Schweiz verstärkt Aufsicht

30. November 2008, 16:56
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Bei den Versicherungen wird weniger Wachstum erwartet, nun hat das Bundesamt für Privatversicherungen seine Aufsicht intensiviert

Bern - Die Schweizer Versicherungen werden von der aktuellen Finanzkrise hart getroffen. Das Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) hat daher seine Aufsicht intensiviert.

Noch bestehe laut BPV-Direktorin Monica Mächler allerdings kein Grund zur Sorge. Das BPV habe die Abfolge der Solvenzprüfungen erhöht, sagte Mächler in Interviews mit SonntagsZeitung und Sonntag. Ende September hätten alle Versicherungen die Anforderungen der Solvabilität und an die gebundenen Vermögen erfüllt.

"Viele Versicherungen sind nach wie vor solide", sagte Mächler. "Aber das eine oder andere Unternehmen beaufsichtigen wir intensiver." Per Ende November werde bei den Versicherungen eine neue Erhebung durchgeführt. Je nach Ergebnis werden laut Mächler Maßnahmen erwogen. Zu diesen Szenarien gehöre, die Dividende ausfallen zu lassen, um die Kapitalbasis zu schützen. Möglich wäre auch der Verkauf von Beteiligungen oder den Versicherungsnehmern keine Überschüsse auszuzahlen.

"Als Ultima Ratio besteht die Möglichkeit, das Portefeuille auf eine andere Versicherung zu übertragen", so Mächler. Dass eine Versicherung in Schieflage gerate, lasse sich nie vollständig ausschließen. "Die Versicherungen sind nun einmal nicht nur Versicherungsrisiken, sondern auch Markt- und Kreditrisiken ausgesetzt. Diese Finanzkrise wird deshalb nicht ohne Folgen an der Versicherungsindustrie vorbeigehen." Einige Versicherer müssten nun ihre Wachstumsstrategie überprüfen. Mächler erwartet, dass der Bedarf an Eigenkapital "sehr deutlich" steigen wird. Dies werde den Wachstumsdrang hemmen. Die Versicherungen müssten ihren Eigenkapitalbedarf im Lichte der jüngsten Entwicklungen genau überprüfen. (sda, DER STANDARD, Printausgabe, 1.12.2008)

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