon #1
20.12.2008 18:12

wie wird das denn eigentlich im englischsprachigen raum von den geschlechtskorrekten gehalten?
pilots & pilots? he-pilots & she-pilots? pilots & pilettes?

ich bin der ansicht, das diejenigen, die einer frau gewisse berufe nicht zutrauen, auch durch ein aufgezwungenes 'Innen' nicht zum umdenken gebracht werden
und allen anderen wird es doch wohl zuzumuten sein, im 'die manager' 'manager und -Innen' zu erkennen

also mir zum beispiel ist das geschlecht herzlich wurscht, wenn ich einen artikel über mamagerboni o.ä. lese
und wenn mans dann wirklich mal geschlechtsspezifisch braucht, kann man sich immer noch mit artikel und weiblicher form helfen

Ergates faber
06.01.2009 20:18
So sehe ich das auch... diese zwanghafte Political und Gender Correctness..

führt in Wirklichkeit nur dazu, daß sich eine Handvoll Frauen, die es forcieren besser fühlt. Die meisten Frauen sind selbstbewußt genug nicht beleidigt zu sein wenn ihre Berufsbezeichnung grammatikalisch männlich ist.
Von mir aus - als Manager (m.) - könnt Ihr die ganze Rechtschreibung umkrempeln und das m. streichen und nur noch alles w. machen. Es würde mich deshalb auch nicht zu einem halben Mann machen.
Solange es nicht bald abartige Blüten treibt und sich Männer per Hormonbehandlung verweiblichen müssen um sich emanzo-lesbischen Neigungen im Sinne einer NEW Political Correctness unterzuordnen.

mehr wissen
20.12.2008 16:05
Bitte zerstört nicht die deutsche Sprache!

http://tinyurl.com/ml92s

Ludwig III
20.12.2008 11:34
Wie konnten wir nur

die letzten paar 100 Jahre sprachliche Enwicklung überleben OHNE genderneutrales und politisch korrektes Pseudogebrabbel?

Meine (nicht muttersprachlich deutschen) Kinder kämpfen jeden Tag mit unseren Artikeln. Auf die Frage warum es DIE Schule aber DER Kindergarten heißt, antwortet die (weibliche) Lehrerin vollkommen korrekt: "Vergesst es, der Artikel (und damit das Geschlecht) bedeutet in der deutschen Sprache gar nichts. Lernt's es einfach.

Deswegen ist mein bestes Stück je nach Laune, sozialem Umfeld und Sprachgewandtheit auch weiblich, männlich und sächlich zugleich...

h k
20.12.2008 11:31
wenn schon, dann bitte aber

Mörderinnen u. Mörder, Diebinnen und Diebe, Terroristinnen und Terroristen etc. etc.
Und nicht zu vergessen - Hündinnen und Hunde.
Weitere Genderüberlegungen tun sicher not, in Zeiten wie diesen ganz besonders, haben wir doch sonst keine Sorgen.

Carlos Clementin
20.12.2008 11:21
dt.: geschlechtet

Getrennte Ausgaben - Das nennt man Gleichbereichtigung.
Apropos- was ist da neu... Es gibt doch schon lange sog. Frauenzeitschriften und Herrenmagazine.
Zumindest sind da die Bildchen ebntsprechen angepasst ... rofl rofl rofl was für ein Käse ....
Die herrenmageazine sind schon wunderbar weiblich gestaltet .... längst Geschlechtet
oder verschlechtert oder wie auch immmer ....

hiems  
20.12.2008 11:17
Brigitte Schaden.

Quotenmuffel
20.12.2008 09:43
Unter www.p-m-s.at kommt eine Fehlermeldung

molekühl
20.12.2008 09:30

"...wurden durch eine Sensibilisierung als diskriminierend erkannt."
Und genau so ist es: Die "Lösung" ist hier Teil des Problems. Ich halte weder einen Tisch, einen Sessel, noch einen Gummibaum für "männlich", nur weil er es grammatikalisch ist. Erst wenn man die Menschen dafür "sensibilisiert", wird es plötzlich zum Problem, und die üblichen Wichtigen können aufspringen und "Hallo! Ich hab' die Lösung!" rufen.
Mein Lieblingsbeispiel: Man ersetzte in der Uni-Verwaltung ganz korrekt die vorgeblich männlichen "Studenten" durch die neutralen "Studierenden"; und es dauerte nicht lange, bis die Briefanrede lautete: "Lieber Studierender, liebe Studierende."
Lächerlich - und eine Prise Orwell.

mrsoul
20.12.2008 07:37
bitte nie wieder "politisch korrekt" sagen/schreiben!

diese bezeichnung ist wohl das dümmlichste und nichts sagendste, was es gibt. und wenn es einfach darum geht, die begriffe "die in der praxis zur anwendung kommen" immer weiter zu verwenden, wäre der status quo einzementiert. wie fr schaden einleitend richtig feststellt, sind worte wichtig, um bewusstsein und wirklichkeit zu schaffen. diese erkenntnis entsorgt sie aber stillschweigend mit dem hinweis auf praxistauglichkeit und lesefreundlichkeit. der hinweis am anfang eines buches, dass beide geschlechter gemeint sind, wenn dann 300 seiten lang nur ein geschlecht bezeichnet wird, schafft wirklich bewusstsein und wirklichkeit. und es enthebt der mühe nachzudenken, wie beide geschlechter sprachlich inkludiert werden können.

Management Quatscher
19.12.2008 22:41

IchInnen findInnen genderInnengerechte PublikationInnen unleserlichInnen.

WemInnen genausoInnen gehtInnen mögInnen mirInnen gebInnen grünInnen StricherlInnen.


bösartiger gutmensch 
20.12.2008 17:40
es ist besonders dadurch unleserlich,

weil die vorgeblichen neutralisierer und antidiskriminierer nicht in der lage sind, ihre geschlechtsneutralisierung konsequent durchzuziehen. dann muss man bei jeder einseitigen geschlechtsnennung nachdenken, ob das nun absicht war oder das weibliche geschlecht doch einfach nur vergessen wurde.

ich hab bspw ein buch, in dem wird beschrieben, wie schauspielerInnen im theater in den zuschauerraum gegangen sind.

ist das nun ein raum, in dem nur männer sitzen dürfen? warum ist das so? oder waren nur an diesem abend nur männer drinnen? warum soll das so gewesen sein? oder wars doch einfach nur ein versehen?

und während ich darüber nachdenke, merke ich, dass der eigentliche inhalt des textes komplett in den hintergrund rückt.

Management Quatscher
25.12.2008 12:54

Sie müssen eben vor der Verwendung jedes Wortes "prüfen", ob nicht doch irgendwo eine Frau anwesend war.

Sie werden für das Verfassen eines Textes dann sehr lange brauchen, es wird teilweise unmöglich sein, herauszufinden, ob eine Frau anwesend war.

Wenn Sie zum Beispiel über eine Versammlung der Bürger im Wiener Rathaus am 12. April des Jahres 1435 schreiben ... müssten Sie herausfinden, ob damals nicht doch auch eine Frau anwesend war, weil dann müssten Sie statt Bürger BürgerInnen schreiben.

Das wird mühsam.

AuF1
20.12.2008 13:27

Der Artikel "Werfen Sie bloß dieses Bankerlatein über Bord" schreit geradezu nach Kommentar eines Management Quatschers.

http://derstandard.at/?url=/?re... anzmaerkte

Birgit Fischel
19.12.2008 21:11
find ich gut

freu mich schon auf den ersten Artikel in dem von Terroristinnen und in Bezug auf die Bankenkrise von Managerinnen die Rede ist.

Träume sind Schäume
20.12.2008 00:12
Ich frag mich immer

Woher bekommen die eigentlich die Fördergelder für so einen Blödsinn(meine Meinung) in Zeiten einer heraufkommenden Wirtschaftskrise?
Angst muss vor den PC-Fetischisten keiner wirklich haben.
Ihr Problem ist, dass das Modell in eine freie Gesellschaft nicht passt, wenn es genug Leuten auf die Nerven geht, verschwindet der Sprachkode halt wieder.

Club-der-dichten-Toten
19.12.2008 19:22

Ich pfeif auf den grassierenden pc Wahn.
Soll doch jeder machen was er will, aber bitte bitte lasst's mich damit zufrieden.

arthur12
19.12.2008 18:23
politisch korrekt

eine abgedroschene, kein Argument notwendig habende, beschissene Killer-Phrase.

Mat Schreiber
19.12.2008 18:17
haben wir keine wichtigeren probleme

....achja: ob die schreiberin wirklich vorstand ist, konnte ich nicht nachvollziehen. im impressum steht nicht, dass es sich bei pma um eine ag handelt. (ecg und medg lassen grüßen).

Martin Hiltmann
20.12.2008 16:34
Vorständin...

... wäre sie vermutlich. Niemals Vorstand.

Karl Krammer
19.12.2008 21:04
die "Projekt Management Austria" ist ein Verein

und eine Frau Brigitte Schaden ist als Vorsitzender der Geschäftsführung im Vereinsregister eingetragen. Die ZVR-Zahl 614046938 im Impressum anzugeben, würde die Suche danach erleichtern. Ein Verein hat in Österreich keinen "Vorstand", sondern eine Geschäftsführung nach §§5,6 VerG. Nur das deutsche BGB spricht im §26 von einem Vorstand, den ein Verein zwingend haben muß. In Österreich dürfte es trotzdem Usus sein, die Geschäftsführung auch als (Vereins)Vorstand zu bezeichnen. Ob es zulässig ist, als Verein im Geschäftsverkehr ohne einen kennzeichnenden Zusatz aufzutreten, weiß ich nicht (eine AG oder GmbH muß das ja in ihrem Firmennamen kenntlich machen), da es diesen PMA-Verein aber schon seit 1973 gibt, wird es wohl so passen.

Peter Putzer
22.12.2008 11:07

Tatsächlich haben Verein gemäß dem österreichischen Vereinsgesetz ein "Leitungsorgan" - wie dieses zu benennen ist, legt das Gesetz nicht fest (§ 5 Abs. 1 leg. cit.). Die Überschrift "Geschäftsführung, Vertretung" des § 6 leg. cit. beschreibt bloß die Vertretungsbefugnis für den Verein.

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