Datenübertragung mit "Lichtgeschwindigkeit"

4. März 2003, 15:17
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Neue Technologie ermöglicht 1 Gbps-Übertragung - einfach, billig über mehrere Kilometer und ohne Lizenzgebühren

Datenübertragung über mehrere Kilometer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbps, keine Lizenzgebühren, einfach und billig zu installieren und wer möchte kann seinen eigenen Fernsehkanal betreiben - also ein Ding der Unmöglichkeit? - Mitnichten.

Moduliertes Licht als Träger

Firmen wie etwa Power Beat International, Terabeam und AirFiber haben bereits erste Produkte am Markt, die allen diesen Anforderungen gerecht werden. Der Datenträger ist dabei Licht - genauer gesagt ein modulierter Lichtstrahl, der ein analoges oder digitales Signal übermitteln kann.

Bis zu 11 Kilometer

Wie der amerikanische Newsdienst Wired berichtet, gelang es dem neuseeländischen Unternehmen Power Beat International bei einer Präsentation über eine Distanz von 1,4 Kilometern eine Datenübertragung auf eine riesige Videowall zu installieren. Die Zuseher kamen in den Genuss einer folkloristischen Musikdarbietung. Mit der Terabeam-Technologie hatte bereits Merrill Lynch nach dem 11. September zwei Büros über eine Strecke von 2,6 Kilometern mit einer "Licht-Datenleitung" ausgestattet. AirFiber übertrug Bilder der MTV European Music Awards 2002 über eine 1,65 Kilometer lange Laserleitung. Laut Angaben der Entwickler sollen Distanzen von bis zu 11 Kilometer mit der Lichtleitung überbrückbar sein.

Keine Lizenzgebühr

Die Vorteile der neuen Technologie liegen auf der Hand: keine umständlichen Installationen, eine enorme Kostenersparnis - im Vergleich zu Bau- und Grabungsarbeiten bei der Verlegung herkömmlicher Kabel - und auch keine Lizenzgebühren.

Nicht nur Punkt zu Punkt

Die von Power Beat auf den Namen "Megamantis" getaufte Technologie befindet sich schon bei einigen australischen und neuseeländischen Firmen und öffentlichen Einrichtungen im Testbetrieb. Meist werden einzelne Büros - etwa auf einem Unicampus - "verlinkt", doch ist nicht nur ein Punkt-zu-Punkt-Datentransfer möglich. Nach Angaben der Hersteller könnte auch ein 360 Grad-Schild über eine Stadt gelegt werden - ähnlich wie bei den bekannten WLAN-Wolken. Dies würde unter anderem eine kostengünstige Errichtung eines lokalen Fernsehsenders ermöglichen.

Das Wetter

Wie Wired berichtet, sind sich jedoch nicht alle Experten über die Stabilität der Technologie einig. So wird der australische Telekom-Analyst Paul Budde mit folgenden Worten zitiert: "Es gibt eine Vielzahl von Problemen. Die Technologie ist nicht stabil, so ist es schwer kommerzielle Anwendungen zu betreiben. Es verlangt noch nach einer Reihe von Feinabstimmungen". Bei der Übertragung mit Licht könnte das Wetter einen entscheidenden Einfluss auf die Geschwindigkeit und Stabilität der Übertragung haben. Doch die Entwickler sehen sich auch dafür gerüstet. Licht mit verschiedenen Wellenlängen soll eine Übertragung auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen ermöglichen.(red)

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