Selbstsicherheit vertreibt Depressionen

15. Dezember 2008, 11:30
  • Selbstsicherheit vermindert das Risiko, an Depressionen zu erkranken
    apa/dpa/matthias schrader

    Selbstsicherheit vermindert das Risiko, an Depressionen zu erkranken

Das ist genauso wirksam wie Antidepressiva, fand das Team von Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel heraus - mit Studie

New York/Wien - Selbstsicherheit kann erlernt werden und hilft gegen Depressionen. Ein solcher Lernprozess aktiviert zelluläre und molekulare Vorgänge im Gehirn, die zusätzlich positive Begleiterscheinungen haben. Dies konnte jetzt eine aus Österreich stammende Wissenschafterin im Team von Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel an einem neuen Tiermodell zeigen.

Die vor kurzem im Fachjournal "Neuron" publizierten Ergebnisse zeigen, dass "erlernte Sicherheit" eine vergleichbare antidepressive Wirkung wie Psychopharmaka haben kann, diese Wirkung aber durch andere molekulare Vorgänge gesteuert wird. Durchgeführt wurde das vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützte Projekt an der Columbia University (Howard Hughes Medical Institute) in New York.

Angst und Depressionen

Angst ist gut. Sie schützt uns vor allerlei Gefahren. Daher ist sie Teil von Instinkten, aber auch erlernbar. Angst kann aber auch lästig oder gar krankhaft werden und verschiedene psychische Leiden wie z. B. Depressionen hervorrufen. Um erlernte Angst zu erforschen, wurde jetzt bei Tieren ein angstreduzierendes Verhalten untersucht: die sogenannte "erlernte Sicherheit". Dabei werden Tiere so konditioniert, dass sie spezielle Reize mit einem Gefühl der Sicherheit assoziieren, was in der Folge erlernte Angst vermindert. Dieses experimentelle Modell nutzte die österreichische Wissenschafterin Daniela Pollak als Projektleiterin in der Gruppe von Eric Kandel, Nobelpreisträger des Jahres 2000. So analysierte sie zelluläre und molekulare Vorgänge im Zusammenhang mit dieser "erlernten Sicherheit".

Die Wissenschafterin fand heraus: "Drei wesentliche Schlussfolgerungen lassen sich aus den Arbeiten unseres Teams ableiten: Erstens, 'erlernte Sicherheit' ist ein Tiermodell für Verhaltenstherapie gegen Depressionen, in dem es zu ähnlichen Wirkungen kommt wie durch die Behandlung mit Psychopharmaka. Zweitens, das Tiermodell bietet sich daher auch an, zelluläre und molekulare Interaktionen zwischen medikamentösen und verhaltenstherapeutischen Behandlungen von Depressionen zu analysieren. Und drittens, 'erlernte Sicherheit' führt zu zellbiologischen Reaktionen, wie sie auch durch Antidepressiva hervorgerufen werden, nutzt dafür aber andere molekulare Mechanismen."

"Erlernte Sicherheit"

Konkret konnte das Team um Daniela Pollak folgende zellulären und molekularen Vorgänge im Zusammenhang mit 'erlernter Sicherheit' beobachten: Es wurde gezeigt, dass "erlernte Sicherheit" in einer spezifischen Region des Hippocampus (dentate gyrus) des Hirns positiven Einfluss auf neu entstandene Zellen hat. Denn dort überlebten signifikant mehr neue Zellen, wenn sie zuvor einen Stimulus durch das Erlernen von Sicherheit erfahren hatten. Dieser Effekt auf das Überleben der Zellen könnte auf die vermehrte Expression des Proteins BDNF (brain-derived neurotrophic factor) zurückgeführt werden, die ebenfalls durch das Verhaltenstraining hervorgerufen wird. Der Stimulus für die Zellen, das zeigte die Arbeit der Wissenschafterin, musste jedoch in einer bestimmten Phase nach der Entstehung der neuen Zellen erfolgen, um wirksam zu sein.

Weiters konnten Effekte auf die Aktivität verschiedener wichtiger Gene beobachtet werden. Durch 'erlernte Sicherheit' werden Gene des Dopamin- und Neuropeptid-abhängigen Systems in der Amygdala (Mandelkern) im Gehirn in ihrer Aktivität reduziert. Auf den Nervenbotenstoff Serotonin, der mit Depressionen zusammenhängen dürfte, wurde aber keine Wirkung beobachtet. Die Wissenschafterin ist mittlerweile an das Institut für Physiologie an der Medizinischen Universität Wien zurückgekehrt. (APA)

Ich finde es gefährlich...

...nur einzelne Aspekte der Depression (Selbstsicherheit) zu behandeln - und noch dazu mit Verhaltenstraining...

Eine Depression ist nämlich ein viel komplexeres Zusammenspiel mehrerer Aspekte und da ist die Selbstsicherheit nur ein kleiner Teil davon.
Ohne intensive Psychotherapie, die die Ursachen der Depression erkennt und dort angreift, ist ein Verhaltenstraining zu erlernter Selbstsicherheit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein in der gesamten Behandlung...

schon komisch, dass der Selbstwert, also der Wert, den man sich selber gibt, gering sein kann

Selbstbewusstsein

winziges selbstbewusstsein – wenn menschen etwas von aussen beeinflusst kommen aggressive ausbrüche oder ängste,

wenn das selbstbewusstsein ganz winzig ist, dann weiss mensch nicht mal mehr, was für gefühle er haben will. wenn es ganz schlecht ist, dann kommt der zustand der depression, depression sehe ich als - alle persönlichkeitsenergien sind unterdrückt und wie mensch weiss kommt es aus dem lateinischen – depressiv. tatsache ist, jemand der wirklich depressiv ist, der weiss an sich nicht mehr - wo ist mensch - wo will mensch hin - wer ist er - was sind seine bedürfnisse und wünsche - was schlecht - was ist gut für ihn.

Selbstwertgefühl

Geringes Selbstwertgefühl ist ja ein klassisches Symptom der Depression und anderer psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen.

Solange SSRIs (="happy pills") aber noch immer billiger sind als jedwede Form der Psychotherapie, werden die Krankenkassen weiterhin den Medikamenten den Vorzug geben.

ganz richtig

und jetzt haben jene eine neue geldquelle gefunden - die physik - die magnetische psychotherapie ....

das gute alte handauflegen hat den einzigartigen vorteil, dass es wirklich keinen schaden anrichtet - was bei physik und chemie ganz sicher nicht so ist.

das Ganze erscheint wie eine reminiszenz

der Psychoanalyse.

Der erdachte Brückenschlag zum "Neuron" und der "biochemischen Transmission", das analogon zum Tierversuch und zum Pfau
erscheint wie eine Weihnachts-geschichte, ein Gemälde, wo am unteren Mondes-zipfel der Münchhausen an der schnur schon ganz oben ist.

da werden die pharmakonzerne aber raunzen...

wenn selbstsicherheit gegen depressionen wirkt...wohin mit den ganzen happy-pills...

haha. fangen schon an.... lies mal gleich über dir..... ;-)))

selbstsicherheit ist aber unerwünscht in unserem system

die sollen alle brav ducken und kriechen

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