Barca weiter top, Real wieder im Tief

29. November 2008, 22:21
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Barca im Spitzenspiel bei Sevilla souverän - Coach Schuster erlebte Pleite im kleinen Madrid-Derby gegen Ex-Club Getafe

Sevilla - Der FC Barcelona hat in Spaniens Fußball-Meisterschaft die momentane Unform von Meister Real Madrid perfekt ausgenutzt. Mit einem unerwartet klaren 3:0-Auswärtserfolg gegen Titelmitfavorit FC Sevilla setzte sich der katalanische Spitzenreiter der Primera Division am Samstagabend sechs Zähler vom Erzrivalen ab. Die Madrilenen kassierten ausgerechnet im Vorort Getafe, gegen den Ex-Club von Trainer Bernd Schuster, eine bittere 1:3-Schlappe.

Barca überzeugend

Nach guten Beginn von Sevilla brachte Samuel Eto'o Barcelona in der 20. Minute praktisch mit der ersten gefährlichen Aktion mit 1:0 in Führung. Die ungewollte Vorabeit leistete Lionel Messi, der Ball fand per Gegnerspieler zum Topscorer, der seinen 14 Treffer im 13. Ligaspiel verzeichnete. Barca hatte das Spiel in Südspanien über weite Strecken im Griff, Sevilla fand aber vorallem nach dem Führungstreffer einige gute Möglichkeiten vor. Die Beste vergab Kanoute, der Stürmer aus Mali traf allein vor Valdes aber nur die Latte. In Halbzeit zwei übernahm der Spitzenreiter der Primera Division immer mehr das Kommando und Lionel Messi sorgte nach Kopfballvorlarbeit von Xavi mit einem trockenen Schuss aus 17 Metern für die Vorentscheidung (79.). Bei Sevilla sah Stürmer Luis Fabiano nach einer vom Schiedsrichter als Tätlichkeit ausgelegten Rangelei in der 86. Minute die Rote Karte. Superstar Messi setzte in der Nachspielzeit praktisch mit dem Schlusspfiff noch einen drauf, das 3:0 sein neunter Treffer in der laufenden Meisterschaft. "Das war ein wichtiger Schritt, weil wir gegen einen möglichen Rivalen gepunktet haben", meinte ein zufriedener Barcelona-Coach Pep Guardiola nach der Partie.

Real vom Sieg weit entfernt

Weniger erfreut war nach seiner erfolglosen Rückkehr in die Vorstadt Real-Coach Schuster. "Getafe war viel besser. Sie haben spektakulär gespielt, das Ergebnis schmeichelt uns sogar", meinte der von Verletzungssorgen in seinem Luxus-Kader geplagte Deutsche, der zugab: "Ich hatte in keinem Moment das Gefühl, dass wir gewinnen können".

Der Uruguayer Juan Angel Albin (3., 47.) und Ikechukwu Uche (82.) besiegelten vor 12.750 Zuschauern im Coliseum-Stadion die dritte Saisonniederlage des Meisters, der nur durch Javier Saviola (55.) traf. Neben der Niederlage beklagte Real auch den Ausfall von Spielmacher Wesley Sneijder. Der Niederländer musste nach einem Zweikampf in der 16. Minute mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden. Barcelona führt nun die Tabelle mit 32 Punkten an, Real hat deren 26.

Wenig schmeichelhaft kommentierte am Sonntag Spaniens Presse den neuerlichen Real-Ausrutscher. "Dieses Team ist eine Ruine", titelte das Sportblatt "Marca". Die Zeitung "El País" brachte die Misere der "Königlichen" auf den Nenner: "Real ist kaputt". Auch Madrids Medien scheinen sich schon damit abzufinden, dass Real in dieser Saison leer ausgehen könnte.

Schuster nicht der Schuldige

"Mit diesem Kader ist nichts zu gewinnen", urteilte "As". "Man kann nur hoffen, dass der Leidensweg bald vorüber ist. Schuster hat mit seinen Warnungen zu Saisonbeginn recht behalten." Nach Ansicht der "Marca" dürfte auch ein Trainerwechsel kaum weiterhelfen. "Der Schuldige ist Fitness-Trainer Valter di Salvo", meinte das Blatt mit dem Hinweis auf die schier endlose Verletzungsserie.

Seine Zelte in Spanien abbrechen dürfte der deutsche Goalie Timo Hildebrand, der Valencia im Winter ohne Ablösesumme verlassen darf. Es wird erwartet, dass Hildebrand in die deutsche Bundesliga zurückkehren wird. Dort war der bei Valencia nicht mehr berücksichtigte 29-Jährige unter anderem mit Tabellenführer 1899 Hoffenheim, dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht worden. (red/APA)

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    Autsch! Diese Niederlage gegen den kleinen Lokalrivalen tat weh. Guti mit Schmerzen am Boden.

  • Messi und Eto'o trafen in Sevilla für die Azulgrana.
    epa/jose manuel vidal

    Messi und Eto'o trafen in Sevilla für die Azulgrana.

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