Google will Werbung auf dritten Websites liefern

4. März 2003, 14:04
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Suchmaschinen-Betreiber entdeckt Geschäft mit inhaltsbezogenen Bannern

Der Suchmaschinen-Betreiber Google hat ein neues Angebot für Werbung gestartet. Das Programm ermöglicht Google, Online-Werbung dynamisch und orientiert am Inhalt einer Website zu platzieren. Damit weitet das Unternehmen seinen Geschäftsbereich deutlich in Richtung Werbung aus, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Dienstag. Das Geschäft mit inhaltsbezogener Online-Werbung auf den Seiten Dritter ist nicht neu, in bestimmten Formen hat diese Art der Werbung sogar den Ärger von Online-Publishern wie Zeitungen erregt. Der Ansatz von Google könnte jedoch die Suchmaschine zu einem der größten Werbevermarkter im Web machen.

"Sponsored Listing"

Schon bisher hat Google auf der eigenen Seite mit dem Hinweis "Sponsored Listing" zu den Suchergebnissen passende, bezahlte Werbelinks angeführt. Das neue Angebot namens "Content-Targeted Advertising" ermöglicht Google jedoch die Platzierung von Werbung auf der Seite Dritter. Laut eigenen Angaben kann das in Mountain View, Kalifornien, ansässige Unternehmen zu jeder im Index der Suchmaschine registrierten Seite inhaltsbezogene Werbung liefern. Mit mehr als zwei Mrd. Websites in diesem Index hat Google einen Vorteil gegenüber anderen Anbietern.

Ärger

Das neue Angebot macht das Web zum indirekten Content für Google. Im Gegensatz zu Anbietern wie Gator will Google aber nicht den Ärger Dritter erregen. Das Unternehmen will als Käufer von leeren Online-Werbeflächen verschiedener Websites auftreten und diese mit seiner inhaltsbezogenen Werbung füllen. Das Geschäft verspricht sich Google aus der Differenz dessen, was an die Website-Betreiber dafür gezahlt wird, und dem, was Google mit der Werbevermarktung einnimmt. Theoretisch steht dem Unternehmen damit das ganze Web als Vermarktungsfläche offen. Schon jetzt arbeitet Google mit derartigen inhaltsbezogenen Werbungen mit bestimmten Unternehmen (z.B. AOL, EarthLink) und Websites (z.B. AskJeeves, howstuffworks.com) zusammen. Der Google-Konkurrent Overture hat angekündigt, einen ähnlichen Service zu starten. (pte)

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