Der Wind der Veränderung bläst an Bosnien vorbei

15. Dezember 2008, 17:00
  • Artikelbild
    foto: reuters/mitchell

    Trotz ständig steigender Energiepreise auf den Weltmärkten und einem zunehmenden Interesse an umweltfreundlichen, sauberen Energiequellen stößt der Bau von Windparks in Bosnien auf zähen Widerstand.

Während das übrige Europa sich zusehends auf Windenergie verlegt, um seine Treibhausgasemissionen zu verringern, bleibt Bosnien außen vor

Alija Krha beugt seinen großen, hageren Körper nach vorn, um in seinem Garten Gemüse zu ernten. Von dort kann er ganz Podvelezje sehen, ein karges und einsames, von Büschen und vereinzelten Brombeersträuchern bedecktes Plateau im Süden Bosnien und Herzegowinas.

Er ist einer von nur Dreien, die nach dem Krieg von 1992 bis 1995 in diese verlassene Gegend zurückkehrten, doch als das Gespräch auf den Wind kommt, hellt sich das wettergegerbte Gesicht des 70jährigen auf.

„Das sind großartige Neuigkeiten. Windräder werden hier niemanden stören“, sagt er, als er erfährt, dass ein westlicher Investor plant, auf dem stürmischen Hochland Windparks zu errichten. „Das könnte dazu beitragen, die Gegend zu entwickeln und junge Leute davon zu überzeugen, hierher und in die Nachbardörfer zurückzukehren“.

Aber es ist alles andere als sicher, dass die Windparks – und das noch ferner wirkende Versprechen von Investitionen – auch wirklich kommen werden. Seit mehr als vier Jahren müht sich die von der österreichischen Windkraft Simonsfeld GmbH gegründete Firma Vjetroenergetika, ein 40-Millionen-Euro-Projekt zum Bau eines Windparks in Podvelezje voranzubringen.

Jedes Jahr brachte neue Verzögerungen und Blockaden. „Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man ausländische Investoren nicht behandeln sollte“, beklagt sich die Vjetroenergetika-Managerin Zejna Sanjevic-Kussmaul.

Trotz ständig steigender Energiepreise auf den Weltmärkten und einem zunehmenden Interesse an umweltfreundlichen, sauberen Energiequellen stößt der Bau von Windparks in Bosnien auf zähen Widerstand.

Dieser Widerstand ist in erster Linie mehr passiver Natur als bewusst und ist auf unklare Gesetze und überbordende Bürokratie zurückzuführen. Teilweise liegt er auch an der Ignoranz örtlicher Behörden und an Interessenkonflikten zwischen potenziellen Investoren und staatlichen Energiekonzernen. Letzere wollen den Bau der Anlagen kontrollieren und beanspruchen die Gewinne für sich.

Das Ergebnis: Bosnien verpasst den Anschluss an die „grüne Energierevolution“, die im letzten Jahrzehnt ganz Europa erfasst hat.

Die Antwort weiß allein der Wind

Windparks wurden in den letzten Jahren zu einem vertrauten Anblick in Westeuropa. Die Regierungen der Europäischen Union, EU, förderten wegen ihrer hohen Umweltverträglichkeit die Entwicklung alternativer, grüner Energiequellen.

Windenergie half vielen Ländern, ihre Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll von 1997 einzuhalten. Dieses verpflichtet die Industrie- und die so genannten Schwellenländer, ihre Treibhausgasemissionen – einer der Hauptgründe der globalen Erwärmung – zu reduzieren sowie alternative Energiequellen zu entwickeln und diese zu einem bestimmten Prozentsatz zu nutzen. Die EU-Mitgliedsstaaten sind übereingekommen, dass Windparks bis zum Jahr 2020 12 bis 14 Prozent des gesamten Energiebedarfs abdecken sollen.

Bezeichnenderweise finden Investitionen in die Entwicklung alternativer Energien in anderen Ländern durch Unternehmen aus der EU in die Energiebilanz des jeweiligen eigenen Landes Eingang. Das erklärt, warum eine wachsende Zahl europäischer Unternehmen ihre Expertise nutzt, um in Südosteuropa zu investieren.

Faruk Mustovic, Autor des Buches Wind Farms in Bosnia, ist ein führender Experte in Bosnien und ein engagierter Windkraftenthusiast: „Windturbinen erzeugen nicht nur kein CO2 und keine Treibhausgase, sondern sie ersetzen auch fossile Brennstoffe und tragen so zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei.“

Österreich in der Vorreiterrolle

Österreich ist in Europa auf dem Gebiet erneuerbarer Energiequellen führend und deckt auf diese Weise ein Viertel seines gesamten Energiebedarfs. Die Behörden haben dort den Bau von 900 Windturbinen genehmigt. Viele stehen in der fruchtbaren Tiefebene nördlich Wiens, nahe den Orten Bruck an der Leitha, Parndorf, Neudorf und Zurndorf.

Dort wimmeln die Felder von Windrädern, die wie riesige Sonnenblumen in den Himmel ragen. Jedes ist im Durchschnitt 100 Meter hoch; die dreiblättrigen Rotoren haben einen Durchmesser von 50 Metern. Bauern und Wildtiere sind mittlerweile an die exotischen Eindringlinge gewöhnt: Die Feldpflanzen wachsen wie immer, und wilde Tiere und Vögel ließen sich ihr angestammtes Gebiet nicht streitig machen.

„Die einzigen Gegner der Windparks sind Wiener, die hier ihre Wochenendhäuser haben und die von ursprünglicher Natur umgeben sein wollen“, sagt Gottfried Pschill, ein Ingenieur, der für den Energiepark in Bruck an der Leitha zuständig ist.

Pschill sagt, die Windräder seien bei der lokalen Bevölkerung oder Umweltschützern auf keinerlei Widerstand gestoßen. Man habe von den Fehlern der Deutschen gelernt, die anfänglich keine Machbarkeitsstudien durchführten und den Bau von Windparks in der Nähe von wichtigen Vogelnistplätzen und in den Flugrouten von Zugvögeln genehmigten.

Österreich hat diese Fehler nicht wiederholt. Heute finanzieren Energiepark und andere österreichische Unternehmen den Bau von Windparks im benachbarten Ungarn und in Rumänien.

Aber bitte nicht in meinem Dorf

Von allen Ländern des Westlichen Balkans hat Kroatien die am weitesten fortgeschrittene Gesetzgebung, um Windparks in sein Energiesystem zu integrieren. Als Schwellenland ist Kroatien nach dem Kyoto-Protokoll verpflichtet, bis zum Jahr 2010 auf einen Anteil von 5,8 Prozent aus erneuerbaren Quellen in seinem Gesamtenergiebedarf hinzuarbeiten. Die beiden bestehenden Windparks erzeugen derzeit 1 Prozent des kroatischen Energiebedarfs.

Es dauerte fünf Jahre, bis Kroatien die nötigen Gesetze auf den Weg gebracht hatte, zum Beispiel die Gebührenfreistellung von Investoren für die Nutzung des Baulandes.

Enersys aus Deutschland hat bereits einen Windpark mit 14 Turbinen in den Bergen nördlich von Sibenik in Dalmatien errichtet. Dieser Park hat eine Gesamtleistung von 11,2 MW und erzeugt 30.000 MW/h Strom pro Jahr. Diese Menge reicht aus, um gut 10.000 Haushalte zu versorgen.

Die lokalen Behörden planen, den Bau weiterer Windturbinen im Südwesten Kroatiens zu genehmigen. Doch trotz offizieller Unterstützung stößt dies in manchen Gemeinden noch immer auf Argwohn und Widerstand.

Die Bewohner des Dorfes Bruska nahe dem dalmatinischen Benkovac fürchten, die geplanten Windparks würden die von ihnen hoch geschätzte Landschaft zu Grunde richten. „Sie werden unsere Weidegründe und unsere Umwelt ruinieren“, klagt Nikola Cacic, während er unter einem Walnussbaum vor seinem Haus sitzt.

Mate Bulin, ein Ingenieur an der Handelskammer des Bezirks Sibenik-Knin, sagt, er hoffe, lokale Widerstände könnten mit Ausgleichsofferten wie Wasservorräten oder Straßenbeleuchtungen überwunden werden. Enersys zahlt indessen freiwillig 0,5 Prozent seiner Gewinne an die Stadt Sibenik. Doch manche Dorfbewohner aus Gebieten, in denen Windparks gebaut werden sollen, bezweifeln nach wie vor, dass sie irgendeinen direkten Nutzen aus den Projekten ziehen werden.

Erlahmendes Interesse in Bosnien

Während die Probleme in Kroatien primär auf lokale Widerstände zurückzuführen sind, sind immerhin die Windparks betreffenden Gesetze und Ausführungsbestimmungen unter Dach und Fach. Im Vergleich dazu liegen Bosniens Bestimmungen noch in den Windeln, sagt Zeljko Samardzic, der Manager des Windparks nahe Sibenik: „Nach unseren Erfahrungen in Kroatien kann es in gut zwei Jahren in Bosnien losgehen.“

Tonci Panza, Direktor von Adria Wind Power, das auf der kroatischen Insel Pag einen Windpark betreibt, gibt ihm Recht: „In Bosnien wurden noch nicht einmal die Mindestvoraussetzungen (für Investoren) geschaffen.”

Das erste Hindernis, auf das Investoren in Bosnien stoßen, ist der komplizierte, durch das Friedensabkommen von Dayton geschaffene administrative Aufbau des Landes. Dieses Abkommen beendete den Krieg von 1992 bis 1995 und schuf zwei halbunabhängige Entitäten;¬ die Föderation und die Republika Srpska. Erstere besteht aus 10 Kantonen mit jeweils einer eigenen Mini-Regierung.

Der schwache übergeordnete bosnische Staat hat weder eine Energiestrategie noch ein gesondertes Energierecht entwickelt. Dies gilt auch für die Parlamente der beiden Entitäten.

Das bosnische Stromnetz ist entlang ethnischer Linien aufgeteilt und wird von drei Energiekonzernen kontrolliert: Elektroprivreda BiH, Elektroprivreda Herceg Bosne und Elektroprivreda Republike Srpske. Jedes Unternehmen verlangt unterschiedliche Bezugspreise für Strom aus alternativen Quellen.

Aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Stromnetzes drosselten die Entitätsregierungen 2002 die Durchleitungsstärke alternativer Energien auf 5 MW. Diese Regelung wurde seitdem durch die Fortentwicklung des Stromnetzes und alternativer Energiequellen überflüssig, stellt aber ein weiteres Hindernis für Investoren dar, indem sie sie daran hindert, mehr als zwei 2 MW Windturbinen zu bauen und zu betreiben.

Auch sonst gibt es nur wenige Anreize zur Erzeugung alternativer Energie in Bosnien. Anders als Kroatien ist es reich an Energie und das einzige Land in der Region, das sogar Elektrizität exportiert, die in erster Linie in Wärme- und Wasserkraftwerken gewonnen wird.

Zudem stuft das Kyoto-Protokoll Bosnien im Gegensatz zum Schwellenland Kroatien als Entwicklungsland ein. Daher ist es nicht zur Verringerung seiner Treibhausgasemissionen verpflichtet und nicht Teil des ANNEX 1 des Protokolls. All diese Faktoren tragen dazu bei, das mangelnde Interesse der Behörden an alternativen Energiequellen zu erklären, obwohl Bosnien eine geschätzte Windkapazität von 1.000 MW hat. Die kroatische liegt bei 1.700 MW, während die serbische nur 190 MW beträgt.

Wie Investoren der Wind aus den Segeln genommen wird

Trotz des mehr als ungünstigen Klimas für ausländische Investoren in Bosnien haben mehrere Unternehmen aus der Region ihr Interesse an der Nutzung seiner natürlichen Ressourcen gezeigt und hoffen in der Zwischenzeit auf eine Besserung des rechtlichen und institutionellen Rahmens.

Energy 3 ist ein gemeinsames Unternehmen der slowenischen E3 und der bosnischen Impro-Impeks und plant, im Süden des Landes 15 Windkrafträder mit einer Gesamtkapazität von 30 MW zu bauen. Die österreichische Vjetroenergetika hat ein ähnliches Projekt für 16 Turbinen mit einer Kapazität von 32 MW entwickelt.

Beide Unternehmen erhielten 2007 von der Regierung des Kantons Herzegowina-Neretva Baugenehmigungen. Doch keines unterzeichnete eine Vereinbarung zur Umsetzung der Projekte. In beiden Fällen stellten die von den Kantonsbehörden geforderten Bankbürgschaften für die Investoren das Haupthindernis dar.

Die bosnischen Gesetze bestimmen nicht, bis zu welchem Prozentsatz des Projektumfangs eine Bank bürgen muss. Die Kantonsbehörden forderten daher Bürgschaften für das gesamte Projekt. Bosniens führende Banken, darunter UniCredit Group und Volksbank BH, haben ihr Interesse an einer Unterstützung von Investitionen in umweltverträglichen Strom bekräftigt, machen jedoch deutlich, dass sie nicht Bürgschaften für Projekte in Höhe von jeweils 40 Millionen Euro übernehmen können.

Esad Humo, Wirtschaftsminister des Kantons Herzegowina-Neretva, sagt, die Kantonsbehörden träfe keine Schuld; diese läge bei den Unternehmen, die nicht die nötigen Unterlagen vorlegten: „Wir sind alle für ausländische Investitionen und neue Technologien, aber wir können sie nicht beim Wort nehmen. Wir müssen wissen, ob sie in der Lage sind, übernommene Verpflichtungen einzuhalten. Daher benötigen wir Garantien. Ich muss die Interessen des Staates wahren und mich an das Gesetz halten.“

Doch die verschiedenen Verpflichtungen lassen sich häufig nicht in Einklang bringen und führen so in eine Zwickmühle. Während die Behörden vor der Unterzeichnung von Projektumsetzungsverträgen auf weitreichende Bankbürgschaften bestehen, fordern die Banken unterzeichnete Umsetzungsverträge vor der Übernahme von Bürgschaften.

Tonci Panza von Adria Wind Power merkt an, dass die kroatischen Behörden nie solche Bankbürgschaften verlangt haben, da sie anerkannten, dass dies bei teuren Entwicklungsprojekten kaum machbar ist.

Einige potenzielle Investoren in Bosnien hoffen, die Situation werde sich nun, nach der Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens, SAA, mit der Europäischen Union, verbessern. Dieses Schlüsselabkommen wurde am 16. Juni 2008 mit Brüssel abgeschlossen. „Bosnien wird sich an die Verordnungen und die Gesetzgebung der Europäischen Union sowie an neue Technologien anpassen müssen“, sagt der Direktor von Energy 3, Miralem Campara.

Andere hegen weiter Zweifel und wähnen andere Gründe hinter der Blockade durch die Regierung, wie zum Beispiel Korruption und Interessenkonflikte. Einige ausländische Investoren beklagten unter Zusicherung von Anonymität, dass Regierungsvertreter mehr oder weniger offen Bestechungsgelder forderten, um Projekte auf den Weg zu bringen.

Neben der Korruption vermuten örtliche Experten wie Faruk Mustovic, dass die drei staatlichen Elektrizitätsunternehmen Bosniens ihr absolutes Monopol auf Energie bewahren wollen und daher andere Unternehmen behindern, die auf Windenergie setzen.

Die Hand auf der Energiezufuhr

Der Fall Ante Andrics, eines kleinen Unternehmers aus Tomislavgrad in Südwestbosnien, legt nahe, dass die drei Monopolisten die Kontrolle über die Energieversorgung des Landes nicht abgeben wollen.

Vor drei Jahren baute Andric auf seinem eigenen Land eine 100 kW Windturbine, um Strom für eine kleine Baustofffabrik zu erzeugen. Seine Turbine ist an das Elektroprivreda Herceg-Bosne System angeschlossen. Doch er hält das derzeitige Arrangement für alles andere als fair, da er verpflichtet ist, alle überschüssige Energie gratis an das Unternehmen abzugeben, während er in einer Windflaute für Strom aus dem normalen Netz zahlen muss.

Elektroprivreda Herceg-Bosne ist der Ansicht, dass jeder, der selbst Strom erzeugt, für den Verkauf an das Unternehmen eine Erlaubnis benötigt. Andric hält dagegen, dass dies quasi unmöglich ist; das Verfahren sei so kompliziert, dass er nicht einmal versucht habe, sie zu beantragen.

Andererseits sind die Erfahrungen von Unternehmen, die einen Antrag stellten, Elektrizität an die staatlichen Unternehmen zu verkaufen, wenig ermutigend. Loncarplast und Eurograniti aus der Stadt Posusje verfügen beide über zwei 80 kW Turbinen und bewarben sich vor einem Jahr um eine Lizenz, überschüssige Energie an Elektroprivreda Herceg-Bosna verkaufen zu können. Bis heute bleiben ihre Anträge im Dschungel der Bürokratie verschollen

Vlatko Medjugorac von Elektroprivreda Herceg-Bosne sagt, die beiden Antragsteller hätten „nicht alle benötigten Unterlagen“ vorgelegt. Die Vertreter von Loncarplast und Eurograniti haben nun erklärt, sie seien das ständige Hin und Her leid und würden nun vor Gericht ziehen.

Elektroprivreda Herceg-Bosne bereitet indessen den Bau von drei eigenen Windparks in Livno, Tomislavgrad und Mostar vor, die im Jahr 2010 Energie erzeugen sollen. Elektroprivreda BiH sagt, es unterstütze Initiativen zur Einbringung alternativer Energie in das System, jedoch nur zu den eigenen Bedingungen.

Emir Aganovic, leitender Direktor für Betriebsanlagen und Instandhaltung, sagt, Projekte wie die in Podvelezje geplanten könnten umgesetzt werden, „wenn eine akzeptable Übereinkunft“ mit den Investoren gefunden werde.

In einer solchen Situation haben Investoren kaum eine andere Chance, als die Bedingungen der Energiekonzerne zu akzeptieren.

Bei Energy 3 und Vjetroenergetika bot Elektroprivreda BiH zum Beispiel im September 2008 die Unterzeichnung eines Abkommens an. Der staatliche Energiekonzern wird ein Joint Venture mit Vjetroenergetika gründen, das das ursprüngliche Projekt umsetzen wird, während Energy 3 das gesamte Projekt an Elektroprivreda BiH übergeben wird.

Trotz des einseitigen Ergebnisses sagte Miralem Campara, der Direktor von Energy 3, sein Unternehmen sei mit den Bedingungen der Übereinkunft einverstanden, da die Kosten wiedererstattet würden, und dass er hoffe, die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Energiekonzern werde sein Unternehmen in eine bessere Lage versetzen, um zwei ähnliche Projekte in derselben Gegend durchzuführen.

Bosniens dritter Energiekonzern, Elektroprivreda Republike Srpske, hat entschieden, die Suche nach potenziellen Investoren für Windparks bis zum 2009 erwarteten Abschluss einer Machbarkeitsstudie zu verschieben.

Während Investoren, Regierungen und die drei staatlichen Energiekonzerne ihre Auseinandersetzungen über die Kontrolle der Zukunft alternativer Energie fortführen, warten die Einwohner Podvelezjes noch immer auf ihre Windräder.

Für sie bedeutet alternative Energie die letzte Hoffnung auf neue Jobs und eine bessere Infrastruktur. „Ich habe gehört, dass sie den Bau einer neuen Straße, bessere Stromleitungen sowie ein Wasserversorgungssystem versprochen haben“, sagt Ismet Stranjak, der Besitzer des Gasthofs Sunce in Podvelezje.

„Hier wurde seit Ewigkeiten nichts mehr getan“, fügt er hinzu. „Doch Gott hat uns diesen Wind geschenkt, und am Ende könnte das die Existenz der Menschen in dieser Gegend sichern.“ (Von Mirsad Bajtarevic in Sarajevo, Sibenik und Wien)

Mirsad Bajtarevic wurde 1969 in Kranj, Slowenien, geboren. Er arbeitet für Radio Bosnien und Herzegowina.

Der Text entstand im Rahmen des diesjährigen Balkan Fellowship for Journalistic Excellence, bei welchem der Autor den dritten Platz erreichte. Energie war das Thema des heurigen Wettbewerbs, mit welchem Erste Stiftung und Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit dem Balkan Investigative Reporting Network journalistische Qualität in Südosteuropa fördern. DER STANDARD und derStandard.at bringen als Medienpartner die besten Beiträge.

Kommentar posten
24 Postings
freimann
10
18.12.2008, 10:45
Ein armer Narr dieser Bajtarevic

wenn er schreibt:
"Doch Gott hat uns diesen Wind geschenkt, und am Ende könnte das die Existenz der Menschen in dieser Gegend sichern.“
Die Erste u. die Robert Bosch Stiftung sollten sich überlegen, ob sie sich damit identifizieren können.
Gehe aber einmal davon aus, dass sie bei der Förderung des ganzen Schwachsinns auch kräftig mitnaschen.

el dus
 
20
18.12.2008, 10:02
Gottseidank gibt es noch einen kleinen Flecken in Europa

der sich nicht dem Öko - Wahnsinn der Naturverschandelung verschreibt. In 20 Jahren wird man die Bosnier als Pioniere der Vernunft und des menschlichen Maßes loben ...........

moejoe187
01
23.12.2008, 17:09
ich hoffe das ist ist nur satirisch gemeint

Bergsee
02
16.12.2008, 17:33
"bleibt bosnien außen vor" - bundesdeutscher schreiber?

können wir uns bitte auf paradeiser, schlagobers und erdäpfel einigen?

danke

Der Wählerwille
 
00
16.12.2008, 18:02
"aussen vor" ist wirklich grauslich ..

Adolf Ogi
00
18.12.2008, 03:59
außen vorne?

außen vor was, außen vor der Haustür, draußen vor der Haustür, draußen vorne bei der Haustür?

Eigentlich verstehe ich die komische Phrase auch nicht wirklich. Keine Ahnung was die P*!kes damit meinen.

Kritiklos
01
16.12.2008, 16:23
...eine kurze Ergänzung

...das Podvelez Projekt ist Teil eines EU Forschungsprojektes (www.seewind.org) dass in Serbien, Bosnien und Kroatien die ersten MW Windturbinen installieren und die lokalen Windsysteme (e.g. Bora) untersuchen will; gleichzeitig geht es hier nicht um irgendwelche grüne Ideologien sondern um wirtschaftlich sinnvolle Investitionen. BH hat ein hervorragendes Windpotential und erlaubt eine Stromproduktion nahe am Marktpreis. Neben dem Forschungsprojekt wurde ein Entwicklungsprojekt gemeinsam mit der österr. Entwicklungszusammenarbeit gestartet; es wurde das Gebiet am Podvelez entmint, Seminare veranstaltet, Investitionen in Wasser & Strasse sind geplant.
...aber ob am Ende was daraus wird, hängt ganz alleine von Humo und sein Freunden ab...

saratoga
00
16.12.2008, 15:54
Finanzierungs Garantien

Genannte Projekte sind doch oft nur noch als Geldwäsche in der Realität umgesetzbar. Deshalb tauchen auch Mafiöse Sizialanische Investoren sogar in Albanien auf und erhalten Projekt Genehmigungen. Grundlage kann immer für eine entgültige Bau Genehmigung eine klares Finanzierungs Papier, einer Bank sein, welche je nach Regierung und Gesetz ca. 20% beträgt. Und wer eine derartiges Bank Finanzierungs Bestätigung nicht bringen kann, ist ganz einfach ein Betrüger. So ist nun mal der Standard in der Welt, denn vieleConsult-Betrugs Firmen besorgen sich mit Bestechungs Dokumente nur um Selbige verkaufen.

Cp6uja .
23
16.12.2008, 13:20
na dann wird man sich eben an die gesetze der

nachfolgestaaten halten müssen, auch wenn sie ach so kompliziert sind.

das aufstellen der häßlichen & nutzlosen dinger schaffen die jeweiligen staatlichen energieunternehmen auch ohne österreichische unternehmen.

wir reden hier immerhin von einem land, das nicht einmal das seriöse energiepotential ausgeschöpft hat (wasserkraft) und trotzdem stromexporteur ist. zumindest die rs.

mfg

leib yggdrasilovic
22
16.12.2008, 12:49
"bleibt bosnien außen vor"

hat der werte herr redakteur, der diese formulierung wählte, sich in jüngster zeit in passau bei einem kurs für "piefke-sprech" aufgehalten ? ich hoffe, er ist nicht 1.90 groß und kahlköpfig.

parapente
01
16.12.2008, 12:25
Bevor man sich um umweltfreundliche Energie

in Bosnien sorgt, gibt es viel aufzubauen - und Kartoffel anzubauen!

freimann
21
16.12.2008, 12:14
Wo ist die Korruption?

Die Korruption liegt da wohl eher bei der österr. Regierung und nicht bei den Bosniern.
Wenn man diesen Schwachsinn bei uns mit 500 Euro pro Tag und Windrad fördert, kann man den Bauern leicht 700 Euro pro Monat u. Windrad für die Verpachtung des Ackers zahlen.
Die Anwohner müssen dann halt mit dem Lärm und der Landschaftszerstörung leben und alle zusammen dürfen dann noch die extrem überhöhten Zuschüsse bezahlen. Zum doppelten Preis, als was der Strom normalerweise kostet.
So schauts in Wirklichkeit aus.

Andreas Mittermayer
00
Lieber Herr freimann!


Das Lesen von Artikeln in der Kronenzeitung reicht nicht, um ein Thema wie das der Energieversorgung und der Erneuerbaren Energieträger bewerten zu können.

Ich empfehle entsprechendes Studium der Zusammenhänge!

Oder geht es Ihnen einfach nur darum, Un- bzw. Halbwahrheiten zu verbreiten, um eine Branche schlechtzumachen??

freimann
21
16.12.2008, 11:59
Wie recht er hat:

Zitat: Sie wollen die von ihnen hoch geschätzte Landschaft zu Grunde richten. "Sie werden unsere Weidegründe und unsere Umwelt ruinieren“, klagt Nikola Cacic, während er unter einem Walnussbaum vor seinem Haus sitzt.“
Zitat Ende.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

mawi89
04
15.12.2008, 23:26
Vollkommen sinnlos

Unklare Rechtslage, unklarer Grundbesitz, viel zu viele ahnungslose und ohne Interesse fürs Land agierende Politiker, zu viele Geldeinsacker. Nicht in zehn Jahren gibts diese Anlage.

freimann
10
16.12.2008, 14:49
Und das ist gut so..

..die Menschen haben andere Sorgen, als sich mit sinnlosen grünen Ideologien herumzuschlagen.
"Windräder sind die Kirchtürme grüner Fundamentalisten"
Bei uns macht man daraus halt eine Bauernförderung!

CSI riverside
 
00
16.12.2008, 06:18

ich befuerchte zudem, dass die allmaechtige bosnische kohle lobby diese projekte nur als aufputz verwendet und die entsprechenden eu foerderungen einsackt.

Dante Alighieri
02
16.12.2008, 03:28

Außerdem gibts dort im Moment halt wichtigere Dinge als Windkraft. Sicher, österreichische und andere ausländische Firmen jammern dass der bosnische Staat ihnen solche Projekte nicht finanziert, aber im Prinzip ist das eine sehr egoistische Sichtweise und nicht wirklich jenen Dingen verpflichtet die Bosnien derzeit am dringendsten nötig hätte.

Ja bitte
11
16.12.2008, 11:16
Finanziert ist gut?!?

Wer würde dort nochmal neue Stromleitungen Wasserleitungen und Strassen finanzieren?
Wenn sie zu faul sind den ganzen Artikel zu lesen dann geben sie's doch wenigstens zu.

schniggschnagg
 
00
16.12.2008, 15:40
Äh...

....fahren Sie mal wieder runter nach Bosnien. Haselsteiner & Co finanzieren den Straßenbau auf Teufel-Komm-Raus. In Sarajevo und Banja Luka wurden und werden die Wasser- und Gasleistungen modernisiert... Wie's mit den Stromleitungen aussieht: keine Ahnung. Aber Stromausfälle wie in San Francisko gibt es dort noch nicht. Ist nicht so, daß Private dort nicht finanzieren würden, es ist einfach zu teuer für Firmen. Punkt. Dazukommt, daß es den Menschen dort schnurz ist, aus welcher Quelle ihr Strom kommt, wenn man teilweise Monate auf sein Gehalt warten muß, oder aufpassen muß, in WELCHEM Kanton man gerade krank wird, weil seine Krankenversicherung dann nicht zahlt etc...

NONE
01
15.12.2008, 23:47

Wer weiss - kommt auf die Menschen an die dort leben. Wenn die Druck ausüben gehen die lahmen Politiker schneller weg.

Sie unterschätzen vielleicht wie stark die Wirtschaftskraft der Gesamt-EU ist - dieser Druck verändert (ob positiv oder negativ sei dahingestellt), es wird kaum Länder geben die aussen bleiben _wollen_ - und wenn dann sind es sowieso eher wohlhabende Länder (Norwegen, Schweiz).

Floh
11
15.12.2008, 23:03
Vorreiter Österreich?

Ein Viertel des Energiebedarfs: Ja.
Warum? Durch unsere gebirgige Lage Österreichs sind wir durch ein hohes Wasserkraftpotential gesegnet. Dieses ist allerdings weitgehend vollausgebaut (es gibt da noch ein zwei vielversprechende Lagen in der Wachau und in Hainburg...)
Unser Energiebedarf steigt derzeit stetig an (ca. 2% pro Jahr).
Der Mehrbedarf wird vor allem durch Importe gedeckt (Erdöl und Strom).
Daher sinkt (sic!) der Anteil an erneuerbaren Energien in Österreich jährlich!
Im Vergleich zu Deutschland haben wir (auf Bevölkerung bezogen) nur ein Zehntel der Windenergie.
Das mag auch daran liegen, dass die Transportkap. fehlen (Steiermarkleitung)
Wann wachen die Leute endlich auf...

a grünes stricherl
 
00
16.12.2008, 08:49
deutschland hat einfach die entschieden besseren windkraftstandorte

und österreich die entschieden besseren wasserkraftstandorte ..
wo ist das problem?

Somakäufer
00
16.12.2008, 11:09

ich würde mich selbst als einen Kenner auf dem Gebiet der Windkraft bezeichnen, Ihre Meinung ist mir aber neu. Bitte klären Sie mich auf was Sie mit entschieden meinen.
Danke & mfg

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.