CeBIT - UMTS, Wireless LAN und Web Services im Blickpunkt

4. März 2003, 15:09
posten

Microsoft und IBM matchen sich bei Web-Business-Anwendungen - Weltweit kleinstes WLAN-Notebook - Bereits Vielzahl von UMTS-Handys

Die Vermarktung ist schwieriger geworden. Aber das Tempo der Innovationen rund um Handy und Computer hat sich trotz der anhaltenden Wirtschaftsflaute kaum abgeschwächt. Die rund 6.500 Aussteller der Telekom- und IT-Messe CeBIT vom 12. bis 19. März - 18 Prozent weniger als vor einem Jahr - warten mit einer Fülle spannender Neuheiten auf. Die Schwerpunkte sind die gleichen wie 2002: UMTS, Wireless LAN, .NET, XML und Web Services. Was aber vor einem Jahr noch vielfach Zukunftsmusik war, lässt sich jetzt oft schon konkret in die Hand nehmen und bestaunen.

802.11a und 802.11g

Wireless LAN, der Funkzugang ins Internet rund um private oder öffentliche Zugangsknoten, ist für zahlreiche CeBIT-Aussteller wie Fujitsu-Siemens oder Cisco ein zentrales Thema. Auf dem Messegelände sind 200 Access Points installiert, die eine flächendeckende Internet-Verbindung gewährleisten. Im Blickpunkt steht der schnellere Standard 802.11a, der eine maximale Datenübertragung von 54 Megabit pro Sekunde bietet. Daneben gibt es noch den neuen Standard 802.11g, der ein anderes Frequenzband nutzt.

Das weltweit kleinste Wireless-LAN-Notebook

Das weltweit kleinste Wireless-LAN-Notebook mit einem Pentium-II-Prozessor wird auf der CeBIT von JVC vorgestellt: Der MP-XP7250 wiegt 905 Gramm und soll rund 2.200 Euro kosten. Bei allen WLAN-Angeboten wird verstärkt auf Fragen der Sicherheit geachtet.

Dass Computertechnik immer besser, immer schneller und immer kleiner wird, interessiert allerdings immer weniger. Gefragt sind neue Funktionen und ihre einfache Integration, wie es Intel mit dem neuen Centrino-Chip vormacht. Dieser Spezialprozessor für Notebooks hat die WLAN-Technik integriert, allerdings zunächst nur mit dem Standard 802.11b bis 11 Megabit pro Sekunde. Ein Notebook mit Centrino-Chip will unter anderem der Massenanbieter Gericom vorstellen.

Bereits Vielzahl von UMTS-Handys

Auch beim neuen Mobilfunkstandard UMTS gibt es konkrete Produkte zu sehen. Motorola führt gleich zwei UMTS-Handys vor und demonstriert das neue Breitbandnetz, in dem Videos mit 384 Kilobit in der Sekunde (Kbps) übertragen werden können. Das ist 40 Mal so schnell wie im herkömmlichen GSM-Netz. Ab Juli führt die Deutsche Telekom UMTS in zunächst 200 Städten ein; zu den interessantesten Fragen gehört zurzeit noch die konkrete Preisgestaltung.

Mit einer Vielzahl von bunten Gimmicks stimmen die Handy-Hersteller die Verbraucher auf die Mobilfunkzukunft ein. Nokia stellt sein trendiges Modell 3650 in den Mittelpunkt des CeBIT-Auftritts. Das Telefon kann kurze Videoclips aufnehmen und versenden, wobei als Transportweg das klassische GSM-Netz dient. Ein neues drahtloses Spielgerät ist N-Gage: Das Spieleterminal enthält auch einen MP3-Player, ein UKW-Radio und ein Dreiband-Mobiltelefon.

Symbian und Java

Nokia, dessen Vorstandschef Jorma Ollila bei der Eröffnungsfeier der Messe auftreten wird, vertraut bei der Software auf Symbian und Java. Das Konkurrenzmodell auf der Basis des Microsoft-Smartphone-Systems soll bis Sommer von T-Mobile vertrieben werden. Microsoft präsentiert auf der Messe unter anderem die Arbeiten an seinem neuen Office 11 mit dem XML-Format im Mittelpunkt, seine neuen "Smart Objects" sowie den Deutschland-Start von Online-Spielen auf der Xbox.

"Web-Services"

Wichtigster Gegenspieler von Microsoft bei den Business-Anwendungen im Internet ist IBM. Während Microsoft die Programmierer für seine .NET-Technik gewinnen will, wirbt IBM bei der Gestaltung von "Web-Services" (im Internet verteilte Anwendungen) für seine WebSphere-Plattform. IBM stellt das Schlagwort "on demand" in den Mittelpunkt seines Cebit-Auftritts: "Produkte und Dienstleistungen werden ganz nach Bedarf abgerufen und ohne Zeitverzögerung eingesetzt." Für die Kunden hat dies den Vorteil, dass aus fixen Kosten für die bisherige IT-Abteilung variable Kosten werden können. IBM will alle Dienstleistungen über das Internet zur Verfügung stellen. Das Netz soll so "zu einem riesigen virtuellen Supercomputer" werden, "dessen Rechner-Ressourcen, Anwendungen und Speicherkapazitäten so leicht zugänglich und verfügbar werden wie heute elektrische Energie".

Nachwuchs bei der Geforce-FX-Familie

Beim PC ist die Grafikkarte der technologisch interessanteste Teil geworden. Marktführer Nvidia stellt in Hannover seine neuesten Angebote der Geforce-FX-Familie vor. Die Spezialchips sind inzwischen so raffiniert geworden, dass die aus Polygonen zusammengebauten Spielfiguren auf dem PC-Bildschirm kaum noch von echten Filmschauspielern zu unterscheiden sind.

Was Technik in der Welt von morgen bedeutet, demonstrieren die Fraunhofer-Institute für Informations- und Kommunikationstechnologie. Dazu gehören Konzepte für das digitale Kino ebenso wie der "elektronische Schiedsrichter", der den Fußball mit Hilfe von Mikrowellen auf Zentimeter genau orten und alle strittigen Fragen mit letzter Präzision klären kann.(APA)

  • Artikelbild
Share if you care.