Wien - Tortungen von Politikern kommen regelmäßig vor, an "Schuhungen" kann sich der Kulturanthropologe Klaus Schönberger, der in Hamburg über "Kommunikationsguerilla" forscht, nicht erinnern. "Der Erfolg der Schuhattacke auf George Bush liegt darin, dass es gelungen ist, einen übermächtigen Gegner anzugreifen" , sagt Schönberger im STANDARD-Gespräch. Wie bei der Torte gehe es beim Schuhangriff nicht darum, das Opfer zu verletzen, sondern darum, ein Zeichen des Widerstandes zu setzen. Wobei es doch einen Unterschied gibt: "Die Torte soll entstellen, lächerlich machen, der Schuh dagegen primär beleidigen" .
Dass bereits am Montag bei anti-amerikanischen Protesten in Bagdad Schuhe geschwenkt wurden, wundert Schönberger, der gerade einen Aufsatz über die Geschichte der Tortungen publiziert, nicht: "Weil sie geklappt hat, dürfte sich die Attacke bereits in die irakischen Erzählkollektive eingeschrieben haben." Dabei könnten nun, nach all der medialen Aufmerksamkeit, Schuhungen von Politikern weit öfter vorkommen.
Übrigens sind Schuhe in der hohen Politik nicht ganz neu, der prominenteste Vorfall bis Sonntag datierte aus dem Jahr 1960: Damals soll der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow angeblich bei der UNO-Vollversammlung vor Wut mit seinem Schuh auf einem Pult gehämmert haben. (szi/DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2008)
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Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!völlige ignorierung der tatsachen, dass der irak überfallen wurde und mit napalm- und streubomben zerstört wurde, dass fast jeden tag noch immer einsätze geflogen werden ... wird natürlich als "al kaida" oder taliban-ziele schöngeschrieben, aber an den bombardierung hat sich nichts geändert
woher stammt ihre völlige ignorierung der tatsache, dass ich einer der ersten war, der vor dem überfall auf den Irak gewarnt habe und der gegen diesen überfall protestiert hatte (obwohl ich genau zu dieser zeit gerade schwer verliebt war)??? ;o)
mir scheint, der c2-abusus liegt ganz bei Ihnen ...
re "Der Erfolg der Schuhattacke":
LOL, aus 5m entfernung einen alten man nicht treffen. gleich zwei mal nicht treffen.
so ein loser, und es wird als erfolg gefeiert.
Kein wunder wenn die araber schon das nicht treffen als erfolg sehen wird das sie von niemanden ernst genommen werden ...
however, unter dem saddam haette es das nicht gegeben ;-)
er wollten Bush ja nicht im gesicht treffen, sondern in den Hintern (wo der stiefel auch hingehört).
Ich finde, die aktion hat beiden genützt:
@ dem schuhwerfer)
weil er Bush erfolgreich und kultur konform "erniedrigt" hat (ohne tödliche waffen zu verwenden) ein neuer innovativer Ansatz des Protests. Ob die USA das als Erniedrigung erkennt spielt keine Rolle, dafür umso mehr in den Arabischen Ländern, wo es erfolgreich war.
@ Bush)
hat gezeigt, dass er trotzallem reaktionsschnell ist, unerwartet schwer zu treffen ist und humor hat.
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