Rodeln: ÖRV-Trio in Top Ten

30. November 2008, 13:31
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Österreichs Cheftrainer Friedl hätte sich bei Welt­cup in Igls mehr erwartet - Erster Weltcupsieg für Deutschen Langenhan - Deutscher Dreifacherfolg bei Frauen

Innsbruck/Igls - Mit einem deutschen Doppelerfolg hat am Sonntag das Herrenrennen beim Weltcup-Auftakt der Kunstbahn-Rennrodler in Innsbruck/Igls geendet. Andi Langenhan feierte seinen ersten Weltcupsieg und gewann vor David Möller und dem italienischen Weltcup-Titelverteidiger Armin Zöggeler. Die Österreicher brachten mit Wolfgang Kindl (6.), Daniel Pfister (7.) und Martin Abentung (8.) drei Fahrer in die Top Ten. Österreichs Nationalcoach Rene Friedl hätte sich aber bessere Ergebnisse erwartet.

"Mit drei Fahrern in den Top Ten muss man natürlich zufrieden sein", sagte der Cheftrainer, gewünscht hätte er sich zumindest zwei Fahrer unter den ersten Sechs. Insgeheim hat er sogar mit einem Platz auf dem Podest, so wie im Vorjahr durch Daniel Pfister, gerechnet. "Aber es waren sehr schwere Bahnbedingungen." Durch den Föhnsturm der über die Bahn wehte, hatten Fahrer mit höheren Startnummern große Probleme.

Angetan war Friedl auf jeden Fall von der Leistung von Wolfgang Kindl, der mit seinen zwanzig Jahren der Youngster im österreichischen Nationalteam ist. "Er hat seine guten Trainingsleistungen mit Platz sechs bestätigt", sagte der Chefcoach. Auch wenn Kindl, der in der Nähe der Bahn in Igls wohnt, mit seinen beiden Läufen nicht voll zufrieden war. "Durchwachsen", sagte Kindl, "da wäre sicherlich mehr möglich gewesen."

Auch Daniel Pfister, der in der Weltcupwertung des Vorjahres als Fünfter bester Österreicher war, hätte sich beim Heimrennen etwas mehr ausgerechnet. "Ich hatte zwar keine großen Probleme", sagte der Zillertaler, "aber in jedem Lauf einige kleine Fehler. Die summieren sich halt."

Martin Abentung, der am Samstag in Challenge-Cup noch Platz vier belegt hatte, war mit seinem achten Platz im Endklassement zufrieden, nachdem er nach dem ersten Lauf nur auf Rang sechzehn gelandet war. "Aber da war ich mit meiner hohen Startnummer völlig chancenlos. Durch die warmen Temperaturen entstand am Eis eine Reifschicht, die bremste den Schlitten", erläuterte der 27-Jährige Routinier.

Mit viertbester Laufzeit im zweiten Durchgang machte der Routinier einen großen Sprung nach vorne. "Das war eine perfekte Leistung", lobte ihn auch der Nationaltrainer, der Manuel Pfister (nur 19.) in Schutz nahm: "Er war die ganze Woche krank, die fehlende Kraft merkte man ihn an."

Ansonsten war Friedl mit dem Weltcupauftakt zufrieden. "Die zwei Podestplätze am Samstag im Doppel waren mehr als ich erwartet habe", bekannte der Cheftrainer. Hinter dem italienischen Siegerduo Gerhard Plankensteiner/Oswald Haselrieder waren Andreas und Wolfgang Linger Zweiter, und Tobias und Markus Schiegl Dritter geworden.

Mit einem deutschen Dreifachsieg hat das Damen-Rennen in Igls geendet. Weltcup-Titelverteidigerin Tatjana Hüfner gewann vor Natalie Geisenberger und Anke Wischnewski. Es war der 82. deutsche Weltcupsieg in Folge. Beste Österreicherin war Nina Reithmayer als Sechste, Veronika Halder belegte Rang zehn.

Mit der drittbesten Zeit im zweiten Lauf verbesserte sich Reithmayer von Rang neun auf sechs. "Schade, dass das Rennen so früh, als es noch warm war, gestartet wurde, bei Kälte läuft meine Rodel einfach besser", sagte Reithmayer, die mit ihren beiden Läufen voll zufrieden war. Halder war froh, das Kapitel "Igls" abzuschließen. "Diese Bahn mag ich einfach nicht", bekannte Halder, die aber mit ihren Läufen und mit dem Material zufrieden war.

Die bisher letzte nicht aus Deutschland stammende Weltcupsiegerin bleibt damit die Vorarlbergerin Andrea Tagwerker, die vor elf Jahren und einem Tag in Königssee gewann. Tagwerker, die heute als Hausfrau und Mutter von zwei Söhnen in Bludenz lbt, kommentierte als Zuschauerin an der Bahn in Igls die Serie launisch: "Für den internationalen Rodelsport ist so etwas zwar nicht gut. Für mich persönlich ist es schön, weil mein Name nicht vergessen wird."

Das ÖRV-Team reist am Montag weiter zum nächsten Rennen nach Sigulda (Lettland).  (APA)

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Weltcup-Titelverteidiger Armin Zöggeler am Weg aufs Podest.

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