"Der Arzt vom Wörthersee": ORF doktert am Mehrwert

09. Dezember 2008 18:34
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    Foto: orf/graf film/bernd horst

    Öffentlich-rechtlicher Mehrwert: Für den ORF gehört auch "Der Arzt vom Wörthersee" dazu. Alles nur eine Frage der Definition.

Im soeben präsentierten Band "Wert über Gebühr" versammelt der ORF alles, was "öffentlich-rechtlichen Mehrwert" bringt

Wien - In der Krise drückt sich selbst öffentlich-rechtlicher Mehrwert in Zahlen aus: Im soeben präsentierten Band "Wert über Gebühr" versammelt der ORF alles, was "öffentlich-rechtlichen Mehrwert" bringt. Seite 161 zählt überraschend "Der Arzt vom Wörthersee", "Bauernprinzessin 2" und "Molly & Mops" dazu: Weil sie "TV-Koproduktionen als Exportartikel" sind. Über Mehrwert lässt sich streiten.

250 Seiten umfasst die vom ORF-Beauftragten Klaus Unterberger zusammengestellte Schau öffentlich-rechtlichen Selbstverständnisses: 80 Mitarbeiter steuern - meist ernsthafter als der "Arzt"-Eintrag - Auffassungen vom "Public Value" bei. "ZiB 2"-Moderator Armin Wolf etwa fordert engagierte Journalisten, Geld, inneren Pluralismus. Magazine-Chef Johannes Fischer sieht "TV als moderne Volkshochschule".

"Qualität kostet Geld", sagte Unterberger vor Journalisten. Dass über Gebühren weniger hereinkäme, als "es unserem Auftrag entspricht", beklagte General Alexander Wrabetz. Anfang 2009 soll ihn ein "Finanzierungshandbuch" bestätigen. Aktivitäten zeichnen zudem Landesstudios auf. Ob mit dem Bericht Debatten über den Verkauf eines ORF-Kanals einzudämmen sind? Programmbeispiele aus ORF 1 enthält der Leistungsnachweis sehr vereinzelt. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 10.12.2008)

Kommentar posten
16 Postings
Sankt Kröte
10.12.2008 15:18

Ziemlich die Grasser Frisur oder?

Muster Hans
10.12.2008 14:58
Seite 161

Wäre die Seite 161 repräsentativ für den gesamten Bericht, dann wäre es journalistisch durchaus korrekt, dieses Beispiel zu zitieren. Sie ist es aber nicht! Das Etikett "Objektivität" hört beim Standard wohl da auf, wo man die Möglichkeit sieht, ungeliebte Konkurrenten auf dem Werbemarkt öffentlich schlecht zu machen. Wahrhaft eine journalistische Meisterleistung.

i po
11.12.2008 19:47
"meist ernsthafter als der "Arzt"-Eintrag"

steht im artikel. und den aufhänger hat sich der ORF selbst eingebrockt.

normal citizen
10.12.2008 08:41
Mit Schönreden

dauerts halt ein bischen länger, aber helfen wirds auch nix.

Knut Ogris
10.12.2008 03:19
....Seite 161 zählt überraschend "Der Arzt vom Wörthersee", "Bauernprinzessin 2" und "Molly & Mops" dazu: Weil sie "TV-Koproduktionen als Exportartikel" sind.Seite 161 zählt überraschend

Früher hat man schon als Exporteur geglten wenn man 20 Semmeln nach Freilassing geliefert hat und der ORF macht jetzt ähnliches - mit dieen Produktionen - und die die Filme aus nichtdeutschsprachigen Ländern sind mit Ablehnungs-FPÖ-Argumenten konfrontiert.
Perverse Welt und die Filme die kulturell hochwertig sind, müssen sich ganz verrückt finanzieren - dank Degeto und anderer wird dieses System "Austria Fernsehfonds" pervertiert.
Warum gibts diese Richtlinien in der RTR Behörde, gerade dieses Fonds, die von kulturell aussergewöhnlichen Schönem, Gutem sprechen, wenn ´s dann keine Entscheidungen in diese Richtiung gibt wie man sieht - TV Trash im fictionalen Bereich - und die Entscheider im ORF Fernsehfilm sind wieder vorne mit dabei SUPI

Queen of Sheba
 
09.12.2008 23:15
Ein klassischer Fall von Amtshilfe.

Schnippeldilderich
09.12.2008 20:48
manchmal schlägt der intellektuelle übermut eigenartige kapriolen, gell frau prieschnig?

mittlerweile hab ich das ding durchgeblättert und ja, es steht auch der "arzt vom wörthersee" drinnen. darüber hinaus aber auch noch 200 seiten programmarbeit von journalistInnen, die ein ernsthafteres urteil verdient hätten als ihr geschmäcklerisches. steht ihnen natürlich zu. man muss das bei allem intellektuellen standard-gepose nur wissen.

freddy001
10.12.2008 10:46

Fragt sich halt, wieviele Qualitätsjournalisten man um die Produktionskosten von z.B. Starmania anstellen könnte...

Schnippeldilderich
10.12.2008 11:21
das prinzip ist eigentlich recht einfach...

...starmania und ähnliche sendungen verdienen das geld für die qualitätsjournalisten, das an gebühren zuwenig eingenommen wird. so stets im gesetz.

Fony MC
10.12.2008 15:20

Offensichtlich funktioniert das Prinzip aber nicht (mehr) und um darauf zu reagieren leistet man sich im Prinzip ein Management. Leider funktioniert auch dieses Prinzip nicht sehr. Vielleicht braucht der ORF einfach nur weniger Prinzipien ;-)

freddy001
10.12.2008 11:27

oder Mi8.
Konnte man ja nicht als Geldmaschine bezeichnen...

Yaketi Yak
10.12.2008 10:43

Nun, wenn man einfach ALLES hineinschreibt, was der ORF so sendet, produziert und treibt, weil ALLES somit öffentlich-rechtlich ist, dann bleibt der Spott nicht aus... Nette Werbebroschüre.

Schnippeldilderich
09.12.2008 20:25
manchmal schlägt ihr intellekueller hochmut eigenartige kapriolen, frau priesching...

...mittlerweile hab ich das ding angesehen. und ja, dort gibt's auch den "arzt am wörthersee". aber es gibt dort auch ungefähr 200 seiten mit anderen beispielen. ohne ein besonderer fan des orf zu sein: ihr vom standard fahrt schon eine sehr einseitige linie. steht euch natürlich zu, man muss es nur bei all dem objektiven gepose wissen.

Dr. Hornig
09.12.2008 16:50

wenns der Unterberger gemacht hat, wirds schon Hand und Fuß haben!

Nashwin_Fuller
 
09.12.2008 15:59
Ein ehrlicher "public value"-Bericht hätte auf eine A5 Seite gepasst.


Zur Zeit liefert der ORF weder "public" noch "shareholder value".

Schnippeldilderich
09.12.2008 16:36
sie haben das ding scheinbar schon gelesen...

...ich nicht!

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