Deutsche Regierung lässt umstrittene "Nacktscanner" testen

30. November 2008, 16:29
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Dabei solle geprüft werden, ob Waffen entdeckt werden könnten, ohne dass ein Nacktbild von den untersuchten Fluggästen gemacht werde - FDP empört: "Praxisvorbereitung"

Die deutsche Regierung lässt in den nächsten Wochen die umstrittenen Körperscanner testen. Dabei solle geprüft werden, ob Waffen entdeckt werden könnten, ohne dass ein Nacktbild von den untersuchten Fluggästen gemacht werde, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Wochenende in Berlin.

FDP reagiert empört

Die oppositionelle FDP reagierte empört auf diese Ankündigung. "Die Bundesregierung hat die Öffentlichkeit getäuscht", sagte die FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz der Zeitung "Welt am Sonntag". Noch vor wenigen Wochen habe die Regierung behauptet, den Einsatz solcher Scanner nicht in Erwägung zu ziehen. Jetzt gebe sie weitere Tests zu. "Diese Tests sind aber keine Grundlagenforschung, sondern Praxisvorbereitung", sagte Piltz.

"Laborversuche"

Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich um Laborversuche, die voraussichtlich ab Dezember laufen. Die Bundesregierung befürworte angesichts der terroristischen Bedrohungslage die Erforschung und Erprobung von Technologien, die die Sicherheit für den Luftverkehr erhöhen könnten, sagte der Sprecher. Im Oktober hatte die EU-Kommission erklärt, sie wolle die sogenannten Body Scanner europaweit einführen, um bei Flugpassagieren Sprengstoffe oder Keramikmesser am Körper aufzuspüren. Die Technik war insbesondere in Deutschland auf massive Kritik gestoßen, weil die Personen dabei nackt zu sehen sind. (APA/Reuters)

  • Der "Nackt-Scanner" ist in der EU gelandet. Von Seiten der deutschen Regierung wird betont, dass es sich um einen "Laborversuch" handelt.
    foto: tsa/handout

    Der "Nackt-Scanner" ist in der EU gelandet. Von Seiten der deutschen Regierung wird betont, dass es sich um einen "Laborversuch" handelt.

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