Privatisierung soll im Sommer starten

4. März 2003, 18:34
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Deutsche Post gilt als Favorit bei Partnersuche - Für ÖIAG jedoch auch andere Interessenten denkbar

Wien - Die ersten Schritte zur Privatisierung der Österreichischen Post AG sollen heuer im Sommer, spätestens im Herbst eingeleitet werden. Dies sagte eine Sprecherin der ÖIAG am Dienstag. Die Staatsholding will mit den Vorbereitungen einer Partnersuche beginnen, sobald ein entsprechender Regierungsauftrag erteilt ist. Nach Einladung der Interessenten zur Angebotslegung im Sommer/Herbst soll es dann noch weitere neun bis zehn Monate bis zum Vertragsabschluss dauern.

Die ÖIAG relativierte damit einen Bericht in der Dienstagausgabe der "Financial Times Deutschland" (FTD), wonach noch im März die interessierten Unternehmen zur Angebotslegung eingeladen werden sollen. Aus dem Finanzministerium hieß es am Dienstag unter Verweis auf die Regierungsvereinbarung nur knapp: "Der Eigentümer begibt sich auf die Suche nach einem strategischen Partner für die Post." Am Freitag tagt in der ÖIAG der Aufsichtsrat. Der "Regierungsauftrag" steht dort als mündliches Thema auf der Tagesordnung. Für einen tatsächlichen Privatisierungsauftrag ist nach dem Regierungsübereinkommen allerdings noch ein Ministerratsbeschluss notwendig. Der Ministerrat tagt jedoch erst wieder nächste Woche.

Deutsche Post Favorit

Als Favorit für einen Einstieg bei der österreichischen Post gilt seit längerem die Deutsche Post. Diese - schreibt auch die "FTD" unter Berufung auf Wiener Regierungskreise - habe "die besten Karten". Die ÖIAG dementierte am Dienstag jedoch heftig. Davon könne keineswegs die Rede sein, da man noch nicht einmal alle Interessenten kenne, betont die Sprecherin.

Aus Kreisen der Österreichischen Post AG heißt es allerdings, dass bisher nur die Deutsche Post konkretes Interesse angemeldet hätte. ÖIAG-Kreise wiederum erklärten, dass neben den Deutschen auch die "Spanier, Franzosen und Schweizer sowie mehrere Post-Unternehmen aus den skandinavischen Ländern" ihr Interesse bekundet hätten. Offen ist noch, wie viel von der österreichischen Post an den künftigen Partner verkauft werden soll. Eine Mehrheitsbeteiligung eines ausländischen Partners schließt die ÖAIG-Sprecherin aber nicht aus.

Verluste

In den ersten drei Quartalen 2002 ist die Österreichische Post, wie berichtet, in die Verlustzone gerutscht. Zahlen für das Gesamtjahr 2002 liegen noch nicht vor, allerdings dürfte das Betriebsergebnis (Ebit) laut "FTD" deutlich unter dem Planziel von 46 Mio. Euro liegen. Auch der Umsatz soll 2002 unter das Vorjahresniveau von 1,52 Mrd. Euro gesunken sein. (APA)

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    montage: derstandard.at
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