"Es geht nicht um irgendwelche Gurken"

9. Dezember 2008, 11:05
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    foto: derstandard.at/honsig

    Schreiben über die Europäische Union. Bis zu 12 Redakteure von Schülerzeitungen aller Schultypen ab der 9. Schulstufe können an den Europa-Medienworkshops teilnehmen. Organisiert werden die dreitägigen Veranstaltungen vom Bund Europäischer Jugend in Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministerium. Insgesamt gibt es 10 Termine im laufenden Schuljahr.

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    Workshopleiter Lahodynsky bespricht die entstandenen Texte. Die werden nach dem Workshop auf derStandard.at veröffentlicht. Am Ende des Schuljahres werden aus allen entstandenen Texten die besten von derStandard.at ausgewählt.

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    Stärkung nach der Arbeit. Der erste der zehn Workshops waren laut den TeilnehmerInnen "anstrengend, aber spannend".

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    EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber ...

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    ... und der Bundesvorsitzenden der Europäischen Föderalisten Österreichs Friedhelm Frischenschlager.

Über Gurkenkrümmung, Schengen und Kaffee-Affären in der EU schreiben JungredakteurInnen aus ganz Österreich in Workshops - Die fertigen Werke werden auf derStandard.at veröffentlicht

Für die meisten hier ist Schreiben eine ganz natürlich Sache. Sie machen es gern, sie machen es regelmäßig, und irgendwann soll es vielleicht sogar einmal ihr Job werden. Mal sehen, das hat noch Zeit. Denn schließlich gehen sie alle noch zur Schule, und das Schreiben für die Schülerzeitungen ihrer Schulen ist bis jetzt nur ein Hobby. Der EU-Workshop allerdings, auf dem sich zehn JungredakteurInnen an diesem Wochenende zusammengefunden haben, ist alles andere als eine Freizeitbeschäftigung. "Anstrengend, aber sehr spannend," erzählt Sarah, wären die beiden Tage bisher gewesen, an denen sich die Jugendlichen ganz und gar dem Thema EU journalistisch widmeten. Jetzt ist zuerst mal Mittagessen angesagt, und dann kommt hoher Besuch: EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber hat sich angesagt.

Am Vormittag haben die Jugendlichen schon ihre Laptops zum Glühen gebracht. Ihre Artikel liegen fein säuberlich ausgedruckt vor Workshop-Leiter und Profil-Redakteur Otmar Lahodynsky. Der ist zufrieden mit den Texten, spart aber auch nicht mit konstruktiver Kritik. Schließlich sollen die Jugendlichen hier was lernen. Aber im Endeffekt ist es wichtiger, die Themen zu diskutieren, als die Beistriche richtig zu setzen, hebt einer der jungen EU-Profis seine Stärken hervor. 

Von Gurken, Schengen und Kaffee

EU-Themen finden, einschätzen und aufarbeiten, diese Aufgabe hat den 12 JungredakteurInnen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aus ganz Österreich einiges abverlangt. Ob Gurkenkrümmung, Schengen-Abkommen oder "Kaffee-Affäre", keine EU-Thema, mit dem es die SchülerInnen nicht aufnehmen wollten. EU-Profi Lahodynsky streute seinen Schäfchen Blumen: "Ganz tolle SchülerInnen." Die sind geschmeichelt und auch ein bisschen beunruhigt, dass ihre Texte eventuell die halbe Welt nachlesen kann. Mit im Workshop-Package nämlich: Die Artikel der besten JungjournalistInnen werden auf derStandard.at veröffentlicht. Nach dem letzten Workshop wird der Siegertext ermittelt.

Wählen mit 16

Ihre LeserInnen wollen die Jungredakteure die EU auf eine lebendige Art und Weise näher bringen. "Schlussendlich geht es nicht nur um die Gurkenkrümmung, sondern um die Menschen", schreibt Sarah und trifft den Nagel in den Augen ihrer MitschreiberInnen auf den Kopf. "Genau darum geht es".

Worum es geht, das müssen die SchülerInnen auch wissen, denn die meisten von ihnen dürfen bei den EU-Parlamentswahlen Anfang Juli bereits wählen. Bis auf David haben das auch alle vor. Er, das Kücken der Gruppe, wird erst 2010 16 Jahre alt und ist noch nicht wahlberechtigt. Dass Österreich das einzige EU-Land ist, in dem bei diesen Wahlen schon 16-Jährige ihr Kreuz machen dürfen, erstaunt die meisten hier. Sie fühlen sich sehr wohl fähig zu entscheiden, was sie an der EU gut oder schlecht finden. "Uneingeschränktes Reisen", darüber herrscht Einigkeit, ist einer der größten Vorteile der Union. Dass Österreich in seiner Souveränität eingeschränkt werden kann, darüber werden die Köpfe besorgt gewiegt.

Am Nachmittag hat sich ein hoher Gast angesagt. Nach Friedhelm Frischenschlager am Vortag werden die Jugendlichen jetzt auch EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber kennen lernen. Er steht den ambitionierten JungjournalistInnen Rede und Antwort. Lässt sich geduldig über den Kaffeeskandal ausfragen und erklärt das internationale Parkett in Brüssel. Ob die Jungs und Mädels das EU-Urgestein vorher schon gekannt haben? "Dem Namen nach." So nah ist die EU dann doch nicht. Aber sie kommt näher. (mhe, derStandard.at, 8.12.2008)

Die Bedingungen für die Teilnahme an einem EU-Workshop finden Sie hier.

Link: Freie Plätze für Februar und März verfügbar: Anmelden zum Workshop EUropa erschreiben - Termine

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14 Postings
Mostbluzer
00
le(c)ktion 2: immer geschmeidig - nicht auffallen

Die EU-Chefbuchhalterin wurde von der EU-Kommission strafversetzt, als sie 2002 öffentlich machte, die EU-Buchführung sei prinzipiell betrugsanfällig und schlampig geführt. EU-Sprecher versuchten, die Spanierin als verrückt zu brandmarken und kalt zu stellen. Anstatt die Vorwürfe Andreasens zu prüfen, so Tillack, hätten die deutschen Agenturen und Tageszeitungen – im Gegensatz zur internationalen Presse – das brisante Thema monatelang totgeschwiegen. »Solche Absprachen unter den Kollegen machen das Leben ja auch leichter«, sagt Tillack. Wer nur das übernehme, was die Kommission auf den täglichen Pressekonferenzen erzähle, müsse nicht wühlen und ackern, nicht wochenlang recherchieren.http://www.netzeitung.de/medien/271014.html

Hias, urplötzlich wieder da
03
10.12.2008, 12:08
wie hoch sind denn die Förderungen für diese Workshops?

nehme an, die werden ja nicht nur in Österreich gesponsert. Hier könnte man als Jungjourni gleich mal zum recherchieren anfangen ;-)

Waldi Kommbaldi
06
9.12.2008, 15:59
Themenvorschlag für Jung-Journalisten in Zusammenhang mit EU

Ich wünsche mir von den Jung-Journalisten eine kritische Analyse über die Eu und den zugelassenen Import von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln und patentiertem Saatgut - Stichwort "Terminatorsaatgut". (Es handelt sich dabei um patentiertes Saatgut, das nur ein einziges mal keimt, und daher jedes Jahr neu gekauft werden muss.)

Interessant wäre eine Analyse darüber, wie abhängig die Nahrungsmittelindustrie Europas von amerikanischen Firmen wird, welche die Patente auf dieses Saatgut halten. Zweitens interessieren mich die gesundheitlichen Auswirkungen. Und drittens: Was passiert eigentlich, wenn ein Acker voll normalem Mais neben einem Acker voll Terminator-Mais steht. Welche wechselseitigen Auswirkungen hat das?

Pro Freistaat Kärnten!
 
01
11.12.2008, 08:44
interessant wäre

welcher österreichische bauer so ein saatgut kauft.



Waldi Kommbaldi
11
11.12.2008, 19:41

Der eigentliche Geniestreich beginnt bereits damit, dass die EU überhaupt ein solches Saatgut einführt.

Anstatt eine Saat zu fordern, die sich millionenfach vervielfältigt um weltweiten Hunger zu bekämpfen, erlaubt man die Einfuhr einer Saat, die nur einmal keimt und daher immer wieder gekauft werden muss. Und das alles mit dem Wissen, dass das alles nur dazu dient, einige wenige Firmen reich zu machen - ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Noch ist es nicht Pflicht, ein solches Saatgut zu kaufen. Aber amerikanische Lobbies der Herstellerfirmen und abgehobene EU-Bonzen, welche die Gurkenverordnung etabliert haben, werden mit genügend viel Schmiermitteln auch eine Saatgut-Verordnung hinkriegen. Das ist nur mehr eine Frage der Zeit.

Ava Tar
27
9.12.2008, 13:24
Liebe Jungjournalisten !

Oberste Journalistenpflicht sind kritisches Denken und ein wacher Sinn. Nie vergessen !

So nett der Workshop sein mag: recherchiert mal :)

Finanziert von der EU, getragen vom "Bund Europ. Jugend" und den "Jungen Europ. Föderalisten"

=> JEF ist die Jugendorganisation der "Union Europäischer Föderalisten" = "Europa-Union"
Präsident 1999-2006: Elmar Brok

Als ich in eurem Alter war, durfte ich mir Platten leihen & auf Kassette kopieren. Wenn ihr das heute mit CDs macht, steht ihr mit einem Bein im Kriminal
=> Checkt Elmar Brok auf Wikipedia, Punkt "Kritik"

Lest auch den Punkt betreff des FAZ-Redakteurs. Klickt die Links, und googelt...

Recherchieren, wacher Geist ! NIEMALS "wes Brot ich ess, des Lied ich sing" !

Viel Glück, toi toi toi !

Pro Freistaat Kärnten!
 
10
11.12.2008, 08:46
Als ich in eurem Alter war, durfte ich mir Platten leihen & auf Kassette kopieren.

damit warst du damals genauso viel oder wenig im kriminal wie jetzt.


Mucosaprolaps
25
9.12.2008, 15:18

@Ava: Man kanns auch übertreiben mit den haarsträubenden Argumenten und der Fundamentalopposition gegen alles, wo EU draufsteht.

a) Eine Schallplatte auf Kassette zu kopieren ist nicht vergleichbar: Die Qualität auf Kassette war spürbar schlechter; die Kassette kaum mehr auf eine andere Kassette kopierbar, außer man kannte einen Hifi-Freak mit Doppel-Tapedeck.

CD auf Festplatte kopieren: Kein hörenswerter Qualitätsverlust, beliebig kopierbar.

b) Seltsam, dass in Österreich EU-Workshops sofort mit "Wes Brout i fress" angemault werden; die Kronen Zeitung sich aber dennoch als unabhängig bezeichnen darf, ohne dass es irgendwen stört

Manni Lekmi
00
23.12.2008, 09:23
Fundamental-Opposition?

Sowohl auf die Kassette damals, als auch auf die CD/DVD heute, wird eine (AKM-)Gebühr verrechnet. Diese sichert Dir das Recht zu, Datenträger, welche Du erstanden (nicht gesaugt) hast, zu kopieren.

Aufgrund inkompetenter Gesetzgebung, welche u.a. von Elmar Brok initiiert und umgesetzt wurde, kannst Du dieses Recht heute aufgrund von Kopierschutz-Maßnahmen nicht mehr ausüben bzw. machst Dich dabei strafbar. Diese Richtlinie wurde von ihm maßgeblich ausgearbeitet, der selbe Geist findet sich im Lissabon-Vertrag wieder.

Nennst Du Kritik an dieser Angelegenheit nun wirklich Fundamental-Opposition? Sind offensichtliche Korruption- und Amtsmissbrauch wirklich Fundamente der EU? :)

Ava Tar
04
9.12.2008, 16:33

Es geht in der Sache darum, daß diese Vereine einzufärben versuchen, no na, wozu machen's es sonst - ihre Proponenten aber sofort auf Seiten der Industrie stehen - SonyBMG (Bertelsmann) einer der größten Musikverlage der Welt - für gutes Geld natürlich, das die Proponenten neben ihrem Europaparlaments-Abgeordneten-Salär vööööllig legal verdienen

Drum schau immer, das drin ist in einer hübschen Verpackung. In diesem Fall ist gar von UNTERDRÜCKUNG von Journalismus die Rede

Was die Qualität der Kopie betrifft: Sie erfüllte damals ihren Zweck, so wie sie ihn heute erfüllt. Wäre es legal, Musikstücke in schlechterer Qualität (128 kb/s o.ä.) zu tauschen, dann wäre das etwas anderes. Es wurde komplett kriminalisiert - um die Konzernen zu fördern

Pro Freistaat Kärnten!
 
01
11.12.2008, 08:47
Musikverlage

typische vermischung von äpfeln mit birnen.

das ist nicht eu sonder wto.

diamant
20
10.12.2008, 10:15
Gehts nicht auch darum den Kuenstlern ihr

rechtmaessiges Einkommen durch den Plattenverkauf zu sichern?

Oder vernebelt ihre Kritik an den 'Konzernen' ihren Blick fuer 'groessere' Zusammenhaenge?

Ava Tar
01
10.12.2008, 16:13

Haben die Künstler in den 60er, 70er, 80er, 90er Jahren nix verdient ? Sind die arm gestorben ?

Artischocke
 
01
9.12.2008, 14:40

Dem kann ich mich nur anschließen. Schaut auch mal, wer diese "europäischen Bewegeungen" finanziert: http://de.wikipedia.org/wiki/Amer... ted_Europe

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