"Lebensmensch" ist das Wort des Jahres

11. Dezember 2008 12:22
  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at/nicole bojar

    Wort des Jahres in Österreich: Auf Platz zwei stehen die "Krocha" - eine ostösterreichische Jugendkulturbewegung, die im abgelaufenen Jahr stark in Erscheinung getreten ist.

Auf Platz zwei folgen die "Krocha" - "Gewinnwarnung" ist Unwort, "Es reicht" wurde zum Unspruch gewählt - in Deutschland gewinnt die "Finanzkrise"

Wien - Der "Lebensmensch" hat das Rennen um das österreichische Wort des Jahres 2008 gemacht. Auf Platz zwei haben sich die "Krocha" gerettet, der dritte Rang geht an die "Wachteleierkoalition" aus dem heurigen Wahlkampf. So lautete das Ergebnis der siebenköpfigen Fachjury unter der Leitung von Professor Rudolf Muhr vom Institut für Germanistik in Graz, die die Wahl in Kooperation mit der APA durchführte.

Petzner siegt

Stefan Petzner hatte tränenreich um seinen "Lebensmenschen" Jörg Haider getrauert. Nun schaffte es die Aussage auf Platz eins der Wörter des Jahres 2008. Seine Bedeutungsambivalenz und sein hoher emotioneller Wert machen "Lebensmensch" zum Ausspruch des Jahres, attestierte die Jury. Das Wort wurde aufgrund gegensätzlicher Verwendungsweisen von vielen Wählern auch als Unwort klassifiziert, von der Mehrheit aber als Wort des Jahres gereiht.

Bam, oida!

Auf Platz zwei folgen die "Krocha" - eine ostösterreichische Jugendkulturbewegung, die im abgelaufenen Jahr stark in Erscheinung getreten ist. Die Bewegung ist die erste derartige österreichische Jugendkulturbewegung seit Jahrzehnten, die durch sprachliche Originalität gekennzeichnet ist und die für die Lebendigkeit der österreichischen Jugendkultur steht, lautete die Begründung der Jury. Platz Drei geht an die "Wachteleierkoalition", ein Ausspruch aus dem heurigen Wahlkampf.

Ein Wort, das die wahren Sachverhalte in höchstem Maße verschleiert, wurde zum Unwort ernannt: "Gewinnwarnung". Es ist aus sprachlicher Sicht interessant, da es scheinbar vor Gewinnen warnt, tatsächlich aber Verluste bzw. verminderte Gewinne meint.

Hicke

"Heimatpartei" und "Kulturdelikt" werden ebenfalls zu den Unwörtern gezählt. Tatsächlich bezweckt "Heimatpartei" die Monopolisierung des Begriffs Heimat durch eine bestimmte politische Gruppierung und den Ausschluss aller anderen Auffassungen von Heimat. Der Begriff "Kulturdelikt" stammt von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP), die im Wahlkampf 2008 erklärte, es müsse für Verbrechen wie Ehrenmord oder Zwangsheirat ein eigener Strafrechtsparagraf geschaffen werden.

"Wir haben nur unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training heute nach 15 Minuten abgeschlossen." Dieser von Josef Hickersberger während der Fußball-EM getätigte Sager wurde als Spruch des Jahres 2008 gewürdigt. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der "eleganten und witzigen Umschreibung bestimmter Verhältnisse im österreichischen Fußball, die in bester literarischer Tradition der österreichischen Selbstironie steht".

Molterers Vermächtnis

Der ehemalige ÖVP-Chef und Vizekanzler Wilhelm Molterer leitete mit den Worten "Es reicht" das wichtigste politische Ereignis des laufenden Jahres ein und schaffte es damit immerhin zum Unspruch des Jahres 2008. Der Sager signalisiere einen völligen Kommunikationsabbruch sowie die Weigerung, sich mit Sachinhalten auseinanderzusetzen, für die man eigentlich gewählt worden war, so die Jury.

2007 wurde der "Bundestrojaner" zum Wort des Jahres gewählt. Der vielzitierte Begriff "Komasaufen" gewann den Titel Unwort.

Gewinner in Deutschland

Die "Finanzkrise" ist das Wort des Jahres 2008 in Deutschland. Der Ausdruck fasse die dramatische Entwicklung im Banken-, Immobilien- und Finanzsektor zusammen, teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die wirtschaftliche Krise sorgte auch für das zweitplatzierte Wort: "verzockt".

Auf den weiteren Rängen folgten "Datenklau", "hessische Verhältnisse" und "Umweltzone". Die Gesellschaft wählt jedes Jahr zehn Worte aus, die die öffentliche Diskussion besonders geprägt haben. Wort des Jahres 2007 war die "Klimakatastrophe". (APA)

Paracoccidioidomicosisproctitissarcomucosis
13.12.2008 10:38
YES!

DANKE PETZI! als das wort zum ersten mal gefallen ist, hab ich geistesgegenwärtig sofort gewettet, dass lebensmensch wort des jahres wird. DANKE, damit sind 50 euro mein! wahnsinn, is das BZÖ also doch zu etwas zu gebrauchen wohooo

Mein anderer Nick ist beeindruckender
12.12.2008 13:14
Dazu kann ich mir ganz gut folgendes Statement eines BZÖ-Politikers vorstellen:

<fiktives Zitat> "Meine Damen und Herren, wir Kärntner wollen endlich unsere Ruhe haben. Dieses "Wort des Jahres" ist einfach geschmacklos und eine Beleidigung für alle Kärtner." <fiktives Zitat ende>

Meister Eder und sein Pumuckl
12.12.2008 00:20

Es reicht!

presonic
11.12.2008 16:51
realwirtschaft

wär aber auch ein guter anwärter gewesen.... (ich frag mich immer, obs denn eine irrealwirtschaft auch gibt..... ;-))

Antimonetarier
11.12.2008 16:42
war auch

zu erwarten:

Zitat:
Antimonetarier
20.10.2008 01:36
"Lebensmensch
Wort oder Unwort des Jahres 2008?"

http://derstandard.at/?url=/?id... 14%26sap=2

F S 3 lässt grüßen ;)

Una música brutal
11.12.2008 16:59

was ist F S 3?

Mein anderer Nick ist beeindruckender
12.12.2008 13:07
...einer der "bliebtesten" Poster ever...

Roger dePinis
 
11.12.2008 21:12

fragen sie F S 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.