Während das übrige Europa sich zusehends auf Windenergie verlegt, um seine Treibhausgasemissionen zu verringern, bleibt Bosnien außen vor
Alija Krha beugt seinen großen, hageren Körper nach vorn, um in seinem Garten Gemüse zu ernten. Von dort kann er ganz Podvelezje sehen, ein karges und einsames, von Büschen und vereinzelten Brombeersträuchern bedecktes Plateau im Süden Bosnien und Herzegowinas.
Er ist einer von nur Dreien, die nach dem Krieg von 1992 bis 1995 in diese verlassene Gegend zurückkehrten, doch als das Gespräch auf den Wind kommt, hellt sich das wettergegerbte Gesicht des 70jährigen auf.
„Das sind großartige Neuigkeiten. Windräder werden hier niemanden stören“, sagt er, als er erfährt, dass ein westlicher Investor plant, auf dem stürmischen Hochland Windparks zu errichten. „Das könnte dazu beitragen, die Gegend zu entwickeln und junge Leute davon zu überzeugen, hierher und in die Nachbardörfer zurückzukehren“.
Aber es ist alles andere als sicher, dass die Windparks – und das noch ferner wirkende Versprechen von Investitionen – auch wirklich kommen werden. Seit mehr als vier Jahren müht sich die von der österreichischen Windkraft Simonsfeld GmbH gegründete Firma Vjetroenergetika, ein 40-Millionen-Euro-Projekt zum Bau eines Windparks in Podvelezje voranzubringen.
Jedes Jahr brachte neue Verzögerungen und Blockaden. „Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man ausländische Investoren nicht behandeln sollte“, beklagt sich die Vjetroenergetika-Managerin Zejna Sanjevic-Kussmaul.
Trotz ständig steigender Energiepreise auf den Weltmärkten und einem zunehmenden Interesse an umweltfreundlichen, sauberen Energiequellen stößt der Bau von Windparks in Bosnien auf zähen Widerstand.
Dieser Widerstand ist in erster Linie mehr passiver Natur als bewusst und ist auf unklare Gesetze und überbordende Bürokratie zurückzuführen. Teilweise liegt er auch an der Ignoranz örtlicher Behörden und an Interessenkonflikten zwischen potenziellen Investoren und staatlichen Energiekonzernen. Letzere wollen den Bau der Anlagen kontrollieren und beanspruchen die Gewinne für sich.
Das Ergebnis: Bosnien verpasst den Anschluss an die „grüne Energierevolution“, die im letzten Jahrzehnt ganz Europa erfasst hat.
Die Antwort weiß allein der Wind
Windparks wurden in den letzten Jahren zu einem vertrauten Anblick in Westeuropa. Die Regierungen der Europäischen Union, EU, förderten wegen ihrer hohen Umweltverträglichkeit die Entwicklung alternativer, grüner Energiequellen.
Windenergie half vielen Ländern, ihre Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll von 1997 einzuhalten. Dieses verpflichtet die Industrie- und die so genannten Schwellenländer, ihre Treibhausgasemissionen – einer der Hauptgründe der globalen Erwärmung – zu reduzieren sowie alternative Energiequellen zu entwickeln und diese zu einem bestimmten Prozentsatz zu nutzen. Die EU-Mitgliedsstaaten sind übereingekommen, dass Windparks bis zum Jahr 2020 12 bis 14 Prozent des gesamten Energiebedarfs abdecken sollen.
Bezeichnenderweise finden Investitionen in die Entwicklung alternativer Energien in anderen Ländern durch Unternehmen aus der EU in die Energiebilanz des jeweiligen eigenen Landes Eingang. Das erklärt, warum eine wachsende Zahl europäischer Unternehmen ihre Expertise nutzt, um in Südosteuropa zu investieren.
Faruk Mustovic, Autor des Buches Wind Farms in Bosnia, ist ein führender Experte in Bosnien und ein engagierter Windkraftenthusiast: „Windturbinen erzeugen nicht nur kein CO2 und keine Treibhausgase, sondern sie ersetzen auch fossile Brennstoffe und tragen so zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei.“
Österreich in der Vorreiterrolle
Österreich ist in Europa auf dem Gebiet erneuerbarer Energiequellen führend und deckt auf diese Weise ein Viertel seines gesamten Energiebedarfs. Die Behörden haben dort den Bau von 900 Windturbinen genehmigt. Viele stehen in der fruchtbaren Tiefebene nördlich Wiens, nahe den Orten Bruck an der Leitha, Parndorf, Neudorf und Zurndorf.
Dort wimmeln die Felder von Windrädern, die wie riesige Sonnenblumen in den Himmel ragen. Jedes ist im Durchschnitt 100 Meter hoch; die dreiblättrigen Rotoren haben einen Durchmesser von 50 Metern. Bauern und Wildtiere sind mittlerweile an die exotischen Eindringlinge gewöhnt: Die Feldpflanzen wachsen wie immer, und wilde Tiere und Vögel ließen sich ihr angestammtes Gebiet nicht streitig machen.
„Die einzigen Gegner der Windparks sind Wiener, die hier ihre Wochenendhäuser haben und die von ursprünglicher Natur umgeben sein wollen“, sagt Gottfried Pschill, ein Ingenieur, der für den Energiepark in Bruck an der Leitha zuständig ist.
Pschill sagt, die Windräder seien bei der lokalen Bevölkerung oder Umweltschützern auf keinerlei Widerstand gestoßen. Man habe von den Fehlern der Deutschen gelernt, die anfänglich keine Machbarkeitsstudien durchführten und den Bau von Windparks in der Nähe von wichtigen Vogelnistplätzen und in den Flugrouten von Zugvögeln genehmigten.
Österreich hat diese Fehler nicht wiederholt. Heute finanzieren Energiepark und andere österreichische Unternehmen den Bau von Windparks im benachbarten Ungarn und in Rumänien.
Aber bitte nicht in meinem Dorf
Von allen Ländern des Westlichen Balkans hat Kroatien die am weitesten fortgeschrittene Gesetzgebung, um Windparks in sein Energiesystem zu integrieren. Als Schwellenland ist Kroatien nach dem Kyoto-Protokoll verpflichtet, bis zum Jahr 2010 auf einen Anteil von 5,8 Prozent aus erneuerbaren Quellen in seinem Gesamtenergiebedarf hinzuarbeiten. Die beiden bestehenden Windparks erzeugen derzeit 1 Prozent des kroatischen Energiebedarfs.
Es dauerte fünf Jahre, bis Kroatien die nötigen Gesetze auf den Weg gebracht hatte, zum Beispiel die Gebührenfreistellung von Investoren für die Nutzung des Baulandes.
Enersys aus Deutschland hat bereits einen Windpark mit 14 Turbinen in den Bergen nördlich von Sibenik in Dalmatien errichtet. Dieser Park hat eine Gesamtleistung von 11,2 MW und erzeugt 30.000 MW/h Strom pro Jahr. Diese Menge reicht aus, um gut 10.000 Haushalte zu versorgen.
Die lokalen Behörden planen, den Bau weiterer Windturbinen im Südwesten Kroatiens zu genehmigen. Doch trotz offizieller Unterstützung stößt dies in manchen Gemeinden noch immer auf Argwohn und Widerstand.
Die Bewohner des Dorfes Bruska nahe dem dalmatinischen Benkovac fürchten, die geplanten Windparks würden die von ihnen hoch geschätzte Landschaft zu Grunde richten. „Sie werden unsere Weidegründe und unsere Umwelt ruinieren“, klagt Nikola Cacic, während er unter einem Walnussbaum vor seinem Haus sitzt.
Mate Bulin, ein Ingenieur an der Handelskammer des Bezirks Sibenik-Knin, sagt, er hoffe, lokale Widerstände könnten mit Ausgleichsofferten wie Wasservorräten oder Straßenbeleuchtungen überwunden werden. Enersys zahlt indessen freiwillig 0,5 Prozent seiner Gewinne an die Stadt Sibenik. Doch manche Dorfbewohner aus Gebieten, in denen Windparks gebaut werden sollen, bezweifeln nach wie vor, dass sie irgendeinen direkten Nutzen aus den Projekten ziehen werden.
Erlahmendes Interesse in Bosnien
Während die Probleme in Kroatien primär auf lokale Widerstände zurückzuführen sind, sind immerhin die Windparks betreffenden Gesetze und Ausführungsbestimmungen unter Dach und Fach. Im Vergleich dazu liegen Bosniens Bestimmungen noch in den Windeln, sagt Zeljko Samardzic, der Manager des Windparks nahe Sibenik: „Nach unseren Erfahrungen in Kroatien kann es in gut zwei Jahren in Bosnien losgehen.“
Tonci Panza, Direktor von Adria Wind Power, das auf der kroatischen Insel Pag einen Windpark betreibt, gibt ihm Recht: „In Bosnien wurden noch nicht einmal die Mindestvoraussetzungen (für Investoren) geschaffen.”
Das erste Hindernis, auf das Investoren in Bosnien stoßen, ist der komplizierte, durch das Friedensabkommen von Dayton geschaffene administrative Aufbau des Landes. Dieses Abkommen beendete den Krieg von 1992 bis 1995 und schuf zwei halbunabhängige Entitäten;¬ die Föderation und die Republika Srpska. Erstere besteht aus 10 Kantonen mit jeweils einer eigenen Mini-Regierung.
Der schwache übergeordnete bosnische Staat hat weder eine Energiestrategie noch ein gesondertes Energierecht entwickelt. Dies gilt auch für die Parlamente der beiden Entitäten.
Das bosnische Stromnetz ist entlang ethnischer Linien aufgeteilt und wird von drei Energiekonzernen kontrolliert: Elektroprivreda BiH, Elektroprivreda Herceg Bosne und Elektroprivreda Republike Srpske. Jedes Unternehmen verlangt unterschiedliche Bezugspreise für Strom aus alternativen Quellen.
Aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Stromnetzes drosselten die Entitätsregierungen 2002 die Durchleitungsstärke alternativer Energien auf 5 MW. Diese Regelung wurde seitdem durch die Fortentwicklung des Stromnetzes und alternativer Energiequellen überflüssig, stellt aber ein weiteres Hindernis für Investoren dar, indem sie sie daran hindert, mehr als zwei 2 MW Windturbinen zu bauen und zu betreiben.
Auch sonst gibt es nur wenige Anreize zur Erzeugung alternativer Energie in Bosnien. Anders als Kroatien ist es reich an Energie und das einzige Land in der Region, das sogar Elektrizität exportiert, die in erster Linie in Wärme- und Wasserkraftwerken gewonnen wird.
Zudem stuft das Kyoto-Protokoll Bosnien im Gegensatz zum Schwellenland Kroatien als Entwicklungsland ein. Daher ist es nicht zur Verringerung seiner Treibhausgasemissionen verpflichtet und nicht Teil des ANNEX 1 des Protokolls. All diese Faktoren tragen dazu bei, das mangelnde Interesse der Behörden an alternativen Energiequellen zu erklären, obwohl Bosnien eine geschätzte Windkapazität von 1.000 MW hat. Die kroatische liegt bei 1.700 MW, während die serbische nur 190 MW beträgt.
Wie Investoren der Wind aus den Segeln genommen wird
Trotz des mehr als ungünstigen Klimas für ausländische Investoren in Bosnien haben mehrere Unternehmen aus der Region ihr Interesse an der Nutzung seiner natürlichen Ressourcen gezeigt und hoffen in der Zwischenzeit auf eine Besserung des rechtlichen und institutionellen Rahmens.
Energy 3 ist ein gemeinsames Unternehmen der slowenischen E3 und der bosnischen Impro-Impeks und plant, im Süden des Landes 15 Windkrafträder mit einer Gesamtkapazität von 30 MW zu bauen. Die österreichische Vjetroenergetika hat ein ähnliches Projekt für 16 Turbinen mit einer Kapazität von 32 MW entwickelt.
Beide Unternehmen erhielten 2007 von der Regierung des Kantons Herzegowina-Neretva Baugenehmigungen. Doch keines unterzeichnete eine Vereinbarung zur Umsetzung der Projekte. In beiden Fällen stellten die von den Kantonsbehörden geforderten Bankbürgschaften für die Investoren das Haupthindernis dar.
Die bosnischen Gesetze bestimmen nicht, bis zu welchem Prozentsatz des Projektumfangs eine Bank bürgen muss. Die Kantonsbehörden forderten daher Bürgschaften für das gesamte Projekt. Bosniens führende Banken, darunter UniCredit Group und Volksbank BH, haben ihr Interesse an einer Unterstützung von Investitionen in umweltverträglichen Strom bekräftigt, machen jedoch deutlich, dass sie nicht Bürgschaften für Projekte in Höhe von jeweils 40 Millionen Euro übernehmen können.
Esad Humo, Wirtschaftsminister des Kantons Herzegowina-Neretva, sagt, die Kantonsbehörden träfe keine Schuld; diese läge bei den Unternehmen, die nicht die nötigen Unterlagen vorlegten: „Wir sind alle für ausländische Investitionen und neue Technologien, aber wir können sie nicht beim Wort nehmen. Wir müssen wissen, ob sie in der Lage sind, übernommene Verpflichtungen einzuhalten. Daher benötigen wir Garantien. Ich muss die Interessen des Staates wahren und mich an das Gesetz halten.“
Doch die verschiedenen Verpflichtungen lassen sich häufig nicht in Einklang bringen und führen so in eine Zwickmühle. Während die Behörden vor der Unterzeichnung von Projektumsetzungsverträgen auf weitreichende Bankbürgschaften bestehen, fordern die Banken unterzeichnete Umsetzungsverträge vor der Übernahme von Bürgschaften.
Tonci Panza von Adria Wind Power merkt an, dass die kroatischen Behörden nie solche Bankbürgschaften verlangt haben, da sie anerkannten, dass dies bei teuren Entwicklungsprojekten kaum machbar ist.
Einige potenzielle Investoren in Bosnien hoffen, die Situation werde sich nun, nach der Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens, SAA, mit der Europäischen Union, verbessern. Dieses Schlüsselabkommen wurde am 16. Juni 2008 mit Brüssel abgeschlossen. „Bosnien wird sich an die Verordnungen und die Gesetzgebung der Europäischen Union sowie an neue Technologien anpassen müssen“, sagt der Direktor von Energy 3, Miralem Campara.
Andere hegen weiter Zweifel und wähnen andere Gründe hinter der Blockade durch die Regierung, wie zum Beispiel Korruption und Interessenkonflikte. Einige ausländische Investoren beklagten unter Zusicherung von Anonymität, dass Regierungsvertreter mehr oder weniger offen Bestechungsgelder forderten, um Projekte auf den Weg zu bringen.
Neben der Korruption vermuten örtliche Experten wie Faruk Mustovic, dass die drei staatlichen Elektrizitätsunternehmen Bosniens ihr absolutes Monopol auf Energie bewahren wollen und daher andere Unternehmen behindern, die auf Windenergie setzen.
Die Hand auf der Energiezufuhr
Der Fall Ante Andrics, eines kleinen Unternehmers aus Tomislavgrad in Südwestbosnien, legt nahe, dass die drei Monopolisten die Kontrolle über die Energieversorgung des Landes nicht abgeben wollen.
Vor drei Jahren baute Andric auf seinem eigenen Land eine 100 kW Windturbine, um Strom für eine kleine Baustofffabrik zu erzeugen. Seine Turbine ist an das Elektroprivreda Herceg-Bosne System angeschlossen. Doch er hält das derzeitige Arrangement für alles andere als fair, da er verpflichtet ist, alle überschüssige Energie gratis an das Unternehmen abzugeben, während er in einer Windflaute für Strom aus dem normalen Netz zahlen muss.
Elektroprivreda Herceg-Bosne ist der Ansicht, dass jeder, der selbst Strom erzeugt, für den Verkauf an das Unternehmen eine Erlaubnis benötigt. Andric hält dagegen, dass dies quasi unmöglich ist; das Verfahren sei so kompliziert, dass er nicht einmal versucht habe, sie zu beantragen.
Andererseits sind die Erfahrungen von Unternehmen, die einen Antrag stellten, Elektrizität an die staatlichen Unternehmen zu verkaufen, wenig ermutigend. Loncarplast und Eurograniti aus der Stadt Posusje verfügen beide über zwei 80 kW Turbinen und bewarben sich vor einem Jahr um eine Lizenz, überschüssige Energie an Elektroprivreda Herceg-Bosna verkaufen zu können. Bis heute bleiben ihre Anträge im Dschungel der Bürokratie verschollen
Vlatko Medjugorac von Elektroprivreda Herceg-Bosne sagt, die beiden Antragsteller hätten „nicht alle benötigten Unterlagen“ vorgelegt. Die Vertreter von Loncarplast und Eurograniti haben nun erklärt, sie seien das ständige Hin und Her leid und würden nun vor Gericht ziehen.
Elektroprivreda Herceg-Bosne bereitet indessen den Bau von drei eigenen Windparks in Livno, Tomislavgrad und Mostar vor, die im Jahr 2010 Energie erzeugen sollen. Elektroprivreda BiH sagt, es unterstütze Initiativen zur Einbringung alternativer Energie in das System, jedoch nur zu den eigenen Bedingungen.
Emir Aganovic, leitender Direktor für Betriebsanlagen und Instandhaltung, sagt, Projekte wie die in Podvelezje geplanten könnten umgesetzt werden, „wenn eine akzeptable Übereinkunft“ mit den Investoren gefunden werde.
In einer solchen Situation haben Investoren kaum eine andere Chance, als die Bedingungen der Energiekonzerne zu akzeptieren.
Bei Energy 3 und Vjetroenergetika bot Elektroprivreda BiH zum Beispiel im September 2008 die Unterzeichnung eines Abkommens an. Der staatliche Energiekonzern wird ein Joint Venture mit Vjetroenergetika gründen, das das ursprüngliche Projekt umsetzen wird, während Energy 3 das gesamte Projekt an Elektroprivreda BiH übergeben wird.
Trotz des einseitigen Ergebnisses sagte Miralem Campara, der Direktor von Energy 3, sein Unternehmen sei mit den Bedingungen der Übereinkunft einverstanden, da die Kosten wiedererstattet würden, und dass er hoffe, die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Energiekonzern werde sein Unternehmen in eine bessere Lage versetzen, um zwei ähnliche Projekte in derselben Gegend durchzuführen.
Bosniens dritter Energiekonzern, Elektroprivreda Republike Srpske, hat entschieden, die Suche nach potenziellen Investoren für Windparks bis zum 2009 erwarteten Abschluss einer Machbarkeitsstudie zu verschieben.
Während Investoren, Regierungen und die drei staatlichen Energiekonzerne ihre Auseinandersetzungen über die Kontrolle der Zukunft alternativer Energie fortführen, warten die Einwohner Podvelezjes noch immer auf ihre Windräder.
Für sie bedeutet alternative Energie die letzte Hoffnung auf neue Jobs und eine bessere Infrastruktur. „Ich habe gehört, dass sie den Bau einer neuen Straße, bessere Stromleitungen sowie ein Wasserversorgungssystem versprochen haben“, sagt Ismet Stranjak, der Besitzer des Gasthofs Sunce in Podvelezje.
„Hier wurde seit Ewigkeiten nichts mehr getan“, fügt er hinzu. „Doch Gott hat uns diesen Wind geschenkt, und am Ende könnte das die Existenz der Menschen in dieser Gegend sichern.“ (Von Mirsad Bajtarevic in Sarajevo, Sibenik und Wien)